Tiny Classrooms in Gelsenkirchen

Uni baut nachhaltige Pop Up Klassenzimmer

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Die Westfälische Hochschule entwickelt ein innovatives Bauprojekt: "Tiny Classrooms". Die sollen Platzprobleme an Schulen lösen.

Drei junge Dozenten der Westfälischen Hochschule sitzen um ein Modell ihres "Tiny House". Sie tüfteln an einer neuen Variante ihres nachhaltigen Mini-Hauses. Sie sollen für weiterführende Schulen in Herne transportable Klassenzimmer für den Schulhof entwickeln.

In zwei Jahren sollen mobile Klassenräume fertig sein

"Wir haben jetzt zwei Jahre Zeit, um ein Klassenzimmer in Modulbauweise fertigzustellen", sagt die 41-jährige Projektmanagerin Lisa Hegemann. In den vergangenen drei Jahren hat sie mit Maschinenbauer Lukas Rauer und Wirtschaftsingenieur Matthias Rheinlaender an der Grundidee eines nachhaltigen Minihauses geforscht.

Das Tiny House ist mit Fußbodenheizung und Klimaanlage ausgestattet | Bildquelle: WDR, Carmen Krafft

Der Prototyp der smarten Hütte steht vor der Werkhalle der Westfälischen Hochschule auf einem Anhänger. Das Dach besteht aus Photovoltaik-Panelen, die Holzwände und der Boden können von zwei Leuten zusammengesteckt werden. Eine Woche Arbeit, fertig ist die nachhaltige Hütte.

"Damit haben wir uns beim 'Start up Transfer NRW' beworben und gerade 270.000 Euro Fördermittel bekommen", sagt Lisa Hegemann. Bis aus dem "Tiny House" ein "Tiny Classroom" wird, gibt es allerdings noch viel zu tun. "Der Klassenraum wird mit 60 Quadratmetern dreimal so groß, darf aber kein Schlauch sein", beschreibt der 40-jährige Matthias Rheinlaender die Herausforderung.

Bau-Module werden einfach zusammengesteckt

Projektleiter Matthias Rheinlaender überwacht die Fertigung der Module in der Maker Space Werkhalle der Hochschule | Bildquelle: WDR, Carmen Krafft

Ein Besuch an der CNC-Fräsmaschine in der Werkhalle der Hochschule zeigt, wieviel Präzisionsarbeit in dem Haus in Lego-Bauweise steckt. Die Holzplatten haben sauber ausgefäste Rundungen - wie beim Puzzle. "Die sitzen spack, man braucht noch nicht einmal einen Akkubohrer", so Rheinlaender.

Die Idee sei, Schüler später beim Aufbau auf dem Schulhof mit einzubinden. "So wird das Ausweich-Klassenzimmer ganz anders gewertschätzt." Zwar habe das Häuschen weder Wasser-Zufuhr noch Abwasserrohrer: "Aber Fußboden-Heizung und Klimaanlage werden aus der Photovoltaik-Anlage gespeist", so der 41-jährige Lukas Rauer.

"Ziel ist es, ein erfolgreiches Start Up an den Markt zu bringen." Projektteam "Tiny Classroom"

Nicht nur Schulen haben von der innovativen Idee Wind bekommen. "Wir haben Anfragen bis hin zur privaten Jagdhütte", erzählt Rheinlaender und lacht. Mit einem niedrigen sechsstelligen Betrag sei der geplante Kauf-Preis für ein "Tiny Classroom" auf jeden Fall günstiger als Containerlösungen. Und nachhaltiger. "Wird das Haus nicht mehr gebraucht, können wir alles auseinander bauen und wieder verwerten", so Rheinlaender.

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
  • Gespräch mit Dozenten der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Ruhr, 31.07.2026, 19:30 Uhr