Sicherheit auf Radwegen

Aktuelle Stunde 10.04.2026 21:28 Min. Verfügbar bis 10.04.2028 WDR Von Anne Bielefeld

NRW strampelt sich ab beim Radwege-Ausbau

Stand:

Das Land treibe den Ausbau von Radwegen mit Rekordinvestitionen voran, verspricht NRW-Verkehrsminister Krischer. Das Geld kommt jedoch oftmals vom Bund. Und ein von Schwarz-Grün ausgegebenes Ziel wurde bisher nicht erreicht.

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Ein Jahr vor der Landtagswahl hat die schwarz-grüne Landesregierung ihr Radwege-Ziel noch nicht erreicht. Angetreten war sie 2022 mit dem Ziel, bis 2027 1.000 Kilometer neue Radwege in NRW zu bauen. Ende Dezember 2025 waren es nach Angaben des Verkehrsministeriums 661 Kilometer. Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) sagte am Freitag in Düsseldorf, das Ziel sei "ambitioniert", aber man sei "gut unterwegs".

Damit fehlt noch ein Drittel der bis Mitte 2027 angepeilten Zielmarke. Der Verkehrsminister zeigte sich dennoch optimistisch, das Ziel noch zu schaffen: "Wir bauen im Moment gut 200 Kilometer pro Jahr." Was zwischen 2022 und 2025 zu zwei Dritteln gelang, soll also nun in 2026 und im ersten Halbjahr 2027 noch geschafft werden.

Radwege in NRW - Ausbaupläne 2026

WDR 5 Westblick - aktuell 10.04.2026 05:26 Min. Verfügbar bis 10.04.2027 WDR 5

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"Wir wollen bis 2027 1.000 km neue Radwege bauen und so ein möglichst flächendeckendes Netz in Nordrhein-Westfalen herstellen", heißt es im schwarz-grünen Koalitionsvertrag.

Minister spricht von "Rekordsumme"

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) | Bildquelle: WDR

Das Land treibe den Ausbau der Radwege mit Rekordinvestitionen voran. So stelle die Landesregierung gemeinsam mit dem Bund dieses Jahr mehr als 172 Millionen Euro bereit. Das sei das bislang größte Finanzierungspaket zur Förderung des Radverkehrs in der Geschichte des Landes, sagte Krischer.

Den größten Anteil mit gut 98 Millionen Euro hat daran die Förderung von Projekten der Kommunen. Zu dem am Freitag vorgestellten sogenannten Nahmobilitätsprogramm NRW gehören laut Landesregierung Vorhaben wie eine Veloroute in Dortmund, die Radvorrangroute Gruga-Trasse in Essen oder eine Radstrecke an der Emscherpromenade in Gelsenkirchen.

Von den in der Mitteilung des Verkehrsministeriums besonders erwähnten Radwegen in Dortmund und Essen kommt das Geld allerdings nicht vom Land, sondern vom Bund. Dies geht aus der Übersicht aller Projekte auf der Internetseite des Umwelt- und Verkehrsministeriums hervor. Unter anderem soll es mehr Radleitrouten wie in Düsseldorf geben, auf denen Radfahrer schnell und zügig durch Städte fahren können.

Langsamkeit bei Radschnellwegen

Nur schleppend geht weiterhin der Ausbau der sechs seit vielen Jahren geplanten Radschnellwege (RS) in NRW voran. So sind beim RS1, der über 100 Kilometer durch das Ruhrgebiet führen soll, nach Angaben des Ministeriums bisher erst etwa zehn Kilometer fertig.

Hinzu kommt eine "Modellstrecke" zwischen dem Hauptbahnhof in Mülheim und der Uni Duisburg-Essen in Essen. Diese ist zwar bereits befahrbar, entspricht aber noch nicht dem Radschnellwegstandard: Sie ist an vielen Stellen zu schmal, statt aus Asphalt besteht der Belag teils aus Schotter.

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Ähnlich langsam geht es bei anderen RS-Projekten unter anderem im Münsterland voran. Krischer erklärte den langsamen Bau mit den sehr komplexen Genehmigungsverfahren.

Die oppositionelle SPD im Landtag zog eine kritische Zwischenbilanz der Radwege-Politik des grünen Ministers. "Gemessen an den eigenen Ankündigungen ist das kein Erfolg, sondern ein krachendes Scheitern an den eigenen Versprechen", sagte der SPD-Verkehrsexperte Gordon Dudas mit Blick auf Krischers noch nicht erreichte 1.000-KM-Ziel. Am Ende bleibe der Eindruck einer Landesregierung, "die mehr über Fortschritt spricht, als dass sie ihn tatsächlich liefert".

Der NRW-Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) bezeichnete die Investitionen in NRW als "ausbaufähig". Bund und Land müssten deutlich mehr Geld in mehr Radwege stecken. So gibt es laut ADFC in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel an etwa 6.500 Kilometern der Landstraßen in NRW "bis heute keinen begleitenden Radweg".

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter vor Ort
  • Mitteilung des Landesverkehrsministeriums
  • Nachrichtenagentur dpa
  • SPD-Landtagsfraktion auf Anfrage
  • ADFC NRW laut Mitteilung

Sendung: WDR.de, NRW hat Radwege-Ziel noch nicht erreicht, 10.04.2026, 14:16 Uhr
WDR 5 Westblick, Radwege in NRW - Ausbaupläne 2026, 10.04.2026, 17:05 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 10.04.2026, 18:45 Uhr

Kommentare zum Thema

  • Enrico Pelocke 21.04.2026, 23:47 Uhr

    Wo sind die 13 Kommentare und 6 Antworten hin, die vor 9 Tagen hier zu lesen waren?

  • Sonja Flocke 21.04.2026, 09:53 Uhr

    Ja und wo sind die Millionen vom Bund? In welchen Taschen stecken die? In Dortmund jedenfalls null angekommen, aber vorsorglich schonmal hunderte Bäume gefällt.. Wird Zeit für große Fahrraddemos auf der B1‼️

  • F.Niesbach 12.04.2026, 11:58 Uhr

    Ich habe mal 1/2 Jahr in Mühlheim a.d.R. gewohnt und bin auch den RS1 Richtung Essen gefahren. Eine gut zu fahrende Strecke. Aber es gab nur wenige andere Radler denen ich begegnet bin. Andererseit gibt es (nicht nur) in Mühlheim grottenschlechte Radwege. Ein Aus- + Neubau von sicheren innerstädtischen Radwegen würde zur Verkehrswende mehr beitragen.