Nach Protesten prüft Chile BTS-Konzertabsage
In Chile hat jetzt eine Straßendemonstration für die K-Pop-Band stattgefunden. Es ist ein Protest gegen die Absage dreier Konzerte. In der Hauptstadt Santiago de Chile sollen im Oktober gleich drei Konzerte der bekannten K-Pop-Boygroup im Nationalstadion stattfinden. Insgesamt werden 150.000 Menschen erwartet. Wie überall sonst auf der Welt sind die Events restlos ausverkauft.
https://www.instagram.com/reels/Daczxi8jykN/
Letzte Woche hatte das Nationale Sport-Institut, eine Abteilung des Sportministeriums, die drei Konzerte abgesagt, um den Rasen zu schützen. Und gegen diese Entscheidung sind jetzt tausende BTS-Fans auf die Straße gegangen. Die Fans gelten als besonders fanatisch, nennen sich selbst auch die "BTS Army". Gekleidet in die typische BTS-Farbe Lila.
Dazu Tröten, Transparente, manche hatten auch statt eines Schildes ein Stück Kunstrasen dabei. Gesungen wurden BTS-Songs. Die offizielle Begründung für die Absage: technische Gründe. Die 360-Grad-Bühne in der Mitte des Stadions würde den Rasen kaputtmachen und dadurch seien folgende Veranstaltungen und Fußballspiele gefährdet.
Aber die lautstarken Proteste haben ihre Wirkung gezeigt - vonseiten des Sportministeriums heißt es: Der Vorgang soll neu geprüft werden. Die Veranstalter haben außerdem ein neues Konzept zum Schutz des Rasens vorgelegt - also: "Don't mess with the BTS Army". Die Fans haben sie jahrelang nicht gesehen und sind besonders nervös.
Giggs unterstützt Schule für Autismus-Spektrum
UK-Rap-Größe Giggs engagiert sich für eine Schulgründung für Kinder im Autismus-Spektrum. Die Schule samt Beurteilungszentrum, Sportplatz, Gym und Studios steht schon - gerade laufen noch die letzten Fertigungsarbeiten im britischen Kent. Im Januar soll es losgehen für Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahren.
Es fehlt noch etwa eine Million Pfund. Dafür hat Giggs eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Im Insta-Video führt er durch die Räumlichkeiten. Es soll ein sicherer Raum für die Kids werden: "Ich möchte, dass das der Professor Xavier wird fürs neurodivergente Universum. Wir holen die tollsten Lehrkräfte, die autistische Köpfe und ADHS verstehen und das Geniale hervorbringen können. Denn ich, der selbst autistisch ist, weiß: Wir alle haben Superkräfte."
Im Video erzählt er von Ed Sheeran und Robbie Williams, die das Projekt supporten wollen. Auch der weltbekannte Künstler Damien Hirst soll Bilder für eine Auktion gespendet haben. Viele Likes und positive Kommentare kommen auch von Little Simz, Stormzy, James Blake, Busta Rhymes, Vybz Kartel.
Warum er so engagiert ist, hat auch persönliche Gründe: Seine beiden Kinder haben eine Autismus-Diagnose. In diesem Zuge hat er viel über das Krankheitsbild erfahren und festgestellt, dass er selbst autistisch ist. Giggs hat schon oft über Schwierigkeiten im Bildungssystem gesprochen: für betroffene Eltern und Kinder. Mit der neuen Schule in Kent und dem Beurteilungszentrum will er zeigen, wie es besser geht.
Sheeran, Capaldi, Ora: Alle feiern die Three Lions
In den frühen Morgenstunden hat sich die englische Mannschaft für den Einzug ins Viertelfinale bei der Männer-Fußball-WM qualifiziert: 3:2 gegen den Mit-Gastgeber Mexiko. Ein emotional aufgeladenes Spiel. Heute berichtet die britische Presse, wie drei Popstars das Spiel gefeiert haben.
Ed Sheeran war im Stadion und hat für die britischen Spieler ein exklusives Live-Konzert im Trainingslager gegeben. Der Singer-Songwriter ist ein riesiger Fußballfan. Die Spieler applaudieren nach der akustischen Ballade "Castle on the Hill". Aber sie sehen auch ziemlich mitgenommen und müde aus. Darum scherzen viele Leute im Netz.
Ein User schreibt in den Kommentaren: "Ed Sheeran live zu sehen, muss eine Foltermethode sein, die Trainer Tuchel anwenden muss", und ein anderer: "Stellt euch vor, ihr müsstet Ed Sheeran im Rahmen eurer Genesung ertragen. Ich wäre nach dieser Tortur noch erschöpfter."
Ganz anders gefeiert haben Sängerin Rita Ora und Lewis Capaldi: Die haben es richtig krachen lassen. Sie haben die Partie mit hunderten anderer Fans - ganz klassisch - in einem Pub in London geschaut. Schon während des Spiels haben sie Songs des jeweils anderen gesungen und sich dabei gefilmt und amüsiert. Das hat Rita Ora dann gepostet.
Als dann aber die britische Mannschaft 3:2 gegen Mexiko gewonnen hat, gab's wohl kein Halten mehr. Lewis Capaldi, eigentlich Schotte, hat einfach mal alle Drinks für alle Gäste bezahlt: 2.000 Pfund auf einen Schlag, wie der Gastwirt englischen Medien erzählt hat.
Ein Fan sagte der britischen Zeitung Sun: "Eine riesige Freude und eine wirklich nette Geste, besonders von einem Schottland-Fan… Lewis war eine echte Legende. Er hat nicht nur diese riesige Runde ausgegeben, sondern war auch unglaublich nett zu jedem, der ihn angesprochen hat."
Dortmunder Rapper 18 Karat wurde nach Portugal abgeschoben
In der Nacht auf Mittwoch (08.07.) ist der Dortmunder Rapper 18 Karat aus der Haft nach Portugal abgeschoben worden. Das haben dessen Anwältin und die Stadt Dortmund mitgeteilt bzw. bestätigt. Der Rapper, dessen optisches Markenzeichen die goldene Maske ist und dessen Musik Millionen Streams zu verzeichnen hat, ist seit Längerem eine Deutschrap-Bekanntheit. Er ist in Dortmund großgeworden, geboren ist er aber in Portugal und hat keinen deutschen Pass. Die Stadt Dortmund wollte ihn abschieben und hatte einen entsprechenden Antrag gestellt. Laut Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestehe die Möglichkeit, dass 18 Karat "die Ruhe und physische Sicherheit der Bevölkerung unmittelbar" bedrohe, heißt es, und es bestehe Wiederholungsgefahr. So hat es das Gericht in einem Beschluss vor wenigen Tagen geschrieben. Er habe kiloweise mit Drogen gehandelt und würde sich demnach nicht genug vom Drogenmilieu distanzieren. Argumente der Gegenseite waren laut OVG Münster der Kontakt zu seiner Familie und seinem jungen Kind und gute Führung in Haft. Gegen den Beschluss hatte 18 Karat Beschwerde eingereicht. Das Oberverwaltungsgericht NRW in Münster ist der Argumentation der früheren Instanz dann gefolgt und in der Nacht auf heute ist er dann ausgeflogen worden. Das hat seine Anwältin gegenüber dem WDR mitgeteilt.
Als EU-Bürger darf sich der Rapper eigentlich überall innerhalb der EU problemlos aufhalten. Die Stadt Dortmund soll aber den Verlust der EU-Freizügigkeitsrechts festgestellt haben, hat ihn zur Ausreise aufgefordert und gedroht, ihn nach Portugal abzuschieben. Die genannten Gerichte sagen, die Stadt Dortmund habe rechtmäßig gehandelt, und haben einen Eilantrag und eine Beschwerde dagegen seitens 18 Karat abgelehnt bzw. zurückgewiesen. Seine Anwältin hat die Gerichtsentscheidung grundsätzlich kritisiert und sagt laut WDR, Wiederholungsgefahr bestehe nicht und: "Das Gericht trennt nicht zwischen künstlerischem Werk und Realität." Im Gefängnis soll er eine Ausbildung angefangen haben, die er in zwei Wochen eigentlich beendet hätte. Außerdem hätte in einigen Wochen geprüft werden sollen, ob die restliche Haftstrafe zur Bewährung hätte ausgesetzt werden können, so seine Anwältin. In Portugal soll er laut Staatsanwaltschaft nicht weiter in Haft müssen. Sollte er nach Deutschland einreisen, würde er festgenommen und müsste seine restliche Strafe verbüßen, heißt es weiter. Der Rapper ist verheiratet und erwartet mit seiner Frau bald sein zweites Kind.