80 Schlafplätze für Studierende: Notschlafstelle in Köln
02:36 Min.. Verfügbar bis 06.10.2027.
Marie Stoppkote bläst eine Luftmatratze mit einer Pumpe auf. Die wievielte das heute schon ist, weiß sie nicht mehr. Jedes Zimmer soll eine vorrätig haben. Es ist laut. Im Flur werden Schlösser ausgetaucht. Schlüssel müssen noch vorbereitet und Hygieneprodukte in die Badezimmer gebracht werden.
Marie Stoppkote vom AStA der Uni Köln bereitet Schlafplätze vor
Marie Stoppkote ist die Referentin für soziales und internationales im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Universität Köln, die sich um die Vermittlung der Zimmer in der Notfallunterkunft kümmert. Denn unter den rund 5.000 Studienanfängern stehen immer noch viele ohne Dach über dem Kopf da. „Jeder, der kurzfristig eine Schlafmöglichkeit braucht, kann sie hier finden“, sagt Marie Stoppkote, „einzige Voraussetzung ist, eine Immatrikulationsbescheinigung, dass die Person wirklich an der Universität zu Köln ihr Studium beginnt.“
Luftmatratze auf dem Boden statt Wohlfühl-Oase
Insgesamt 80 Plätze stellt die Stadt Köln für Studierende am Dellbrücker Mauspfad bereit. Das Gebäude ist in die Jahre gekommen und diente vorher als Flüchtlingsunterkunft. Es verfügt über mehrere Zimmer, auf zwei Etagen verteilt. Auf beiden Stockwerken gibt es jeweils eine Dusche, einen Toilettenbereich und einen Gemeinschaftsraum. Eine richtige Küche fehlt aber: „Herdplatten sind wegen des Brandschutzes verboten“, erklärt Marie Stoppkote, „Die Studis zahlen hier keine Miete. Das Geld haben sie dann quasi für die Uni-Mensa.“
„In Bayern habe ich schöner gewohnt“
Einziehen mit kleinem Gepäck - nur für den Übergang
Am Nachmittag ziehen die ersten Studierenden ein. Darunter auch Karl Fipa. Seit mehr als einem Jahr ist der gebürtige Kameruner in Deutschland. Er hatte vorher in Nürnberg gewohnt. Er ist nur mit einem kleinen Koffer und einem Rucksack angereist: „Ich bin zufrieden, dass ich hier ich schlafen kann“, sagt der 21-Jährige. „In Bayern habe ich schöner gewohnt, aber für diese kurze Zeit ist es OK. Ich bin auf der Warteliste im Wohnheim und hoffe, dass ich bald dahin ziehen kann,“ sagt Karl Fipa.
Ab heute können bis zu vier Studierende pro Zimmer untergebracht werden. Weil aber noch dutzende Antworten ausstehen, sind bisher nur ein bis zwei Personen pro Zimmer eingeteilt. Zwar darf man seine Möbel mitbringen, viel wird da aber in die rund 18 Quadratmeter große Zimmer nicht reinpassen.
„Es ist natürlich keine langfristige Lösung, aber immer noch besser als eine Turnhalle wie in anderen Uni-Städten.“ Marie Stoppkote
AStA Universität Köln
Notschlafstelle in ehemaligem Flüchtlingsheim in Dellbrück
Die Notschlafstelle wird ab heute bis zum 16. November 2025 angeboten. Für diesen kurzen Zeitraum gibt es keine Mietverträge. Alles läuft über den AStA. Studierende stehen also weiter unter Druck, möglichst schnell eine Wohnung oder ein WG-Zimmer zu finden. Die Übergangslösung soll nur helfen, die erste Zeit zu überbrücken. Wer noch eine Bleibe braucht kann sich unter der E-Mail Adresse notschlafstelle@asta.uni-koeln.de melden, denn noch ist die Notschlafstelle nicht ausgebucht.
Unsere Quellen:
- Stadt Köln
- AStA Köln
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
