ZDF lädt Danger Dan und Igor Levit aus
Danger Dan und Igor Levit wollten in der Sendung "Die Anstalt" ihr neues gemeinsames Lied "Keine Angst" spielen. Laut Danger Dan sei es ein antifaschistisches Lied. Aber dann wurden sie kurz vor der Aufzeichnung der Sendung gestoppt und von der ZDF-Chefetage wieder ausgeladen. Eine schriftliche Begründung gab es zu der Zeit nicht. Danger Dan und Igor Levit vermuten einen politischen Hintergrund. Ihren Angaben nach habe das ZDF den Song bereits seit Wochen gekannt und auch die Rechtsabteilung habe zuvor grünes Licht gegeben. In einer Pressemitteilung des ZDF heißt es, der Songtext könne als Aufruf zu Gewalt verstanden werden, und das widerspreche den Programmrichtlinien des Senders. Deswegen sei man dann zu dem Schluss gekommen, dass man dies nach einer siebenminütigen Performance nicht genug einordnen und erklären könne. Die Sendung beschäftigte sich mit wachsender politischer Radikalisierung und der Wehrhaftigkeit der Demokratie. Geplant gewesen seien eine Performance vom neuen Song "Die Angst" und eine anschließende Diskussion darüber.
Stattdessen wolle sich der Sender zu einem späteren Zeitpunkt dokumentarisch-journalistisch mit dem Lied auseinandersetzen. Vom Insta-Post von Danger Dan und Igor Levit heißt es außerdem: Mitarbeiter:innen von "Die Anstalt" hätten gegen die Ausladung protestiert und die Sendung sogar umgeschrieben, um auf den Vorfall einzugehen. Das ist vom ZDF bis jetzt nicht bestätigt.
Es ist ja nicht das erste Mal, dass Danger Dan und Igor Levit das erste Mal Stress mit dem ZDF haben. Bei der Verleihung des Opus Klassik wurde bei ihrer Laudatio eine AfD-kritische Passage entfernt. Das ZDF hatte sich damals nach öffentlicher Kritik entschuldigt und diese Stelle für die Mediathek wieder eingefügt.
Shout-out an Oma und die Windrush-Generation
Olivia Dean ist gerade auf großer Welttournee und lässt dabei keine Gelegenheit aus, die Geschichte ihrer Großmutter zu erzählen. Der Song "Carmen" ist ihrer Oma gewidmet, die vor vielen Jahren als Einwanderin ins UK gekommen ist und für ihre berühmte Enkelin immer ein großes Vorbild war. Mit gerade mal achtzehn Jahren ist sie ausgewandert, hat alles, was sie bisher kannte, hinter sich gelassen. Sie gehört zur Windrush-Generation, einer Welle junger Menschen aus der Karibik, die nach dem Zweiten Weltkrieg geholfen haben, Großbritannien wieder aufzubauen. Olivia Deans Großmutter kommt aus Guyana, einer ehemaligen britischen Kolonie, geographisch dort gelegen, wo Südamerika und Karibik aufeinandertreffen. Die Reise ins UK hat sie viel Mut gekostet, es war damals ihr erster Flug überhaupt und natürlich auch ein Aufbruch ins Ungewisse.
Olivia Dean hat ihre geliebte Oma auch schon in ihrer Grammy-Rede erwähnt, als sie im Februar den Preis für die beste neue Künstlerin gewonnen hat. Auf Tour nutzt sie ihre Story aktuell, um Migranten Mut zu machen. Jeder Einwanderer, der mutig genug sei, sein bisheriges Leben hinter sich zu lassen, um den nächsten Generationen eine bessere Zukunft zu ermöglichen, würde es verdienen, gewürdigt zu werden, sagte Olivia Dean bei ihrem Konzert in Los Angeles diese Woche. Die Message ist ihr so wichtig, weil es in ihrer Heimat Großbritannien gerade so aussieht, als könne eine aufstrebende Reformpartei die extreme Rechte stärken. Und in den USA sorgt die Einwanderungs- und Zollbehörde ICE nach wie vor für große Angst in der Latin-Community!