Die Wandverkleidungen sind nicht nur Oberfläche. Sie sind ein akustisches Werkzeug: Hinter ihnen steckt ein genau geplantes System aus 1.000 Bohrlöchern und Materialien, die bestimmen, wie sich Sprache, Musik und Schall später im Raum ausbreiten.
Eröffnungswoche voller Programm
Die Akustik - die soll vom Allerfeinsten sein in der neuen Monheimer Konzerthalle, sagt Intendant Martin Witkowski. Jetzt können auch die ersten Besucher erleben, wie so etwas klingt. Denn diese Woche ist Eröffnungswoche. Parallel dazu findet in Monheim die Kulturpromenade statt.
Die großen Konzerte im Saal sind ausverkauft, aber direkt vor der K714 wird die Rheinpromenade für mehrere Tage zur offenen Bühne: Mehr als 350 Künstlerinnen und Künstler aus ganz Europa sind dabei, der Eintritt ist frei - mit "Langer Tafel", Promenadenfest, Feuerwerk, Drohnenshow und einem Familientag.
Das Kyiv Symphony Orchestra spielt
Nach dem Pre-Opening mit einem Concertgebouw Orchestra Amsterdam steigt die große offizielle Eröffnung der Kulturraffinerie am Freitagabend mit der Inszenierung "Eine Reise durch die Zeit". Nach einer Idee von Intendant Witkowski erzählt der Abend die Geschichte der Raffinerie von den Anfängen 1913 bis in die Zukunft – mit Musik, Schauspiel und Tanz, direkt im historischen Mauerwerk der Halle.
Es spielt das Kyiv Symphony Orchestra aus dem Orchestergraben. Dazu kommen Schauspiel‑Szenen und Choreografien renommierter Künstlerinnen und Künstler. Im Anschluss wird draußen am Rhein weitergefeiert.
Kosten der Kulturraffinerie Monheim: rund 170 Millionen Euro
Die Stadt hat sich diese Halle einiges kosten lassen, die Rede ist von rund 170 Millionen Euro. Deshalb gibt es Kritik, etwa vom Bund der Steuerzahler. Die Halle ist nicht nur teuer für eine Stadt mit 46.000 Einwohnern, Monheim ist auch hochverschuldet - so hoch wie keine andere Stadt in NRW.
Die Halle soll jetzt Stars in die eher kleinere Stadt zwischen Düsseldorf und Köln locken und Ausgaben wieder reinholen. Es soll Konzerte, Theater, Sport‑Events, Karneval, Kongresse geben.
Ehemalige Ölfassabfüllhalle
Spannend ist auch die Geschichte dieser Halle: Vor mehr als 100 Jahren entstand hier am Monheimer Rheinufer die modernste Schmierölraffinerie Europas, mit aufgebaut von der damals neu in Deutschland aktiven Firma Shell. Die denkmalgeschützte Fassade der ehemaligen Ölfassabfüllhalle sieht man auch heute noch.
Woher kommt der Name K714?
Drinnen sitzt ein moderner Kubus im historischen Gebäude: ein großer Saal mit variabler Bestuhlung und Technik auf dem neuesten Stand. Gleichzeitig bleiben viele Elemente der alten Industriearchitektur sichtbar – hohe Stahlträger, rohe Betonflächen, die typische Hallenstruktur und die großen Bögen der ursprünglichen Konstruktion. Den neuen Namen "K714" verdankt die alte Halle übrigens der Lage direkt am Rhein: Die Kulturraffinerie liegt am Rheinkilometer 714.
Der Intendant war früher bei der Tonhalle Düsseldorf
Geleitet wird die Kulturraffinerie K714 von Martin Witkowski. Er hat zuvor viele Jahre die Düsseldorfer Tonhalle als Betriebsdirektor mitgestaltet und war Orchesterdirektor der Staatskapelle Weimar.
Unsere Quellen
- Stadt Monheim: Bühne frei für die 6. Kulturpromenade in Monheim am Rhein
- Stadt Monheim: Betriebsdirektor der Düsseldorfer Tonhalle wird Geschäftsführer der Monheimer Kulturwerke
- Stadt Monheim: Architekturkonzept zur Kulturraffinerie K714 wird vorgestellt
- Kulturraffinerie bei Instagram: Ein Schwenk auf die Baustelle der Kulturraffinerie K714 – Innenausbau mit Innovation
- Kulturraffinerie - "Eine Reise durch die Zeit"
Sendung: