Ein einsames jugendliches Mädchen

Immer mehr jugendliche Mädchen leiden an psychischen Erkrankungen wie Essstörungen.

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Immer mehr Mädchen wegen psychischer Erkrankung an Uniklinik Köln

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Immer mehr Jugendliche in Nordrhein Westfalen kämpfen mit Angststörungen, Depressionen und Essstörungen - besonders betroffen sind junge Mädchen. Diese Entwicklung zeigt sich nicht nur im neuen DAK Kinder- und Jugendreport, sondern auch in der Kinder- und Jugendpsychatrie der Uniklinik Köln.

Von Friedrike Streib

Psychische Belastungen bleiben insbesondere bei jungen Mädchen in ganz NRW auf einem hohen Niveau. Das zeigt der aktuelle DAK Kinder- und Jugendreport. Rund 15.600 Mädchen waren 2024 landesweit wegen einer Angststörung in Behandlung - ein Anstieg von rund 60 Prozent seit 2019. Am Universitätsklinikum Köln erlebt der Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie Prof. Dr. Stephan Bender diesen Zustand täglich.

Wie blicken Sie auf die Ergebnisse des Kinder- und Jugendreportes?

Die Zahlen zeigen, was wir auch in unserem klinischen Alltag erleben: Mit der Pandemie gab es einen Anstieg, insbesondere bei den jungen Mädchen, die stationär bei uns in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Behandlung sind. Besorgniserregend ist für mich, dass die hohe Anzahl an Patientinnen, die während der Pandemie entstanden ist, nicht wieder abnimmt.

Welche Gründe sehen sie für den starken Anstieg an psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen?

Die Dauerbelastung der Jugendlichen ist weiterhin hoch: Wir haben Social Media, den Ukraine-Krieg, die Klimaproblematik, den Fachkräftemangel in den Schulen. Aus der Dauerkrise kommen die Jugendlichen scheinbar nicht raus.

Wie zeigt sich der Anstieg bei ihnen im Klinikalltag?

Die Wartezeiten für unsere Therapie-Stationen im Jugendbereich haben deutlich zugenommen. Die Eltern und die Familien sind frustriert, weil sie keinen Therapieplatz finden. Gleichzeitig hat sich auch die Lage bei den stationären Therapien zugespitzt, weil ambulante Therapieplätze fehlen und so nicht frühzeitig eingegriffen werden kann. Durch diesen Zustand kommen die Patienten heute deutlich kränker zu uns in die Klinik.

Was braucht es, um diesem Zustand Herr zu werden?

Langfristig bekommen wir das Problem nur gelöst, wenn wir frühzeitig im Alltag der Jugendlichen ansetzen. Da geht es vor allem um die Schulen. Hier brauchen wir eine bessere Verzahnung von medizinischen Systemen und den pädagogischen Fachkräften in den Schulen.

Wie gehe ich am besten vor, wenn ich merke, mein Kind hat ein psychisches Problem?

Es ist gut, erstmal selbst den Dialog zu suchen und herauszufinden, womit sich mein Kind schwer tut. Wenn man dann merkt, hier komm ich alleine nicht weiter, ist es wichtig, sich durch Fachleute beraten zu lassen. Das kann entweder bei niedergelassenen Ärzten erfolgen oder auch bei Psychotherapeuten oder in den Ambulanzen von Kliniken.

Wenn das nicht ausreicht, weil zum Beispiel ein Schulbesuch nicht mehr möglich ist, weil man morgens gar nicht aus dem Bett kommt, dann ist der Punkt erreicht, an dem man sagt, jetzt müsste man sich auch an eine Klinik wenden.

Immer mehr Mädchen wegen psychischer Erkrankung an Uniklinik Köln

WDR Studios NRW 26.02.2026 3 Min. 37 Sek. Verfügbar bis 26.02.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • DAK Kinder- und Jugendreport
  • Interview mit Prof. Dr. Stephan Bender, Uniklinikum Köln

Sendung: WDR 5, Westblick, 26.02.2026, 17.04 Uhr

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