Aus Bonn in die Welt: THW hilft seit 75 Jahren bei Katastrophen
Bildquelle: WDR/Christian von StülpnagelLokalzeit aus Köln. 22.08.2025. 3 Min. 16 Sek.. Verfügbar bis 22.08.2027. WDR. Von Christian von Stülpnagel.
Die Arbeit mit dem Plasmaschneider macht Felix Rudolph schon ein bisschen Spaß: "Es ist schon ziemlich cool, weil du mit einer großen Menge Strom Plasma erzeugst und damit richtig leicht butterweich durch Blech schneiden kannst."
Im Ernstfall kann Rudolph damit zum Beispiel die Seitenwand eines verunfallten Zuges aufschneiden, um eingesperrte Insassen zu retten. Heute, auf dem Gelände des THW-Ortsverbands in Bonn, brennt er ein Loch in eine Blechwand - da müssen seine Kollegen jetzt durchklettern, um eine verletzte Person von einem Gerüst zu retten.
So viele Freiwillige wie noch nie
Alle, die hier heute mitmachen, sind freiwillig dabei, Felix Rudolph seit acht Jahren: "Ich wollte etwas machen, neben dem Beruf. Hier kann ich etwas für die Gesellschaft tun und mich ehrenamtlich engagieren."
Damit ist Felix Rudolph einer von rund 88.000 Freiwilligen, die sich ehrenamtlich beim THW engagieren - so viele waren es noch nie in den 75 Jahren der Zivilschutzorganisation.
Gemeinschaft, Zusammenhalt, lebenslanges Lernen. Felix Rudolph, freiwilliger Helfer beim THW
THW-Laster bringen 2021 Wasser über Behelfsbrücken im Ahrtal
Bildquelle: Christoph Hardt/Geisler-Fotopres / WDR / picture alliance / Geisler-FotopressDas THW wurde am 22. August 1950 auf Geheiß des damaligen Bundesinnenministers Gustav Heinemann gegründet - um in Katastrophenfällen schnell Hilfe leisten zu können. Erstmal durften nur Männer helfen - erst nach 18 Jahren waren dann auch die ersten Frauen im Einsatz dabei.
Der größte THW-Einsatz bisher: die Flutkatastrophe 2021
Aus dem Leitungs- und Koordinierungsstab werden große Einsätze gesteuert.
Bildquelle: Christian von Stülpnagel"Wir sorgen dafür, dass die Leute in solchen Fällen möglichst schnell wieder ihren normalen Alltag leben können", erklärt Dennis Wolf den Zweck des THW. Er arbeitet im Leitungs- und Koordinierungsstab in Bonn: Von hier aus werden alle großen Einsätze koordiniert. Etwa die Flut an Ahr und Erft 2021, wo 17.000 THWler beim Retten und Aufräumen geholfen haben. Der größte Einsatz der THW-Geschichte.
Finanziert wird die Arbeit noch heute über Gelder aus dem Bundeshaushalt - rund eine halbe Milliarde Euro bekommt das THW jährlich. Zusätzlich erhält die Organisation aber auch Geld über Spenden.
Immer mehr Einsätze - auch wegen des Klimawandels
Nach einer halben Stunde ist die verunfallte Puppe vom Gerüst gerettet.
Bildquelle: WDR/Christian von StülpnagelDass das Geld auch nötig ist, zeigt sich in den zunehmenden Einsätzen, die das THW hat: "Allein im letzten Jahr hatten wir drei Hochwasserereignisse bundesweit", sagt Dennis Wolf: "Früher hatte man zehn Jahre zwischen solchen Ereignissen, da muss man sich schon auf die kürzeren Abstände einstellen."
Auch in Bonn – wo die verunfallte Puppe nach einer halbe Stunde in Sicherheit ist. Helfen zu können, das ist ihnen hier besonders wichtig, sagt Felix Rudolph. Und: "Gemeinschaft, Zusammenhalt, lebenslanges Lernen."
Unsere Quellen:
- THW
- Reporter vor Ort
Über dieses Thema berichten wir am 22. August 2025 auch im WDR Fernsehen: Lokalzeit aus Bonn, 19.30 Uhr.