Wer profitiert von der gesperrten Nordbrücke?

WDR 02:40 Min. Verfügbar bis 24.06.2028

Nach Sperrung der Bonner Nordbrücke Leihfahrräder und Fähren boomen

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Nach Sperrung der Bonner Nordbrücke steht fest: Vor Bonnern und Pendlern liegt ein jahrelanges Desaster. Einige profitieren aber auch.

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Britta Schwanenberg

Um neun Uhr morgens steigt Stefan Krämer in seinen Lieferwagen, hinten drin hat er zehn Nextbikes. Sein Ziel ist die neue Leihstation an der Fähre in Graurheindorf. In den letzten Wochen boomt dort die Nachfrage. Viele Pendler haben die Fähre in Mondorf als Ausweichmöglichkeit zur Rheinquerung entdeckt.

Mit Rad und Roller einfach an den Autoschlangen vorbei

Ein Mann mit langem Zopf fährt ein Auto.

Stefan Krämer von nextbike hat seit der Sperrung viel zu tun

Ob jetzt seit der Sperrung der Nordbrücke mehr Leute Leihräder nutzen? Auf jeden Fall, sagt der langjährige Mitarbeiter. An den ausleihstarken Tagen sind es dreimal so viele wie früher. Das freut den Anbieter und erhöht den Umsatz. Und es zeigt: Die Pendler der Region haben ihre Gewohnheiten bereits den neuen Gegebenheiten angepasst.

Auch andere Zweiräder sind gefragter: Das E-Roller-Sharing-Angebot der Stadtwerke wird von vielen neu entdeckt.

Wir haben eine Steigerung der Neuregistrierungen von 43 Prozent! Daniel Blatzheim, Stadtwerke Bonn (SWB)

Insgesamt seien die Ausleihzahlen sogar um 64 Prozent gestiegen. Man sehe sich aber nicht als Profiteuer der Sperrung, sondern als Teil der Lösung, heißt es bei der SWB. Clara, so der Name der Leihroller, wurde gezielt als ergänzendes Mobilitätsangebot zum ÖPNV eingeführt.


Umstieg auf Motorroller und E-Bike

"Ich habe mir den Roller extra nach der Brückensperrung gekauft. Nun fahre ich an den Warteschlangen vor der Fähre vorbei", erklärt Markus Brand, nachdem er es gerade noch auf die ablegende Fähre Richtung Graurheindorf geschafft hat. Und eine Anfrage beim Motorrollerhändler Zweirad Kübler in Bonn und dem E-Bike-Händler Veloland in St. Augustin ergibt: Es gab eine deutliche Kundensteigerung in den letzten Wochen.

Ein Mann mit kurzen, grauen Haaren und Brille steht vor einem Stau

Für ihn läuft's: Ingo Schneider-Lux, Betriebsleiter der Fähren Niederkassel und Niederdollendorf

Am meisten aber dürfte sich Ingo Schneider-Lux, der Betriebsleiter der Fähren in Niederkassel und Niederdollendorf, über den sprunghaften Anstieg an Kunden freuen. Ihn treffen wir an der Warteschlange am Fähranleger in Niederkassel Mondorf. "Das ist morgens, wenn die Schulkinder kommen, noch deutlich voller," sagt er schmunzelnd.

Kundenzahlen auf den Fähren sind explodiert

Nur eine Stunde nach der Sperrung der Nordbrücke hat der Betriebsleiter Schneider-Lux reagiert und die Ersatzfähre aufs Wasser gebracht. Zwischen Niederkassel und Graurheindorf bringen jetzt zwei Fähren ungefähr fünf Mal so viele Autos über den Rhein wie zuvor, dazu Horden an Schulklassen und das wohl noch die nächsten Jahre.

Unsere Quellen:

  • Stadtwerke Bonn
  • WDR-Reporterin im Gespräch mit Stefan Krämer von Nextbike GmbH
  • WDR-Reporterin im Gespräch mit Ingo Schneider-Lux von der Rheinfähre Mondorf
  • Veloland Sankt Augustin

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Bonn, 24.06.2026, 19:30 Uhr

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