Stahlwerk Arcelor Mittal in Duisburg soll schließen

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42 Sek. Verfügbar bis 01.09.2028

550 Arbeitsplätze in Duisburg Stahlwerk in Duisburg soll schließen

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Ab Oktober 2027 soll die Stahlerzeugung am Duisburger Standort von ArcelorMittal enden. Das Unternehmen hat entsprechende Pläne bestätigt.

Bereits am Morgen hatte das Unternehmen die Beschäftigten der Frühschicht über die Pläne informiert. Andere Mitarbeiter sollen per E-Mail von den Plänen erfahren haben. Demnach sollen das Stahlwerk, die Stranggießanlage und das Knüppelwalzwerk geschlossen werden. Das würde den Wegfall der meisten der aktuell 800 Arbeitsplätze in Ruhrort bedeuten. ArcelorMittal spricht von 550 Arbeitsplätzen, die betroffen wären. Voraussetzung ist noch die Zustimmung des Aufsichtsrats.

Nur ein Teil des Werkes soll weiterbetrieben werden

Einzig das Drahtwalzwerk soll weiterlaufen. Die Rohstoffe dafür kommen künftig nicht mehr aus Duisburg. Stattdessen will ArcelorMittal diese sogenannten Halbzeuge von anderen Standorten des Konzerns und von externen Herstellern beziehen. Auch das ArcelorMittal-Werk in Hamburg soll Knüppel nach Duisburg liefern.

Stahlwerk, Knüppelwalzwerk und Drahtwalzwerk

Im Stahlwerk wird aus dem angelieferten Roheisen Stahl hergestellt. Der wird dann im Knüppelwalzwerk zu Stahlblöcken verarbeitet: Den sogenannten Knüppeln. Im Drahtwalzwerk werden diese Knüppel weiter gewalzt, um Material für weitere Verarbeitung von Stahlprodukten herzustellen.

Roheisenlieferungen von Thyssenkrupp enden 2027

Hintergrund der geplanten Schließungen ist das Ende eines langjährigen Liefervertrags mit Thyssenkrupp Steel. Seit 1997 lieferte Thyssenkrupp flüssiges Roheisen an ArcelorMittal in Duisburg. Zuletzt waren es nach Angaben der IG Metall rund 750.000 Tonnen im Jahr.

ArcelorMittal hatte bereits im Dezember 2024 den Liefervertrag einseitig zu Ende September 2027 gekündigt. Das Unternehmen begründete das damals vor allem mit deutlich steigenden CO2-Kosten. In der Folge hatten die Verantwortlichen versucht, Roheisen aus anderen Quellen zu besseren Konditionen ab Herbst 2027 zu beziehen - erfolglos, wie heute bekannt wurde.

Fertige Stahl Coils stehen im Stahlwerk der ArcelorMittal Eisenhuettenstadt GmbH

Fertige Stahl Coils stehen im Stahlwerk der ArcelorMittal Eisenhuettenstadt GmbH

Bildquelle: Thomas Trutschel/photothek.net

Sie hatten auch geprüft, ob es möglich wäre, die Stahlproduktion in Duisburg mit einem Elektro-Lichtbogenofen zu dekabonisieren. Doch auch diese Variante habe sich nicht als wirtschaftlich tragfähig erwiesen. Darüber hinaus verweist das Unternehmen auf schwierige Bedingungen für die europäische Stahlindustrie.

Betriebsversammlung und Sozialplan

Am Morgen hatte der Betriebsrat in einer Sondersitzung über die Schließungspläne beraten, am Nachmittag trafen sich die Vertrauensleute. Ein ArcelorMittal-Mitarbeiter heute: "Wir wurden von den Informationen heute völlig überrascht. Wir hatten erst Anfang kommender Woche mit damit gerechnet. Natürlich sorgen sich jetzt die meisten, wie es weitergehen soll."

Bereits für kommenden Montag (07.08.) hat der Betriebsrat zwei Betriebsversammlungen angekündigt, um auch mit den Beschäftigen die aktuellen Entwicklungen zu erörtern. Gespräche über einen Sozialplan sollen im September beginnen

Unsere Quellen:

  • Gepräche mit Mitarbeitern bei ArcelorMittal
  • Thyssenkrupp Steel
  • Pressemitteilung ArcelorMittal
  • Gespräch mit Unternehmenssprecher ArcelorMittal

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Duisburg, 01.09.2026, 18:08 Uhr

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