Karibik in Köln : Festival der Woche: SUMMERJAM 2026
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Das Summerjam in Köln ist eines der größten Reggae-Festivals Europas. Drei Tage lang wird die Insel im Fühlinger See zu einem karibischen Party-Paradies. 2026 punktet das Festival mit der Legende Burning Spear, Rapper SSIO und dem jamaikanischen Hype-Artist Masicka.
Von Adrian Nowak
Sommer, Sonne, Karibik-Vibes und eine Arschbombe in den Fühlinger See in Köln. Das ist das Lebensgefühl beim Summerjam-Festival. Rund um den See campen jedes Jahr 25.000 bis 30.000 Feierwütige, auf der Insel in der Mitte des Sees spielen die größten Stars aus Reggae, Dancehall, Rap und Afrobeats.
Angefangen hat alles 1986 auf dem Loreley-Felsen bei St. Goarsheisen. In der märchenhaften Kulisse am Rhein spielten damals jamaikanische Giganten wie The Wailers und Dennis Brown, sowie Manu Dibango aus Kamerun. Der Andrang wurde immer größer, das Festival wechselte 1994 auf einen ehemaligen Militärflughafen. Die Kulisse war aber wenig geeignet für ein Reggae-Festival und so wechselten die Veranstalter zum malerischen See im Kölner Norden. Irie!
Jamaika To The World
Im Laufe der Jahre spielten beim Summerjam schon Reggae-Giganten wie Jimmy Cliff, Inner Circle, Dancehall-Ikonen wie Beenie Man, Afrobeats-Weltstar Burna Boy oder die Soullegende Curtis Mayfield. Nas & Damian Marley wechselten sich am Mikro ab, Snoop Dogg verwandelte sich in sein Rasta-Alter Ego Snoop Lion.
Das Line Up zeigt, wie stark der Einfluss Jamaikas auf die internationale Popwelt ist, denn trotz aller Vielfalt vereinen wummernde Bässe und tanzbare Drums die Nationen hier unter einem Groove. Dieses Jahr ist der Hamburger Rapper Bonez MC zu hören, dessen "Pirate Freestyle" von Jamaikas Top-Producer DJ Mac produziert wurde, oder der Nigerianer Patoranking, dessen Afrobeats-Entwurf stark von jamaikanischen Slangs und Riddims beeinflusst ist:
"Im Ghetto bei uns gibt es ein sehr beliebtes Genre namens Galala. Ein Stiefkind von Reggae und Dancehall, aber mit afrikanischem Twist. Es hat unsere Community stark beeinflusst. Dancehall war auch sehr groß im Ghetto. Dancehall ist wie ein Cousin der Familie, der woanders auf der Welt lebt - mit dem du aber in Kontakt bleibst." Patoranking
Die Summerjam Coups
Das Summerjam-Team schaffte es auch immer wieder legendäre Momente zu erschaffen. So holten sie 1992 den Dancehall-Weltstar Shabba Ranks auf die Felsen an der Loreley. Dieser Vibe, diese Bashment-Energie, dieser Sex-Appeal war in der jungen deutschen Reggae-Szene noch nicht gesehen. Letztes Jahr spielte der aktuelle Dancehall-King Vybz Kartel seine erste Deutschland Show nach 13 Jahren im Gefängnis, Fans reisten aus ganz Europa an. Dieses Jahr werden die Dancehall-Connoisseure durch freshe Artists wie Masicka und Valiant bedient und für Kreisch-Alarm wird sicher Sex Symbol Dexta Daps sorgen.
Eine weitere Neuerung ist der Day Rave am Samstagnachmittag, bei dem das deutsche Soundsystem Jugglerz zusammen mit dem italienischen DJ Kybba auflegen. Kybba ist der Kopf des Basshall-Labels und mixt in seinem Set unterschiedliche Stile, die aber alle mit Dancehall verwandt sind: Reggaeton, Afrobeats, Moombahton, Shatta usw. Er arbeitete mit Superstars wie J Balvin und Sean Paul und begeistert mit seinem unverkrampften Umgang mit Sprachen und Styles:
"Dass ich so viele Sprachen und Stile mixe, hat mit Manu Chao zu tun. Manu Chao ist mein Lieblingskünstler, denn er singt auch in vielen Sprachen. Jeder echte Musikliebhaber wird immer den Crossover lieben, denn Musik kennt keine Grenzen. Würdest du Picasso sagen: 'Das darfst du nicht malen!?' Wenn du Musik begrenzt, dann gibt es keine richtige Kunst mehr." Kybba
Epischer Ausgang am Sonntagabend
Neben Party und Turn Up gibt es natürlich auch viele upliftende Vibes bei Modern Roots Artists wie Lila Iké, Protoje und Junior Kelly. Am Sonntagabend stehen zwei Legenden auf der Bühne. Da wäre zum einen Barrington Levy, bekannt für seine irren Jodel-Einlagen und Hits wie "Here I Come". Und den krönenden Abschluss liefert Burning Spear, der auch mit 81 immer noch für eine epische Show gut ist. Den Sonnenuntergang am Fühlinger See mit Hits wie "Slavery Days" und "Marcus Garvey" genießen – ein himmlisches Erlebnis für jeden Reggae-Fan.