Teures Wohnen in NRW: "Ein Demokratieproblem"

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Hohe Mieten, fehlende Wohnungen. Das ist auch Thema im Kommunalwahlkampf. Ein Bündnis aus Mieterbund, DGB und Sozialverbänden fordert schnell konkrete Maßnahmen in NRW.

Das Bündnis "Wir wollen Wohnen" fordert vor den NRW-Kommunalwahlen am 14. September zeitnah mehr bezahlbaren Wohnraum. "Die Kommunen unterstützen die Mieterinnen und Mieter in aller Regel zu wenig", sagte Mieterbund-Landeschef Hans-Jochem Witzke am Dienstag. Er forderte eine strengere Wohnungsaufsicht gegen "unzulässig hohe Mieten". Auch gegen "vorgeschobene Eigenbedarfskündigungen" sollten Städte mehr tun.

Ingesamt acht Organisationen stehen hinter dem Bündnis - darunter der DGB sowie Sozialverbände. Seit 1990 sinkt die Zahl der Sozialwohnungen in NRW - und das bei steigenden Mieten gerade in Großstädten. Die Probleme sind alles andere als neu - aber die Tonlage verschärft sich. Die 6.700 zuletzt neu hinzugekommenen Sozialwohnungen seien "lächerlich wenig", so Witzke.

Kommunale Wohnungsunternehmen sollten mehr bauen, forderte der Landeschef des Mieterbunds. Aber auch das Land müsse mehr machen, so Witzke, um die Städte und Gemeinden dabei finanziell besser auszustatten. Und auch der "Bau-Turbo" des Bundes habe noch nicht gezündet.

"Unsicherheit und Ungerechtigkeitsgefühl"

Die schwarz-grüne Landesregierung müsse ihre "halbherzige" Haltung beim Wohnungsbau überwinden, fordert DGB-Landeschefin Anja Weber | Bildquelle: WDR

Die Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Anja Weber, sprach mit Blick auf die "immer prekärere" Lage am Wohnungsmarkt von einem "Demokratieproblem". Der Staat müsse sich endlich kümmern. Gerade für Arbeitnehmer seien Mieten, "die durch die Decke gehen", nicht mehr tragbar. In NRW seien die Mieten in Großstädten in den letzten vier Jahren um 20 Prozent gestiegen.

Eine Kollegin habe erzählt, so Weber, dass von den Erzieherinnen in ihrer Kita in Düsseldorf "keine einzige mehr in Düsseldorf wohnt". Die Beschäftigten pendeln, da sie sich die Landeshauptstadt "einfach nicht mehr leisten können". Die "Unsicherheit und das Ungerechtigkeitsempfinden" prägen laut Weber das Lebensgefühl der jüngeren Generation. Die DGB-Chefin forderte unter anderem mehr Azubi-Wohnheime in NRW-Großstädten.

Es sei "besonders alarmierend", dass es allein 2023 in NRW 9.000 Zwangsräumungen gegeben habe, sagte Dominique Hopfenzitz für die Wohlfahrts- und Sozialverbände. Er forderte mehr Hilfen für Wohnungslose.

Über dieses Thema berichtet der WDR am 26.08.2025 auch in der Sendung Westblick bei WDR5.

Unsere Quellen:

  • Witzke, Weber und Hopfenzitz bei Pressekonferenz in Düsseldorf
  • Pressemitteilung des Bündnisses "Wir wollen wohnen"