Am Freitag ist in NRW letzter Schultag vor den Osterferien. Danach heißt es für viele: Ab in den Süden! Vielleicht auch ans Meer. Problem dabei: Wer mit dem Auto fährt, muss deutlich mehr für Diesel und Benzin bezahlen als bei früheren Reisen.
Sorge vor weiterem Preis-Anstieg bei Diesel und Benzin
Am Dienstag ließ Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sogar die Sorge anklingen, dass die Preise für Benzin, Diesel und Kerosin noch mal deutlich anziehen könnten. Bei einer Energiekonferenz in den USA warnte sie am Dienstag vor einer möglichen Treibstoffknappheit im Falle eines längeren Iran-Kriegs:
"Noch sehen wir keine Knappheiten beim Volumen, aber wenn der Konflikt nicht endet, rechnen wir damit vermutlich Ende April oder im Mai." Katherina Reiche, Bundeswirtschaftsministerin
Bei näherer Betrachtung muss man bei den Treibstoffen allerdings unterscheiden. Diesel und Kerosin seien vom Iran-Krieg und der teilweisen Blockade der Meerenge von Hormus viel stärker betroffen als Benzin, sagte Energiepreisexperte Hagen Reiners von Argus Media, einem unabhängigen Anbieter von Preisinformationen für die globalen Energie- und Rohstoffmärkte, am Mittwoch dem WDR. Seine Einschätzung daher:
"Dass in Deutschland in absehbarer Zeit Benzin knapp wird, halte ich für unwahrscheinlich." Hagen Reiners, Energiepreisexperte
Der Grund: "Deutschland produziert mehr Benzin als es verbraucht", so Reiners. Dadurch sei bei den Benzin-Vorräten nicht so schnell zu spüren, wenn für die Raffinerien weniger Rohöl zur Verfügung steht. Ohnehin habe Deutschland im vergangenen Jahr nur knapp sechs Prozent seiner Rohöl-Importe aus dem Nahen Osten bezogen.
Bei den beiden anderen Treibstoffen sei das genau andersrum, sagte Reiners: "Deutschland produziert weniger Diesel als es verbraucht." Das gelte auch für ganz Europa und genauso für Kerosin. Etwa ein Drittel des Bedarfs an fertigem Diesel müsse Deutschland importieren. Aus diesem Grund sei auch der Preisanstieg bei Diesel seit Beginn des Iran-Kriegs viel größer als bei Benzin.
Wie man in den Osterferien beim Tanken sparen kann
Bildquelle: WDRWDR. 25.03.2026. 02:09 Min.. Verfügbar bis 24.03.2028. WDR Online.
Ende des Iran-Kriegs weiter nicht in Sicht
Dass der Konflikt rund um den Iran bald endet, ist übrigens nicht in Sicht. Erst am Mittwochmorgen dementierte ein Sprecher des iranischen Militärs, dass Verhandlungen mit den USA absehbar seien. Und ergänzte:
"Weder werdet ihr in der Region investieren können, noch werdet ihr die früheren Preise für Energie und Öl wiedersehen." Chatam al-Anbija, ein Sprecher des iranischen Militärs
Wo ihr bei Reisen in Europa günstig tanken könnt
Die Sorgen über den weltweiten Ölpreis bleiben also bestehen - und damit auch über die Preise an den Tankstellen. Wer aber in den Osterferien ins Ausland fährt, kann beim Tanken richtig sparen. Das zeigt ein Spritpreis-Vergleich der Europäischen Kommission. Jede Woche am Donnerstag veröffentlicht die Behörde die Tagesdurchschnittspreise vom vergangenen Montag.
Am günstigsten sind Benzin und Diesel derzeit in Bulgarien. Der Grund: Die Regierung hat vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs einen Sprit-Preisdeckel eingeführt. Allerdings dürften sich in den Osterferien nur wenige Urlauber aus NRW mit dem Auto auf den Weg nach Bulgarien machen - und tanken müssten sie ohnehin schon vorher.
Bis nach Belgien, Luxemburg oder Frankreich ist es aber nicht weit. Und auch dort lässt sich beim Tanken schon einiges sparen, wie dieser schnelle Überblick zeigt:
Weitere Tipps zum günstigen Tanken
Wer mit dem Auto in den Osterferien in Deutschland unterwegs ist, dem bleiben beim Tanken zumindest noch diese Tipps vom ADAC Nordrhein, um wenigstens ein bisschen zu sparen:
- Besser nach 18 Uhr tanken. "Am teuersten ist es morgens zwischen 7 und 8 Uhr", sagte ADAC-Sprecher Thomas Müther am Mittwoch dem WDR. Dieser Tipp gelte aber nur so lange, wie es in Deutschland täglich mehrmals wechselnde Preise gibt. Das könnte sich bald ändern.
- Autobahn-Tankstellen besser meiden. "So lassen sich gemäß einer ADAC-Stichprobe oft mehr als 40 Cent pro Liter sparen. Das macht bei einer Tankfüllung einen Unterschied von 15 bis 20 Euro", so Müther.
- Preise vergleichen: "Die Preisunterschiede zwischen einzelnen Tankstellen, selbst innerhalb einer Stadt, sind aktuell sehr groß", sagte der ADAC-Sprecher.
- Beim Preisvergleich Apps und Online-Vergleichsportale nutzen: Hier werden in Echtzeit die günstigsten Preise in der Nähe angezeigt.
Welche Apps und Online-Vergleichsportale eignen sich am besten für den Preisvergleich? Das Bundeskartellamt gibt über seine Markttransparenzstelle für Kraftstoffe ein paar Empfehlungen:
Unsere Quellen:
- WDR-Interview mit Hagen Reiners, Energieexperte bei Argus Media
- Thomas Müther, Sprecher ADAC Nordrhein, auf WDR-Anfrage
- Nachrichtenagentur dpa
- Europäischen Kommission und Statistisches Bundesamt zu Spritpreisen in der EU
- Touring Club Schweiz (TCS) zu Spritpreisen in der Schweiz
Sendung: WDR.de, "Wie man in den Osterferien beim Tanken sparen kann", 25.03.2026, 15.30 Uhr.
Kommentare zum Thema
Ich warte immer noch auf die von BK Scholz versprochenen 200 € Rückzahlung aus der CO2 Steuer. Das war ebenso ein falsches Versprechen. Der Finanzminister freut sich doch über den hohen Spritpreis, nimmt er doch viele viele Steuern ein.
BK Scholz sagte im Aug.2023 dass,das Klimageld nicht abgeschafft,sondern auf unbestimmte Zeit verschoben wird, somit hat er kein falsches Versprechen abgegeben, heute wird er sich auch daran nicht mehr erinnern können, er ist aber noch MdB, dafür reicht es noch.
Name und Kommentar wg. Netiquette-Verstoßes gesperrt. (die Redaktion)
Autofahren verursacht so hohe volkswirtschaftliche Kosten, da kann jetzt nicht auch noch der Staat die Spritkosten subventionieren. Ein Unding!