Wenn ein Mensch stirbt, ist es Angehörigen oft wichtig, den Leichnam noch einmal aufgebahrt zu sehen. Sie möchten sich im Bestattungsunternehmen oder in der Trauerhalle am offenen Sarg verabschieden.
Dabei ist in diesen Tagen Eile geboten. Denn die Trauerhallen auf Friedhöfen sind oft vor Jahrzehnten gebaut worden und nicht klimatisiert.
Hitze stellt Bestatter in Südwestfalen vor Probleme
Bildquelle: INTERTOPICS/eyevineWDR. 05.08.2026. 00:31 Min.. Verfügbar bis 05.08.2028. WDR Online.
Abschiedsräume oft ohne Klimaanlage
Und auch in den Bestattungsunternehmen gibt es Probleme. Zwar stehen die verschlossenen Särge mit den Verstorbenen in einem Raum mit Kühlung. Der eigentliche Abschiedsraum aber muss oft ohne Klimaanlage auskommen.
"Vor allem bei Gewitterluft verändern sich die Leichen nach nur einer Stunde schon sichtlich." Ralf Wendland, Bestatter und Geschäftsführer der Feuerbestattung Sauerland in Lüdenscheid
Auch Medikamente, die die Verstorbenen zuvor eingenommen haben, können demnach Einfluss darauf haben, wie schnell die Verwesung voranschreitet. Ralf Wendland und andere Bestatter bitten die Angehörigen daher, möglichst bald zu kommen und nicht allzu lange zu bleiben, damit der Sarg wieder verschlossen werden kann.
Leichenwagen heizen sich in der Sonne schnell auf
Auch auf dem Weg zur Erdbestattung auf dem Friedhof oder zur Einäscherung im Krematorium sollte es derzeit so schnell wie möglich vorangehen. Denn Leichenwagen haben in aller Regel nur vorne beim Fahrer eine Klimaanlage, hinten beim Sarg heizen sich die schwarzen Autos innerhalb von Minuten auf.
"Teilweise macht sich dann bei Trauerfeiern schon ein unangenehmer Geruch bemerkbar." Ralf Wendland, Bestatter
Sargträger bekommen Kreislaufprobleme
Stickige Luft, hohe Temperaturen und meist schwarze Kleidung - das alles macht Bestattern und Trauergästen in diesen Tagen zu schaffen. Sina Wende führt ein Bestattungsunternehmen in Kierspe. Es sei schon vorgekommen, dass Sargträger Kreislaufprobleme bekommen haben, weil sie lange in der Sonne am Grab standen. Daher dürfen sie nun auch ohne Sakko arbeiten.
Sonnenschirme, Stühle und Wasserflaschen am Grab
Sina Wende stellt daher, wann immer es geht, Sonnenschirme am Grab auf und einige Stühle, damit vor allem ältere und gesundheitlich angegriffene Trauergäste ein bisschen geschützt sind.
Auch Wasserflaschen seien in diesen Tagen immer in Reichweite. Die Bestatterin selbst trägt dienstlich gerade gerne weiße oder schwarz-weiße Oberteile.
Blumendeko wird erst kurz vor der Trauerfeier aufgebaut
Auch eine andere Berufsgruppe leidet gerade unter den Temperaturen - und mit ihr die Blumengebinde und Kränze. Die Floristin Ines-Maria Paschedag aus Menden beginnt normalerweise ein bis zwei Tage vor einer Bestattung mit den Vorbereitungen. Jetzt bekommt sie täglich Blumen vom Großhandel und muss sie sehr kurzfristig verarbeiten. Erst kurz vor den Trauergästen kommt die Blumendeko am Friedhof an.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Ralf Wendland, Bestatter aus Lüdenscheid
- Gespräch mit Sina Wende, Bestatterin aus Kierspe
- Gespräch mit Floristin Ines-Maria Paschedag aus Menden
Sendung: WDR.de, Hitze stellt Bestatter in Südwestfalen vor Probleme, 05.08.2026, 05:58 Uhr