Junge Ennepetalerin fährt 1.100 km mit dem Skateboard
WDR. 03:09 Min.. Verfügbar bis 11.03.2037. Von Sascha Bacinski.
"Es klingt irgendwie unrealistisch, wenn man es so laut ausspricht." Mia Djuric kann selbst kaum glauben, was sie da vor hat. "Dieses Jahr möchte ich von Oslo, also Norwegen, durch Schweden fahren, ein bisschen durch Dänemark, dann nach Norddeutschland, bis zur Seehundstation in Friedrichskoog", zählt die 22-Jährige auf, wie sich die Tour gestalten soll. Und das alles auf dem Skateboard versteht sich.
31 Tage auf dem Skateboard
Wenn alles so läuft, wie Mia sich das vorstellt, wird sie 31 Tage auf ihrem Skateboard unterwegs sein. Inklusive Ruhetage. Die Ennepetalerin ist früher schon mit dem Skateboard überall hingefahren, zur Schule oder zu Verabredungen. Bereits mit 14 Jahren hat sie das erste Mal die Idee, eine längere Tour zu machen.
"Es ist ja oft so, dass Fahrradfahrer so größere Radtouren machen. Wenn die das mit dem Fahrrad können, könnte man es doch vielleicht mal mit dem Skateboard probieren." Mia Djuric
Letztes Jahr schon 600 Kilometer bis nach Sylt
Und gesagt, getan. Bereits im vergangenen Jahr gab es sozusagen die Generalprobe. Da hat Mia sich schon einmal auf eine lange Reise begeben. Von ihrer Heimat Ennepetal bis nach Sylt. Über 600 Kilometer, 19 Tage ist sie damals unterwegs.
Mia Djuric mit ihrem Skateboard auf Sylt.
"Ich bin jeden Tag im Schnitt 40 Kilometer gefahren, das war okay. Dadurch, dass ich mich auch nicht jeden Tag gestresst habe, sondern in meinem Tempo gefahren bin, konnte ich auch auf längere Distanz diese Ausdauer beibehalten", erzählt Mia von ihrer Tour nach Sylt.
Nicht zu viele Berge und gute Wege sind wichtig
Die Erfahrungen, die sie im letzten Jahr gemacht hat, sollen ihr auch jetzt helfen. Auch wenn es ein bisschen weiter ist. Wichtig war für sie vor allem die präzise Routenplanung. Denn wer mit dem Skateboard unterwegs ist, muss darauf achten, dass nicht zu viele Berge auf dem Weg kommen, außerdem sollte der Boden, wenn möglich, asphaltiert sein. "Dann muss ich auch noch darauf achten, ob es da Supermärkte gibt, wo ich übernachte", sagt Mia.
Skateboard-Tour mit leichtem Gepäck
Denn Wasser oder Verpflegung kann sie nicht viel mitnehmen. Auch kein Zelt. Sie reist mit einem Rucksack und leichtem Gepäck. Ansonsten wäre die Strecke kaum zu schaffen. Das bedeutet natürlich auch, dass sie in Hotels oder Herbergen schlafen muss: "Da muss ich natürlich dann auch genau die Check-In-Zeiten beachten." Mehrere Wochen hat Mia Djuric ihre Tour geplant, jedes Detail muss stimmen. Die Mediengestalterin hat sich für die Zeit Urlaub genommen und steckt auch einiges an Geld in ihr Abenteuer.
Eine Tour für den guten Zweck
Alles für den guten Zweck. Denn dass sie ausgerechnet die Seehundstation in Friedrichskoog als Zielort hat, ist kein Zufall. Bei ihrer Reise im vergangenen Jahr hat sie dort Halt gemacht und war begeistert von der Arbeit vor Ort. Da sich die Seehundstation zu einem großen Teil aus Spenden finanziert, möchte Mia gerne helfen: "Ich hatte mir überlegt, wenn ich nochmal so eine Reise mache, dann einen Spendenlauf zu machen." Während ihrer Tour sammelt sie darum nun Spenden für die Seehundstation.
Mutter Tanja Djuric ist mächtig stolz auf ihre Tochter. Bei der Tour letztes Jahr hat sie sich noch ein paar Sorgen gemacht, aber jetzt weiß sie, dass Mia gut vorbereitet ist.
Mia Djuric mit ihrer Mutter Tanja.
"Ich bin einfach zuversichtlich, dass alles gut gehen wird. Wir leben im Zeitalter von Handys und wir sind jeder Zeit erreichbar", sagt sie und freut sich besonders, dass ihre Tochter für einen guten Zweck fährt.
Am 6. August soll die Reise losgehen. Zuerst fliegt die Ennepetalerin nach Oslo, bleibt dort einen Tag und macht sich dann auf ihre ungewöhnliche Reise mit dem Skateboard.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Mia Djuric
- Gespräch mit Tanja Djuric
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Dortmund, 23.07.2026, 19:30 Uhr
