Wohnen und Gewerbe im früheren Fernmeldeamt in Wuppertal
03:14 Min.. Verfügbar bis 18.11.2027.
Wohnen und Gewerbe im früheren Fernmeldeamt in Wuppertal
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Das frühere Fernmeldeamt der Telekom in Wuppertal galt lange als "Problem-Immobilie". Jahrzehntelang stand das riesige Gebäude in Elberfeld leer – bis jetzt. Eine Wuppertaler Immobiliengruppe will dort Wohnen und Gewerbe möglich machen.
Früher war das Wuppertaler Fernmeldeamt die Kommunikationszentrale für das Bergische Land. In Betriebe genommen im Jahr 1929, war es in den Anfängen des Telefons unverzichtbar für zunächst einige, dann immer mehr Haushalte, die mit dem Telefonnetz verbunden waren. Der Bau ersetzte das Telegrafenamt Elberfeld des Reichspostministeriums, das schlicht zu klein wurde für die wachsende Zahl von Telefonanschlüssen. Heute steht die gesamte Immobilie unter Denkmalschutz.
Gebaut mit Liebe zum Detail
Besonders prägnant im Innern ist das Foyer des Gebäudes mit seinem geschwungenen Treppenhaus. Viel Liebe zum Detail bewiesen die Bauherren in den 1920er Jahren auch bei den verzierten Türeinfassungen, bei Treppengeländern und besonders beim Dach: "Mich erinnert das Dach mit seinen Gauben an eine Reptilienhaut", sagt der Architekt Dominik Gerlich. "Diese Schindeln aus Schiefer sind ganz individuell verlegt, heute würde man das gar nicht mehr so bauen". Diese historischen Bau-Elemente müssen die Investoren erhalten oder detailgenau nachbauen.
Wohnen und Gewerbe im früheren Fernmeldeamt
Insgesamt 6.000 Quadratmeter stehen für die Entwicklung von Wohn- und Gewerbeflächen zur Verfügung. Büros sind zum Beispiel im Erdgeschoss geplant. Die riesigen Säle, in denen früher die Telefongespräche im Bergischen Land vermittelt wurden, bieten Platz für insgesamt etwa 90 Wohnungen. Projektleiter bei der Wuppertaler Ferox-Immobiliengruppe ist Philipp Roth: "Das werden eher kleine Wohnungen für Studierende oder für junge Arbeitnehmer. Wir sind auch zum Teil barrierefrei, das heißt, auch Senioren könnten sich für unsere Wohnungen interessieren." Die Wohnungen werden in einem "Haus-in-Haus"-System in die Säle eingebaut. Möbliert, viele auf zwei Ebenen. Einen zweistelligen Millionenbetrag will das Unternehmen im früheren Fernmeldeamt investieren.
Stadt freut sich über Verkauf der Immobilie
Die Stadt freut sich darüber, dass ein lange leerstehendes Gebäude nun endlich saniert wird. "Wir müssen auch an diese innerstädtischen Immobilien ran", sagt Jochen Braun, Leiter des Ressorts Bauen und Wohnen bei der Stadt Wuppertal. "Das ist ja viel effizienter und klimaschonender als das Bauen auf der grünen Wiese". Die Stadt lege großen Wert auf den Mix von Wohnen und Gewerbe. Erste Pläne für das Design und den Zuschnitt sind schon fertig. Im Jahr 2027 sollen die ersten Mieter einziehen.
Unsere Quellen:
- Stadt Wuppertal
- Ferox Immobiliengruppe
- Reporter vor Ort
Über das Thema berichten wir am 18.11.2025 auch im Fernsehen: WDR Lokalzeit Bergisches Land um 19:30 Uhr.