In der ersten Studie leben sechs Probanden aus Europa 100 Tage lang in kompletter Isolation. Besuch aus der Außenwelt bekommen sie in dieser Zeit nicht, auch der Kontakt ist stark eingeschränkt.
Nur eine E-Mail pro Tag dürfen sie an die Außenwelt schreiben, einmal pro Woche gibt es die Möglichkeit für einen Video-Anruf. Mit dieser Studie will die Europäische Weltraumorganisation ESA die Auswirkungen von Isolation auf Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden untersuchen.
130 Quadratmeter für sechs Personen
100 Tage lang werden die Türen der Isolationsstation nicht geöffnet. So lange sind die sechs Probanden abgeschottet von der Außenwelt und auf sich gestellt. Geschlafen wird in übereinander gestapelten Schlafboxen. Neben einem Aufenthaltsraum mit Fitnessecke gibt es noch eine Küche, eine Vorratskammer, ein Bad und ein Behandlungszimmer.
Während der 100 Tage kontrollieren die Teilnehmenden im Behandlungszimmer etwa ihre Blutwerte und führen regelmäßig Ultraschalluntersuchungen durch. Außer in ihren Schlafboxen werden sie überall per Video und Ton überwacht.
Die Ressourcen sind knapp
Um die Verhältnisse der Isolationsstation an die Raumstation anzupassen, werden die Ressourcen streng geregelt. So weiß jede Probandin und jeder Proband genau, wie viele Lebensmittel für sie oder ihn vorgesehen sind. Nachgeliefert wird nicht. Das gilt auch für Putzmittel und Hygieneartikel.
In der Küche können sich die sechs Teilnehmenden selbst versorgen, es gibt jedoch nur eine Mikrowelle und einen Wasserkocher. Duschen dürfen die Teilnehmenden zwei Mal die Woche für je fünf Minuten.
60 Tage das Bett nicht verlassen
Ebenfalls im April startet die Bettruhestudie. Hier dürfen die Teilnehmenden 60 Tage lang das Bett nicht verlassen. Essen, duschen, der Gang zur Toilette: Alles findet im Liegen statt. Das Bett ist dabei um sechs Grad nach unten geneigt, sprich, der Kopf liegt niedriger als die Füße. So verteilt sich die Körperflüssigkeit wie in der Schwerelosigkeit in Richtung Kopf.
In diesem Jahr geht die Studie der Frage nach, warum Astronautinnen und Astronauten Koordinationsprobleme haben und wie man diesen Beeinträchtigungen entgegenwirken kann. Insgesamt 7.000 Menschen haben sich für die Teilnahme beworben, ausgewählt wurden 48 Menschen.
Unsere Quellen:
- Deutsches Luft und Raumfahrtzentrum Köln
Sendung: WDR 2 Rheinland, Lokalzeit, 27.03.2026, 12.31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Köln, 27.03.2026, 19.30 Uhr
Neue Studien in Köln: 100 Tage abgeschottet in simulierter Raumstation
Bildquelle: WDR/Friederike MüllenderWDR Studios NRW. 27.03.2026. 00:41 Min.. Verfügbar bis 26.03.2028. WDR Online.