Mit bombastischen Hooks und tanzbaren Beats zwischen R'n'B, Dancehall und Amapiano schwingt sich Tyla gerade auf, die neue Rihanna zu werden. Denn die genießt lieber Mutterfreuden und verdient Millionen mit ihrer Kosmetikfirma Fenty. Die Südafrikanerin Tyla füllt nun mit ihrem Style und ihrem Sound die Lücke aus, die die Sängerin aus Barbados hinterlassen hat.
From Jo-Burg to the world
Geboren wurde Tyla 2002 in der südafrikanischen Metropole Johannesburg. Noch in ihrer High-School-Zeit stellt sie eigene Songs und Coverversionen bekannter Hits auf ihren Social Media Account. 2019 veröffentlicht sie ihre erste Single "Getting Late", die mit fetten Logdrums, Gqom-Groove und elektronischen Sounds von Produzent Kooldrink noch stark nach dem klingt, was in ihrer Heimat angesagt ist. 2023 hat sie ihren internationalen Durchbruch mit dem Megahit "Water". Hier treffen Amapiano-Grooves auf sweete Pop-Melodie, der Sound richtet sich nun eher an ein internationales Publikum.
Es folgt 2024 ein Grammy in der neu geschaffenen Kategorie "Best African Music Performance", das erfolgreiche Debut "Tyla" und 2026 noch ein Grammy für "Push 2 Start". Dazu kommen Auftritte bei Modeschauen, Werbe-Deals mit bekannten Modemarken und Performances bei der Fußball-WM 2026. Hier spielte sie für das internationale Publikum ihr Duett mit Atlantas Superstar Future. Die Fans zuhause machte sie glücklich, indem sie die südafrikanische Nationalhymne sang.
Auf Mainstream-Kurs
Der Spagat zwischen Heimat-Verbundenheit und internationalem Mainstream-Appeal gelingt ihr auch auf ihrem zweiten Album "A*Pop". Der Titel definiert für sie den Entwurf von fresher afrikanischer Pop-Musik. Um den Mainstream zu erobern, nutzt sie Referenzen an große Pop-Momente: Titel wie "That Girl" oder "She Did It Again" erinnern an "Who's That Girl" von Madonna oder Eve, bzw. an Britney Spears' "Oops I Did It Again". Im Video zu "She Did It Again" huldigen Tyla und ihr Featuregast, die Schwedin Zara Larsson, eine ikonische Performance von Beyoncé und Shakira. Ihre Outfits und ihr Tanzstil erinnern an "Beautiful Liar" von 2006.
Die neue Pop-Queen?
Ähnlich wie Rihanna mit ihren karibischen Einflüssen zeigt Tyla, wie Popsounds bereichert werden können, wenn sie nicht nur aus den USA kommen. Rihanna hat Songs aus Barbados gecovert, mit Jamaikanern wie Elephant Man gearbeitet und hat Dancehall Riddims für Hits wie "Work" benutzt, parallel dazu aber auch Popsongs und Balladen geliefert. Tyla arbeitet mit US-Stars wie Future, aber auch mit Leuten aus ihrer Heimat wie MaWhoo aus Eshowe, dazu wummern oft Dancehall, Afrohouse und Amapiano im Hintergrund. Tylas Intonation und Melodien in Songs wie "Is It Love" oder "Mr Nonchalant" sind offensichtlich von Rihanna inspiriert.
Best Of Both Worlds
Das Rezept Afrika meets Pop geht auf – "A*Pop" bietet zahlreiche eingängige Tracks und Partyhits. "Chanel" ist ein Duett mit dem kanadischen Sänger Partynextdoor, mit einem seichten Text über Luxusklamotten als Liebesbeweis. So weit, so bekannt. Doch dazu wummert ein tanzbarer Amapiano-Beat mit den genretypischen treibenden Shakern, was den Song von gängiger Pop-Musik abhebt. "I Don't Care" greift den Afrohouse-Trend auf, als Gästin ist hier Sängerin Babalwa M aus Soweto zu hören, die mit einem in Zulu gesungenen Part für südafrikanischen Flavour sorgt. Was zu Rihanna noch fehlt, ist eine opulente, getragene Ballade, die ihre Fans mit der Haarbürste vor dem Spiegel singen können. Ansonsten ist "A*Pop" freshe Popmusik mit den heißesten Grooves aus dem Motherland.