Global Pop News 09.07.2026 : Bad Bunnys Halftime-Show für neun Emmys nominiert
Stand:
Keine Halftime-Show hatte je bessere Einschaltquoten | Cardi B wieder Star der Pariser Fashion Week | Lineup der FIFA-Halftime-Show um Justin Bieber erweitert | "Popmusikgipfel" im Bundeskanzleramt
Von Lukasz Tomaszewski & Kai Brands
Bad Bunnys Halftime-Show für neun Emmys nominiert
Was die Oscars für den Film und die Grammys für die Musik sind, sind die Emmys für das US-Fernsehen: der wichtigste Preis des Jahres. Gestern wurden die Nominierungen bekannt gegeben. Und mit dabei ist. Bad Bunny und seine Superbowl-Halftime-Show. Neun Emmy-Nominierungen gibt es dafür!
Ein neuer Rekord – so oft ist noch nie eine Super-Bowl-Halftime-Show für einen Emmy nominiert worden. Bei der Verleihung können Bad Bunny und sein Team unter anderem in den Kategorien Produktionsdesign, Choreographie und Lichtdesign auf Preise hoffen. Keine Superbowl-Halftime-Show im US-Fernsehen hatte je bessere Einschaltquoten: Über vier Milliarden Menschen weltweit hatten sich innerhalb eines Tages das Spektakel angeschaut. Darum: Für viele Kommentatoren die beste Halftime-Show aller Zeiten.
Das lag auch an der Message …
Die politische Message war enorm: Es wurde erstmals nur auf Spanisch gesungen und alle Länder Nord- und Südamerikas wurden aufgezählt, nicht nur die USA. Zum Legendenstatus gehört natürlich auch, dass US-Präsident Donald Trump die Show "absolut schrecklich fand" und als "Affront gegen die Großartigkeit Amerikas" bezeichnete. Bad Bunny galt für viele in der Erzählung als eine Art "Anti-Trump".
Weitere Popstars nominiert
Lady Gaga ist für einen Emmy nominiert in der Kategorie "Beste Originalmusik und -texte" für "The Dead Dance". Der Song entstand für die Serie "Wednesday". Und auch Taylor Swift ist fünfmal nominiert für den Film über ihre Tournee: „Eras Tour: The Final Show“. In den drei Kategorien Regie, Kameraarbeit und Soundmixing konkurriert Taylor Swift mit Bad Bunny. Am Montag wissen wir mehr: Wer von den beiden da das Rennen gemacht hat.
Cardi B Star der Pariser Fashion Week
Viele kennen das: Man geht auf eine eh schon elegante Party – und dann betritt diese eine Person den Raum und alle Blicke richten sich auf sie! … Genau so macht es US-Rapperin Cardi B. seit Jahren. Sie ist diese Woche wieder der große Star bei der Haute-Couture-Fashion-Week in Paris. Seit Jahren liefert Cardi B einen Knaller-Look nach dem anderen! Auch aktuell geht sie von Show zu Show – und zieht die Aufmerksamkeit weg: vom Laufsteg hin auf sich selbst. Das Besondere: Cardi B und ihre Einkleider arbeiten bewusst mit einer Steigerung: Mit Dramatik und Extravaganz, die Looks werden immer ausgefallener.
Anfang der Woche ging es los mit einem weißen Kleid des indischen Designers Rahul Mishra. Es erinnerte vom Stoff und den floralen Details an eine Hindu-Göttin, samt Kopfschmuck und langen Ohrringen. Am Dienstag kam sie zu einem Dinner in einem kobaltblauen Paillettenbody unter einem transparenten Tüllcape. Das Design stammt von Georges Chakra und kam direkt vom Laufsteg. Bisher am ausgefallensten war aber der Mittwoch: ein avantgardistisches knallrotes Outfit: trägerloses, eng anliegendes Oberteil, dazu ein weiter meerjungfraugrauer Rock und Opernhandschuhe.
Auch andere Global-Pop-Stars wurden gesichtet.
Ja, Paris wird gerade zum Star-Hotspot: Die Designer:innen und Luxusmarken präsentieren bei der Haute Couture ihre nicht alltagstauglichen Modeschöpfungen. Promis können also mögliche Bühnen-Outfits auschecken. Bad Bunny war bei der Schiaparelli-Show, außerdem dabei die US-Pop-Sängerin Sabrina Carpenter, Ejae – Sängerin der K-Pop-Gruppe Blackpink – und Cynthia Erivo aus dem Musicalfilm "Wicked".
Line-up der FIFA-Halftime-Show um Justin Bieber erweitert
Es gibt die Superbowl-Halftime-Show in der Halbzeitpause des Football-Finales. Und da in diesem Jahr die FIFA-Fußballweltmeisterschaft der Männer auch in den USA stattfinden, wird es in der Pause des Finales auch eine musikalische Halbzeitshow geben.
Shakira hat schon bei der Eröffnung gespielt – auch beim Finale ist sie dabei. Außerdem Madonna und BTS. Und jetzt folgen noch weitere Namen im fetten Halbzeitshow-Line-up. Inehn Tagen, am 19. Juli, werden die beiden besten Fußball-Nationen um den WM-Titel in New Jersey bei New York spielen. Wer auf dem Feld stehen wird, wissen wir noch nicht. Aber für das musikalische Programm der Halbzeitpause steht das Lineup wohl. Und es muss eine wahnsinnig komprimierte Show werden. Denn dieses Lineup reicht eigentlich für einen ganzen Abend! Die Halbzeitshow soll aber nur 11 Minuten dauern.
Justin Bieber und Gustavo Dudamel neu im Line-up
Heute wurde bekannt gegeben, dass auch noch der Popstar Justin Bieber aus Kanada mit im Boot ist und auch noch der weltbekannte Dirigent Gustavo Dudamel aus Venezuela mitsamt eines Orchesters. Dazu schon angekündigt: Shakira aus Kolumbien, Madonna aus den USA, die K-Pop-Gruppe BTS aus Südkorea. Die Indie-Rocker Coldplay aus UK, Afrobeats-Superstar Burna Boy aus Nigeria.
Spenden für soziale Zwecke
Die Show soll aber auch noch für einen guten Zweck sein und Geld sammeln, und zwar für Kids. Die Veranstaltung soll den FIFA Global Citizen Education Fund unterstützen, der will 100 Millionen US-Dollar sammeln, um Kindern weltweit den Zugang zu Bildung und Fußball zu verbessern. Die Initiative hat schon über 30 Millionen Dollar gesammelt, und von jeder verkauften Eintrittskarte für die Spiele der WM wird 1 Dollar gespendet. Auch der venezolanische Dirigent Gustavo Dudamel will die globale Sichtbarkeit beim Finale nutzen. Seit Jahren stellt er immer wieder große Hilfsaktionen für Venezuela auf die Beine. Diesmal will er für das eigene Abschlusskonzert werben. Im August geht er als Leiter der Philharmoniker von L. A. nach New York. Der Erlös aus dem Konzert in der Hollywood Bowl geht komplett an die Erdbebenopfer in Venezuela.
"Popmusikgipfel": weitere Gespräche und "Taskforce" zu Musikstreaming
Was die Vergütung von Artists beim Musikstreaming angeht, muss sich etwas ändern – darüber sind sich eigentlich alle einig. Erst recht die Artists, die umgerechnet Bruchteile von Cent-Beträgen pro Stream bekommen. Ein Austausch darüber, wie das transparent und fair vonstattengehen kann, lag im Fokus des von der Bundesregierung so benannten "Popmusikgipfels" im Bundeskanzleramt am Mittwoch (08.07.). Dazu hatte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer eingeladen. Schon vorab gab es drei solcher Gesprächsrunden – die erste im Dezember 2025.
Gestern kamen aber dann alle "Parteien" zusammen. Das heißt, vor Ort waren Vertretende von Streamingdiensten, Branchenfachleute von z. B. Labels und eben Artists. Neben Pop-Legende Herbert Grönemeyer waren laut Musikmagazin Musikwoche u. a. auch Songwriterin und Sängerin Balbina oder Rapper und Produzent Maeckes da.
Streamingdienste und auch Labels leben im Grunde von der Kunst der Artists. Aber seit Jahren gibt es viel Protest gegen die Vergütung beim Musikstreaming, das die gängigste Art des Musikhörens ist. Beteiligte Artists des „Popmusikgipfels“ haben auch regelmäßig öffentlich darüber gesprochen. Aber geändert hat sich kaum etwas. Gerade durch KI kam eher noch eine weitere Herausforderung dazu. Mit Blick auf das Abschlusspapier unter dem Namen "Zukunftsagenda Musikstreaming – All together now" wurde nun über solche Themen wie Transparenz, Vergütung und KI gerade in Bezug auf Musikstreaming gesprochen. Das Ergebnis der Gespräche ist offenbar, dass sich weiter mehr ausgetauscht werden muss. In dem Papier wurden Absichten und Einigungen verfasst, aber am Status quo hat sich nichts Konkretes geändert. Es wird aber als "Schritt" gesehen – ein großer Schritt, dass so ein Prozess jetzt überhaupt startet, wird Musikerin Balbina vom Deutschlandfunk zitiert.
Jetzt soll eine "Taskforce", wieder bestehend aus den zusammengekommenen Akteur:innen der Musikbranche und Künstler:innen, gebildet werden, die weiter in Arbeitsgruppen die besprochenen Themenfelder untersucht und Maßnahmen bespricht. Ihre Zwischenergebnisse soll es dann im Dezember geben. Auch anderswo befasst sich die Politik schon länger damit, wie Musikstreaming fairer ablaufen kann – im UK zum Beispiel oder in Frankreich, aber auch im EU-Parlament war das schon Thema. Aufs große Ganze gesehen tut sich da aber seit langem kaum etwas. Die Erlöse variieren je nach Streamingdienst etwas, aber das Modell ist überwiegend ähnlich dem „Pro-Rata“-Modell, bei dem es um den Anteil an allen Streams geht. Davon profitieren vor allem die großen Artists, die millionen- oder milliardenfach gestreamt werden. Seit mehreren Jahren wird deshalb auch das User- oder Fan-centric-Modell diskutiert bzw. gefordert, wonach vor allem eben die Artists durch die Abo-Gebühren vergütet werden, die ein:e Nutzer:in des Dienstes auch tatsächlich hört.