Viele Verstöße mit E-Scootern in Wuppertal

Lokalzeit Bergisches Land 00:45 Min. Verfügbar bis 16.07.2027

Viele Verstöße mit E-Scootern in Wuppertal

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Die Stadt Wuppertal hat im vergangenen Jahr rund 400 Verfahren im Zusammenhang mit E-Scootern eingeleitet. Auch die Polizei im Städtedreieck Wuppertal-Remscheid-Solingen kritisiert auf Anfrage des WDR eine anhaltend hohe Zahl von Verkehrsvergehen.

Von Lutz Polanz

In 61 Verfahren verhängte das Wuppertaler Ordnungsamt 2024 Bußgelder wegen Verstößen, bei denen die E-Scooter-Fahrer rote Ampeln ignorierten. Besonders ärgerlich ist aber das verkehrsbehindernde Parken auf Gehwegen, das die Mehrzahl der Vergehen ausmacht. In der Regel wendet sich die Stadt bei Verstößen an die Vermieter der Fahrzeuge. Wenn diese die personenbezogenen Daten weiterleiten, wird das Verfahren gegen den Fahrer weiterbetrieben. Tun sie es nicht, müssen sie selber zahlen, so die Stadt auf WDR-Anfrage.

Zahlreiche Verletzte

Rücksichtslosigkeit und mangelnde Kenntnis von Verkehrsregeln kritisiert auch die Polizei in Wuppertal, Remscheid und Solingen. Im vergangenen Jahr zählte sie 15 Schwerverletzte und 84 Leichtverletzte bei Unfällen mit E-Scootern. Auch, weil die Fahrer verbotenerweise Bürgersteige und Fußgängerzonen nutzten.

Die vergleichsweise instabilen Roller brächten zudem eine hohe Sturzgefahr mit sich. Viele Nutzer trügen bei der Fahrt aber keinen Helm. Das erhöhe das Risiko für schwere Kopfverletzungen, erklärt Stefan Weiand von der Wuppertaler Polizei.

Verkehrssicherheit gefährdet

Zu den drängendsten Problemen zählt die Polizei aber auch das Fahren unter Drogen- und Alkoholeinfluss. Für Rollerfahrer gelten dabei dieselben Grenzwerte wie für Autofahrer.

Doch das Bewusstsein dafür sei bei vielen nicht vorhanden, sagt die Polizei. Ebenso wenig dafür, dass das Mitnehmen weiterer Personen nicht erlaubt sei. "Immer wieder erleben wir es, dass auf einem Roller zwei - manchmal sogar drei - Personen unterwegs sind", sagt Stefan Weiand. In 120 solcher Fälle hat die Polizei Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung auch geahndet.

Appell an die Eltern

In der Regel dürfen Leihroller nach den Bestimmungen der Verleihfirmen nur von Personen genutzt werden, die mindestens 18 Jahre alt sind. Doch das ist oft nicht der Fall, weil Eltern ein Auge zudrücken. Sie seien dann zwar offiziell bei den Verleihfirmen registriert, fahren würden aber die Kinder. Das sei mit ein Grund, warum es so viele Verstöße gegen Verkehrsregeln gebe. Einfach, weil viele Jugendliche sie nur unzureichend kennen und im Umgang damit ungeübt seien, sagt die Polizei. Sie appelliert deshalb an die Eltern, das nicht zuzulassen.

Sonst müssten die Eltern damit rechnen, selbst ein Bußgeld zu bekommen, im Behördendeutsch wegen "Überlassung des Fahrzeugs an nicht geeignete Personen". Bei Aufsichtsverletzungen der Eltern droht zudem eine Schadenersatzpflicht, wenn Kinder und Jugendliche mit den Rollern Schäden verursachen oder andere verletzen.

Viele Verstöße mit E-Scootern in Wuppertal

WDR Studios NRW 16.07.2025 00:46 Min. Verfügbar bis 16.07.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Stadt Wuppertal
  • Polizei Wuppertal
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort

Über dieses Thema berichten wir am 16.07.2025 auch im WDR Fernsehen: Lokalzeit Bergisches Land, 19.30 Uhr.

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