Die Folgen der Brände auf das Rheinland
Bildquelle: WDR/Sebastian TittelbachWDR. 02:25 Min.. Verfügbar bis 19.08.2028.
Der Brandherd in Belgien ist mehr als 60 Kilometer von Bonn entfernt und trotzdem sind die Folgen auch am Rhein zu spüren – am besten mit der Nase. Je nach Wind ist der Rauch mal stärker, mal schwächer wahrnehmbar. Manche erinnert er an einen Grillabend oder an ein Kaminfeuer.
Gesundheitsrisiken durch Feinstaub
Dr. Simon Herkenrath leitet die Pneumologie an den GFO-Kliniken in Bonn; er sieht den Feinstaub in der Luft als ein Problem an, auch wenn der Rauch nur stark verdünnt in Bonn ankommt. Patientinnen und Patienten mit chronischen Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten vorsichtig sein, außerdem seien Frauen in der Spätschwangerschaft betroffen:
"Wir wissen auch, dass diese Feinstaubbelastungen zu frühgeburtlichen Problemen führen können." Dr. Simon Herkenrath, Chefarzt Pneumologie GFO-Kliniken Bonn
Dr. Simon Herkenrath sieht den Feinstaub in der Luft als ein Problem an
Bildquelle: WDR/Sebastian TittelbachVerdacht auf Schwermetalle im Regen
Der Bonner Wetterdienstleister Donnerwetter hat den Regen der vergangenen Tage untersucht. Ein Schnelltest auf Schwermetalle habe angeschlagen, berichtet der Geschäftsführer und Klimatologe Karsten Brandt. Er geht davon aus, dass die Torfböden in Belgien durch die Brände Quecksilber in die Luft abgegeben haben.
Messungen des Landesamtes geben Entwarnung
Das zuständige Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW hat am Dienstag (18.08.) mit einem Umweltmesswagen bei Monschau die Schadstoffbelastung gemessen. Nach Angaben eines Behördensprechers lagen alle vor Ort erhobenen Messwerte "unterhalb der relevanten Werte für anhaltende und schwere gesundheitliche Auswirkungen". Allerdings seien die Niederschläge nicht auf Schwermetalle wie Quecksilber untersucht worden.
Warnung per App: Aufklärung statt Alarm
In Bonn ziehen wegen der Tallage Luftschadstoffe schlechter ab
Bildquelle: WDR/Sebastian TittelbachDass die Feuerwehren in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis über die NINA-App eine Warnung vor Geruchsbelästigung herausgegeben haben, bedeutet keine Gesundheitsgefahr, sondern dient der Aufklärung, erläutert Frank Frenser von der Bonner Feuerwehr. Wegen des zunächst unklaren Brandgeruchs waren allein in Bonn bis zu 150 Notrufe pro Stunde eingegangen und hatten die Leitstelle an ihre Leistungsgrenze gebracht.
Verhaltenstipps für Sportler
Zur Vorsicht rät Chefarzt Simon Herkenrath, wenn Regen fällt, da über die Haut auch krebserregende Stoffe aufgenommen werden könnten. Und wer draußen Sport treiben will, sollte vorher die aktuellen Feinstaubwerte in der Umgebung überprüfen.
Unsere Quellen:
- WDR-Interview mit Dr. Simon Herkenrath, Chefarzt Pneumologie GFO-Kliniken Bonn
- WDR-Interview mit Frank Frenser, Sprecher Feuerwehr Bonn
- Gespräch mit Karsten Brandt, Geschäftsführer Donnerwetter GmbH
- Stellungnahme Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bonn, 19.08.2026, 19:30 Uhr
