Global Pop News 23.07.2026 : Olivia Rodrigo kritisiert Abtreibungsverbote in den USA
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Olivia Rodrigo kritisiert Abtreibungsverbote in den USA | Lizzo auf dem Cover der Sports Illustrated: Mehr als nur ein Bikini-Foto | Rosalía entschuldigt sich wegen WM-Shitstorm | Kölner Konzert Location Südbrücke hat wieder auf
Von Bamdad Esmaili & Marc Mühlenbrock
Olivia Rodrigo kritisiert Abtreibungsverbote in den USA
Popstar Olivia Rodrigo hat sich erneut deutlich für reproduktive Rechte von Frauen ausgesprochen. Die 23-Jährige kritisiert Abtreibungsverbote in den USA scharf und sagt: Sie seien nicht "pro life", also lebensbejahend, sondern vielmehr "pro control" – also wollen Kontrolle über Frauen. Rodrigo gehört mit ihrem Mix aus Pop, Rock und Pop-Punk zu den erfolgreichsten Künstlerinnen ihrer Generation. Bekannt wurde sie mit Songs wie "drivers license", "good 4 u" und "vampire". Seit Jahren nutzt sie ihre Bekanntheit auch, um sich für Frauenrechte und reproduktive Freiheit einzusetzen. Ihre jüngsten Aussagen machte die Sängerin in Gesprächen mit Juristinnen und Expertinnen des Center for Reproductive Rights. Die internationale Organisation setzt sich weltweit für das Recht auf selbstbestimmte Entscheidungen rund um Schwangerschaft und reproduktive Gesundheit ein.
Rodrigo kritisierte dabei die Folgen strenger Abtreibungsgesetze in den USA. Frauen würden notwendige medizinische Behandlungen verweigert und dadurch in lebensbedrohliche Situationen gebracht. Wörtlich sagte sie: "Es ist nicht pro-Life, die Gesundheit der Frauen aufs Spiel zu setzen. Sie auf Intensivstationen zu sehen ist so erschreckend. Es ist eher pro-Kontrolle." Das politische Engagement der Sängerin ist längst keine spontane Aktion mehr. Bereits während ihrer GUTS-Welttournee sammelte sie Geld für Organisationen, die sich für reproduktive Rechte, Mädchenbildung und den Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt einsetzen. Über ihre Initiative "Fund 4 Good" wurden weltweit entsprechende Projekte unterstützt.
Ende August veranstaltet Olivia Rodrigo außerdem erstmals ihr eigenes Festival Daisy Chain Fields in Kalifornien. Auf der Bühne stehen ausschließlich Künstlerinnen. Begleitend präsentieren sich mehrere gemeinnützige Organisationen, die sich für Frauen und Mädchen engagieren – darunter auch das Center for Reproductive Rights. Olivia Rodrigo zeigt damit einmal mehr: Popmusik ist für sie nicht nur Unterhaltung, sondern auch eine Plattform für gesellschaftliche und politische Botschaften.
Lizzo auf dem Cover der Sports Illustrated: Mehr als nur ein Bikini-Foto
Jahrelang waren auf dem Cover der legendären Sports Illustrated Swimsuit-Ausgabe vor allem schlanke Models mit vermeintlich perfekten Körpern zu sehen. Jetzt ziert Lizzo das digitale Cover der Juli-Ausgabe 2026 – und sorgt erneut für Diskussionen. Die R&B-Sängerin steht seit Jahren wie kaum eine andere für Body Positivity. Mit ihrer Musik, ihren Bühnenauftritten und öffentlichen Statements setzt sie sich für mehr Vielfalt und Selbstbestimmung im Umgang mit dem eigenen Körper ein. Als sie bekannt wurde, war Lizzo die Ausnahme im Popgeschäft: laut, selbstbewusst, Plus-Size und in knappen Bühnenoutfits. Dafür wurde sie gefeiert – aber auch immer wieder beleidigt und kritisiert. Für Lizzo ist das Cover deshalb ein ganz besonderer Moment. Als junges Mädchen, sagt sie, hätte sie nie gedacht, dass jemand mit ihrem Körpertyp einmal auf dem Cover der Sports Illustrated Swimsuit-Ausgabe zu sehen sein würde. Das Foto auf einer Yacht vor Miami ist für sie deshalb weit mehr als nur ein weiteres Cover-Shooting. Gleichzeitig zeigt ihre Geschichte auch, dass Body Positivity nicht bedeutet, dass sich der eigene Körper niemals verändern darf.
In den vergangenen Jahren hat Lizzo rund 27 Kilogramm abgenommen, macht regelmäßig Pilates und treibt viel Sport. Nach eigenen Angaben geschah das jedoch nicht, um einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen, sondern weil es ihr körperlich und psychisch besser geht. Dass ihr Gewicht weiterhin ein öffentliches Diskussionsthema ist, zeigt sich immer wieder in den sozialen Medien. Egal ob Lizzo zu- oder abnimmt – Kommentare über ihren Körper lassen meist nicht lange auf sich warten. Das Sports-Illustrated-Cover ist deshalb auch ein Zeichen dafür, wie sehr sich die Popkultur verändert hat. Was vor zehn oder zwanzig Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre, ist heute Realität: Eine Frau, die seit Jahren für Körpervielfalt einsteht, ziert eines der bekanntesten Cover der Mode- und Popkultur. Für Lizzo steht dabei vor allem eine Botschaft im Mittelpunkt: Der eigene Körper muss niemandem gefallen – außer der Person, die in ihm lebt.
Rosalía entschuldigt sich wegen WM-Shitstorm
Manchmal reichen im Internet eben zwei Sekunden für einen riesigen Shitstorm. Das muss gerade Rosalía erleben. Die spanische Sängerin hat nach dem WM-Sieg Spaniens gegen Argentinien einen Beitrag geteilt und sich kurz darauf öffentlich bei ihren argentinischen Fans entschuldigt – und das nur wenige Tage vor ihren ausverkauften Konzerten in Buenos Aires. Nach dem WM-Finale, bei dem Spanien den amtierenden Weltmeister Argentinien besiegte, teilte Rosalía einen Clip der Influencerin und ehemaligen Pornodarstellerin Mia Khalifa in ihrer Instagram-Story. Darin läuft Rosalías Song "La Perla". Dazu stand sinngemäß: "So klingt das Leben jetzt, nachdem die Perlen besiegt wurden." Der Begriff "La Perla" ist dabei sarkastisch gemeint. In Rosalías Song steht er für einen toxischen Ex-Partner, der die Sängerin emotional verletzt hat.
Viele argentinische Fans verstanden den Beitrag deshalb als direkten Seitenhieb auf die Niederlage ihrer Nationalmannschaft. Dass die Reaktionen so heftig ausfielen, überrascht kaum. Fußball ist in Argentinien weit mehr als nur ein Sport – die Weltmeisterschaft ist dort fast schon eine nationale Angelegenheit. Und wenn eine der größten Popstars der Welt vermeintlich über die Niederlage spottet, trifft das bei vielen Fans einen empfindlichen Nerv. Die Kritik in den sozialen Medien war so groß, dass einige Fans sogar damit drohten, ihre Tickets für Rosalías Konzerte Anfang August zurückzugeben oder die Auftritte zu boykottieren. Die Sängerin reagierte darauf schnell. Sie löschte den Beitrag und entschuldigte sich gleich in zwei Instagram-Storys. In der ersten ist die argentinische Flagge zu sehen. Dazu schrieb sie: "Ich habe es geteilt, weil 'La Perla' lief und ich gar nicht gelesen habe, was dort stand. Mein Fehler. Verzeihung!", begleitet von mehreren weinenden Emojis. In einer zweiten Story veröffentlichte sie ein großes rotes Herz mit den Worten: "Ich habe nur Liebe für Argentinien."
Die Entschuldigung konnte den Ärger allerdings nicht bei allen Fans besänftigen. Während einige Nutzerinnen und Nutzer ihr vorwerfen, zu spät reagiert zu haben, verteidigen andere die Sängerin und sprechen von einem ehrlichen Fehler. Der Fall zeigt einmal mehr, wie eng Popkultur, Nationalstolz und soziale Medien heute miteinander verwoben sind. Ein unbedachter Klick kann innerhalb weniger Stunden internationale Schlagzeilen machen. Gerade nach einem WM-Finale werden Worte und Gesten von Prominenten oft besonders aufmerksam verfolgt. Rosalía dürfte jedenfalls gelernt haben, dass argentinische Fußballfans Niederlagen nicht so schnell vergessen.
Kölner Konzert Location Südbrücke hat wieder auf
Aufatmen bei Kölner Konzert-Fans: Die Südbrücke hat wieder auf. Die Location wurde vergangene Woche von der Stadt Köln kurzzeitig zugemacht. Zumindest die nächsten Veranstaltungen seien jetzt erstmal gesichert, hat das Team der Südbrücke Köln verkündet. Darunter zählt unter anderem das Konzert von Global-Pop-Star Manu Chao Ende August. Das Team hat sich dabei ausdrücklich bei allen Unterstützern bedankt. In einem Post schreib es: Man sehe, was mit der Kraftanstrengung vieler und pragmatischem Handeln alles möglich sei. Eine dauerhafte Genehmigung gebe es weiterhin noch nicht, allerdings sei auch da "Bewegung" in die Sache gekommen.
Seit letzte Woche das kurzzeitige Aus für die Südbrücke verkündet wurde, haben sich Menschen aus der Kulturszene, aus der Bevölkerung und der Politik gemeldet. Grünen-Politikerin und Bürgermeisterin der Stadt Köln Brigitta von Bülow hat COSMO erzählt, warum sie und ihre Partei sich so für die Südbrücke eingesetzt haben.
"Wir haben uns für die Südbrücke stark gemacht, weil sie ein wichtiger Freiraum ist. Ein Ort für viele Kölner und Kölnerinnen, die hier Kultur auf sehr niederschwellige Weise erleben können. Ich finde, es ist ein Ort zum Wohlfühlen. Die Veranstalter planen sehr viel, sehr liebevoll, sehr auf Details bedacht. Sie machen ein sehr unterschiedliches und vielfältiges Programm." Brigitta von Bülow
In der Südbrücke haben so unterschiedliche Acts gespielt wie eben Manu Chao oder Bukahara aus dem Global Pop, Punk-Helden wie zuletzt die Sex Pistols, früher auch Kraftklub, die Antilopengang und Peter Fox. Vor allem aber lebt die Südbrücke von ihrem besonderes Ambiente: Eine Open Air Location mitten im Grünen mit Holzbuden und einem Wohnzimmer im Freien, mit vielen bunt geschminkten und gekleideten Freigeistern unter den Besuchern.