"Du kommst nach links, du passt noch da hin!", ruft Fabian Bohne routiniert. Mit schwarzer Sonnenkäppi auf dem Kopf und dem Knipser für die Dauerkarten in der Hand schiebt er sich zwischen die Fahrzeuge, die jetzt noch auf die Fähre wollen. Und das sind zwischen 17 und 18 Uhr Hunderte. Alle wollen in den Feierabend. Für Bohne geht es jetzt erst richtig los.
"Hier habe ich Auto-Tetris gelernt." Fabian Bohne, Fähr-Team Mondorfer Fähre
Seit Anfang Juni die Nordbrücke gesperrt wurde, arbeitet das Team am Limit. Auf dem Deck der elektrischen Fähre bleibt kein Zentimeter ungenutzt. Zwischen Niederkassel und dem Bonner Norden geht es inzwischen schon von sechs Uhr morgens an und in der Regel mit zwei Fähren über den Rhein. Lange Autoschlangen gibt es dennoch.
Alltagshelden im Verkehrschaos
Lkw-Fahrer Bruno ist seit der Brückensperrung Dauergast auf der Fähre. Dass in NRW so viele Brücken marode sind, ist für ihn ganz klar ein Versagen der Politik. "Die Jungs müssen jetzt ausbaden, was die da oben verbockt haben", sagt er mit Blick auf die Jungs von der Fähre.
Wie sehr sie jetzt täglich reinklotzen, um so viele Menschen wie möglich über den Rhein zu befördern, findet er großartig. Auch das ist NRW: reinklotzen statt jammern.
So steht es um die Brücken in NRW
- Kein Land hat so viele sanierungsbedürftige Brücken wie NRW.
- Rund 2.500 Brücken gelten als marode, davon etwa 800 als mangelhaft.
- 43 Prozent der Brücken in NRW wurden zwischen 1965 und 1980 gebaut.
Gleichzeitig gibt es am Rhein immer weniger Autofähren. Die Rheinfähre in Niederkassel-Mondorf ist nach eigenen Angaben die größte und wichtigste Autofähre auf dem Rhein.
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Unsere Quellen:
- IHK-Brückenmonitor
- Beobachtungen und Gespräche der Reporterin vor Ort auf der Mondorfer Fähre
Sendung: WDR.de, So tickt NRW - 17 Uhr: Mit kleiner Fähre gegen das große Verkehrschaos, 03.08.2026, 11:07 Uhr.