Aquathermie: Wärme durch Abwasser

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WDR 18.08.2026 03:03 Min. Verfügbar bis 11.03.2037

Aquathermie im Ruhrgebiet Wie Wärme aus Abwasser gewonnen wird

Stand:

Projekte im Ruhrgebiet zeigen, wie Energie aus dem Abwasser gewonnen werden kann - und das könnte bei der Energiewende helfen.

Von Carsten Koch

Duschen, Spülen oder Waschen - all das verursacht Abwasser. Das verschwindet in unterirdischen Kanälen und landet am Ende in der Kläranlage. Auf dem Weg dahin kann es aber auch Energie erzeugen. Aquathermie heißt die Methode, die sich mit der Wärmegewinnung aus dem Abwasser beschäftigt.

Bochumer Hallenbad deckt mit Aquathermie Großteil des Wärmebedarfs

"Das Abwasser hat eine konstant hohe Temperatur, wenn es in die Kanäle geht, rund 25 Grad. Deshalb ist es eine verlässliche Energiequelle", erklärt Professor Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender von Emschergenossenschaft und Lippeverband, kurz EGLV.

Eine Wärmepumpe im Keller des Hallenbades

Eine Wärmepumpe wandelt Abwasser in Energie um

Bildquelle: WDR/Carsten Koch

Im Bochumer Hallenbad Hofstede deckt die Aquathermie inzwischen rund 65 Prozent des Wärmebedarfs. Und umweltfreundlich ist das Ganze auch noch: etwa 40 Prozent klimaschädliches CO2 werden eingespart.

Aquathermie vor allem für bevölkerungsreiche Gebiete geeignet

"Da, wo viele Menschen wohnen, zum Beispiel im Ruhrgebiet, gibt es auch ein dichtes Netz an Abwasserkanälen. Das ist wichtig, weil die Gebäude, die von der Abwasserwärme profitieren können, nicht zu weit von den Kanälen entfernt liegen dürfen", erläutert Aquathermie Gruppenleiter Adrian Treis von der EGLV. "Sonst geht zuviel Wärme unterwegs verloren."

Zwei Männer stehen draußen und lächeln

Prof. Uli Paetzel, Vorstandvorsitzender der EGLV (links) und Adrian Treis, Leiter des Aquathermieprojektes

Bildquelle: WDR/Carsten Koch

Wenn das Potenzial der Aquathermie voll ausgeschöpft würde, könnte man damit irgendwann zehn bis 12 Prozent des gesamten Wärmebedarfs in den Städten decken, glauben die Verantwortlichen.

"Angesichts der weltpolitischen Krisen ist es nun wirklich so, dass wir einen echten Schatz im Abwasser haben und damit das Thema Unabhängigkeit von Energielieferungen aus anderen Ländern viel stärker nutzen müssten." Prof. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der EGLV

Neben den schon länger bestehenden Pilotprojekten, dem Hallenbad in Bochum und einem Seniorenwohnsitz in Dortmund, sind jetzt weitere Anlagen geplant und zum Teil schon im Bau.

Unsere Quellen:

  • EGLV Emschergenossenschaft und Lippeverband
  • Hallenfreibad Bochum Hofstede

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Ruhr, 17.08.2026, 19.30 Uhr

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