Felicity Luby zeigt den Jungs, wie man das Tor dicht macht
WDR. 03:17 Min.. Verfügbar bis 30.07.2028.
Diese Frau ist wirklich cool - nicht nur auf dem Eis. Felicity Luby fliegen die kleinen Pucks im Training entgegen. Kaum zu sehen, aber sie hält fast alles, was ihre männlichen Kollegen vom Eishockey Club Troisdorf nur so aufs Tor donnern.
"Manchen Jungs ist sie vielleicht ein bisschen überlegen"
Auch Kraft- und Ausdauertraining gehört dazu
Zweimal pro Woche trainiert sie mit den Männern der ersten Mannschaft auf dem Eis, dazu täglich Fitness-, Krafttraining und Koordinationsübungen. Das sieht schonmal nach einer Artistenkarriere aus, wenn sie mit einem Fuß auf einem wackeligen Plastikkissen steht und gleichzeitig Bälle jongliert.
Oder sie springt auf einem Bein auf eine achtzig Zentimeter hohe Kiste. "Sie hat eine gute Physis", sagt Co-Trainer Klaus Weber. "Und manchen Jungs ist sie vielleicht ein bisschen überlegen".
Mit 13 in der U14 Nationalmannschaft
Die 21-Jährige lebt und studiert in Bonn. Eishockey ist ihre große Leidenschaft, seit sie vier Jahre alt ist. Ihr großer Bruder hatte sie mal mit ins Training genommen. Mit 13 Jahren hatte sie das erste Mal das Trikot der Nationalmannschaft an. Dann in der U16 und U18. Und da kam schon einiges an Pokalen bei rum für die beste Spielerin diverser Turniere.
Training, Spiele und Medizin-Studium
Und jetzt ist sie die Torfrau der Landesligamannschaft des ESC Troisdorf, wurde mit dem Team im vergangenen Jahr Vierte in der Landesliga. Es ist ihr Hobby, ihre große Leidenschaft. Nebenbei studiert sie Medizin im 7. Semester und hat einen sehr ausgefüllten Tag.
"Auf dem Eis ist es ein bisschen ruppiger als bei den Frauen." Felicity Luby, Eishockey Torwärtin
Trotz großem Aufwand: Geld verdient sie mit dem Sport nicht. Auch nicht, wenn sie für die Düsseldorfer Frauenmannschaft in der zweiten Bundesliga unterwegs ist. Der Unterschied zu den Männern sei im Spiel gar nicht so groß, sagt sie. "Auf dem Eis ist es ein bisschen ruppiger als bei den Frauen." Mehr nicht.
"Sie lässt sich nicht so schnell provozieren"
Felicity Luby ist die einzige Frau im Team
Für ihre Teamkollegen ist es völlig normal, eine Torhüterin zu haben. Sie schätzen ihre Ruhe und Ausgeglichenheit. "Sie ist deutlich resilienter gegenüber den Sprüchen, lässt sich nicht so schnell provozieren", sagt einer ihrer Mitspieler. Sie habe das gleiche Niveau wie ihre männlichen Tor-Kollegen, findet ein anderer.
Keine Angst vor harten Schüssen
Ganz ungefährlich sieht das nicht aus, wenn die Jungs ihr entgegenkommen und der Puck auf sie zufliegt. Angst habe sie aber nicht, sagt Felicity Luby. "Ich glaube, weil ich als Kind schon früh angefangen habe und dann auch schon früh ins Tor gegangen bin, ist das ja so, dass man mit den härteren Schüssen in seiner Altersklasse mit aufwächst."
Zahn abgebrochen, nicht so schlimm
Die Torfrau ist gut gepolstert, hat dicke Handschuhe, Körper- und Beinschutz an. Aber ganz ungefährlich ist der Sport nicht. Nach Verletzungen gefragt, lacht sie und sagt: "Mir ist mal mein Zahn zur Hälfte abgebrochen. Aber das war nicht so schlimm, der wurde wieder angeklebt." Ihr Motto: Aufstehen, Helm richten und einfach zurück ins Spiel.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
- WDR-Interview mit Felicity Luby
Sendung: WDR.de, Die Frau im Eishockeytor, 03.08.2026, 05:00 Uhr