Mopeds, Musik und ein Ort in Kleve voller Leidenschaft
Bildquelle: Torsten Bartel Fotografie4 Min. 4 Sek.. Verfügbar bis 27.04.2028.
Der Geruch von Öl hängt in der Luft, irgendwo klirrt Metall. Ein Moped springt hustend an. Erst zögerlich, dann selbstbewusst. In Holger Ricks Werkstatthalle fühlt sich alles nach früher an. Nach Händen, die arbeiten dürfen. Nach Zeit, die man sich nimmt.
Zwischen Mopeds, Kinositzen und Erinnerungsstücken hat Rick sich seinen ganz eigenen Männerspielplatz gebaut. "Ich schraube an Mopeds, das ist meine Leidenschaft", sagt Rick und grinst. Rund 40 Maschinen stehen in der Halle: Florett, Puch, Sparta.
Seine erste große Liebe auf zwei Rädern
Mitten in der grossen Halle steht sie: eine Sparta Buddy von 1976. Ein Moped, das mehr Erinnerung trägt als manches alte Foto. Es ist ein Stück Jugend, das ihn bis heute nicht loslässt.
Holger Ricks Lieblings-Moped: Modell Sparta Buddy von 1976
Bildquelle: WDR/Marcus BöhmVor zwei Jahren habe er sie sich zurückgekauft. "Jetzt baue ich sie wieder genau so auf wie damals." Er streicht über den Tank. "Das Dingen muss einfach wieder auf die Straße und gefahren werden."
"Das ist genau die Maschine, die ich als Teenager heiß und innig geliebt habe." Holger Rick
Als die Frage nach der größten Liebe fällt, lacht er laut. "Also … sagen wir lieber: die zweite große Liebe", korrigiert er sich und lacht noch einmal. Er will es sich mit seiner Frau nicht verscherzen.
Maschinen müssen leben
Für Rick sind Mopeds keine Sammlerstücke. Sie stehen für Sommerabende, Freiheit, das erste Wegfahren. Es geht ihm nicht um Technik, sondern um Erinnerungen. Um Momente, die zurückkehren.
Wenn ein Motor wieder anspringt, freut er sich nicht nur darüber, dass er wieder läuft - dann wird Rick emotional. "Dann lebt sie wieder", sagt er. Und man spürt, wie viel ihm das bedeutet.
Ein Ort, der Generationen zusammenbringt
Seit rund fünf Jahren wächst der Männerspielplatz. Gestartet als einfaches Hobby wurde er immer größer. Heute ist die Halle ein Treffpunkt für Freunde und Bekannte, generationsübergreifend. Vater und Sohn Bartel schrauben hier Seite an Seite. "Man hat gemeinsame Zeit", sagt Vater Torsten. "Redet, lacht oder tröstet sich auch mal." Sohn Tobias nickt: "Das ist längst mehr als ein Hobby geworden."
Holger Rick schraubt an seinem Moped.
Bildquelle: WDR/Marcus BöhmAuch der 25‑jährige Luca Jansma aus Kranenburg ist oft hier. "Ich bin eigentlich im falschen Jahrzehnt geboren", sagt er. "Hier taucht man in eine Zeit ein, in der man einfach gemacht hat."
Motoren und Musik
Und manchmal wird es laut: Mikrofone, Verstärker, Musik. Dann wird aus der Halle eine Bühne - privat, ohne Eintritt. "Ich kann Bands einen Ort geben", sagt Rick. "Und ich liebe Musik."
Wer selbst mal reinschauen will, ist jederzeit willkommen und darf auch mit anpacken: Einfach Holger Rick ansprechen, alles ist kostenlos, nur eine kleine Spendenbox steht im Laden für alle, die ihn unterstützen möchten.
Unsere Quellen:
- Interview mit Holger Rick
- Interview mit Torsten und Tobias Bartel
- Interview mit Luca Jansma
- Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Mopeds, Musik und ein Ort in Kleve voller Leidenschaft, 27.04.2026, 06:04 Uhr
