NRW-Umweltskandal: Wasserproben in Kleingartenanlage in Kamp-Lintfort
Lokalzeit aus Duisburg . 08.01.2026. 01:32 Min.. Verfügbar bis 08.01.2028. WDR. Von Laura Kasprowiak.
NRW-Umweltskandal: Wasserproben in Kleingartenanlage in Kamp-Lintfort
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Im Falle des Giftmüllskandals in Kamp-Lintfort haben die Behörden weitere Proben des Grundwassers in einem Brunnen auf dem Gelände eines Kleingartenvereins genommen. Sie sollen Klarheit darüber geben, ob das Wasser belastet ist.
In zwei Meter Tiefe in einem Brunnenschacht dreht Uwe Rütter von der Kleingartenanlage Flora Rossenray den Hahn auf - oben sprudelt das Wasser aus einem Rohr. Andreas Schön ist Wasseranalyst bei der Bergbehörde der Bezirksregierung Arnsberg und füllt zahlreiche Flaschen mit dem Brunnenwasser.
Die neuen Wasserproben sollen Gewissheit für die Kleingärtner bringen.
Auf dem Etikett zu lesen PAK. PAK ist die Abkürzung für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Diese krebserregenden chemischen Verbindungen hatte das Landesumweltamt im benachbarten Kiessee gefunden. Ob dies nur eine Momentaufnahme war, sollen nun die Wasserproben klären.
Kleingärtner fordern Klarheit
"Unsere Kinder haben in diesem Wasser geplanscht, wir haben damit unser Gemüse gegossen - wir wollen endlich wissen, ob wir uns berechtigte Sorgen machen müssen", erzählt die zweite Vorsitzende des Kleingartenvereins Flora Rossenray Anna Bonet. Seit Monaten leben die Gärtner im Ungewissen, denn ihre Parzellen grenzen direkt an einen der betroffenen Kiesseen.
Die Ergebnisse der Wasserproben werden zeigen, ob die Kleingärtner hier in Kamp-Lintfort wieder mit einem guten Gefühl in die Gartensaison starten können.
Kritik an Informationspolitik
Seit Monaten ermittelt die Staatsanwaltschaft Dortmund in einem beispiellosen Umweltkriminalfall. Tausende LKW-Ladungen potenziell giftiger Erde wurden wohl illegal entsorgt. Die Ermittlungen richten sich gegen eine Personengruppe, die in der Rhein-Ruhr-Region jahrelang unbehelligt agieren konnte. Auch in Kamp-Lintfort sollen an mindestens zwei Kiesseen mutmaßlich belastete Erde abgekippt worden sein.
Doch Ergebnisse der Wasseruntersuchungen, in der bereits erhöhte PAK-Werte nachgewiesen wurden, sind bisher nicht vollständig transparent gemacht worden. "Auf unseren Druck hin hat der Umweltminister zugesagt, alle Ergebnisse zu veröffentlichen - das muss in die Öffentlichkeit", kritisiert SPD-Landtagsabgeordneter René Schneider die bisherige Informationspolitik der Behörden.
Unsere Quellen:
- Mitglieder des Kleingartenvereins Flora Rossenray
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
- Sitzung des Unterausschusses Bergbausicherheit am 5. Dezember 2025
- MdL René Schneider, SPD
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 08.01.2026, 9.31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Duisburg, 08.01.2026,19.30 Uhr