Rund 190 Menschen arbeiten im Werk des norwegischen Aluminium-Konzerns Norsk Hydro in Lüdenscheid. Vor zwei Wochen hieß es dann: Das Werk soll geschlossen werden. Und das schon nächstes Jahr.
Fabian Ferber von der Gewerkschaft IG Metall spricht von einer "Sauerei": Normalerweise besprechen Unternehmen solche Schließungspläne mit Gewerkschaften. Man entwickele zusammen Pläne, wie die Schließung möglichst sozialverträglich für die Beschäftigten abläuft. Das sei hier nicht passiert.
Die plötzliche Schließung wolle die Gewerkschaft auf keinen Fall akzeptieren, sagt Ferber. Sie solle später oder gar nicht passieren, sagt Ferber.
Letztes Jahr: Investitionen in Millionenhöhe
Betriebsrat Holger Triebert ist maßlos enttäuscht von der Unternehmensführung. Er sprach am Mittwochvormittag (10.12.2025) noch einmal mit allen Mitarbeitenden während einer Betriebsversammlung. Betriebsrat und Gewerkschaft wollen jetzt gemeinsam an einem Konzept zur Erhaltung des Standorts in Lüdenscheid arbeiten.
"In den letzten Betriebsversammlungen wurde noch beteuert, dass dem Standort Lüdenscheid nichts passieren würde. Wir hätten nie mit solch einer tragischen und weitreichenden Aussage gerechnet", so Triebert.
"So mit Mitarbeitern umzugehen, das ist niederträchtig" Holger Triebert, Betriebsrat Hydro Extrusion Lüdenscheid GmbH
Für viele in Lüdenscheid ist die plötzliche geplante Schließung eine Überraschung. Vergangenes Jahr habe das Unternehmen noch in Millionenhöhe ins Werk investiert. Zunächst hatte die IG Metall von 160 betroffenen Mitarbeitern gesprochen, inzwischen hat das Unternehmen bestätigt, dass es 190 sind.
190 Arbeitsplätze: Norsk Hydro will Werk in Lüdenscheid schließen
Bildquelle: WDR/Denis StephanWDR Studios NRW. 10.12.2025. 00:52 Min.. Verfügbar bis 11.12.2027.
Unsere Quellen:
- Fabian Ferber, IG Metall Märkischer Kreis
- Norsk Hydro
- WDR-Recherche
Sendung: WDR 2 Südwestfalen, Lokalzeit, 10.12.2025, ab 16.31 Uhr