Ikkimel überrascht beim Berliner CSD
Eben noch sorgte sie mit ihrem Auftritt im ZDF-Morgenmagazin für Diskussionen – heute Abend steht Ikkimel auf einer Bühne, die wahrscheinlich deutlich besser zu ihr passt: Die Berliner Rapperin ist der Surprise Support Act beim Demokratieabend des Berliner CSD am Brandenburger Tor. Dass ausgerechnet Ikkimel dort auftritt, kommt nicht überraschend. Die Rapperin gehört zu den auffälligsten neuen Stimmen im deutschen Rap. Bekannt wurde sie über TikTok und Social Media und hat sich innerhalb kurzer Zeit eine große Fangemeinde aufgebaut – besonders bei jungen Menschen und in der queeren Community.
Musikalisch und inhaltlich bricht Ikkimel mit vielen klassischen Rap-Klischees. Sie erzählt aus einer weiblichen Perspektive, spricht offen über Sexualität, spielt bewusst mit Provokation und setzt sich gegen toxische Rollenbilder zur Wehr. Damit polarisiert sie zwar, ist für viele Fans aber längst zu einer wichtigen Stimme queerer Popkultur geworden. Genau das passt auch zum diesjährigen Motto des Berliner CSD: "Haltung ist hot". Im Mittelpunkt stehen nicht nur Musik und Party, sondern auch Demokratie, Menschenrechte und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Ikkimel tritt – wie alle Künstlerinnen und Künstler des Berliner CSD – ohne Gage auf. Die genaue Uhrzeit ihres Auftritts beim Demokratieabend am Brandenburger Tor wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Tyla bringt afrikanischen Pop in den Mainstream
Mit ihrem Welthit "Water" hat Tyla den internationalen Durchbruch geschafft. Jetzt legt die 24-jährige Sängerin aus Südafrika mit ihrem zweiten Album "A*Pop" nach – und zeigt, warum sie gerade zu den spannendsten neuen Popstars weltweit gehört. Der Albumtitel steht für African Pop. Genau darum geht es auch musikalisch: Tyla verbindet Amapiano, Afrohouse, R'n'B und Dancehall mit eingängigen Popmelodien. Das klingt international, verliert aber nie den Bezug zu ihren südafrikanischen Wurzeln. Immer wieder wird Tyla mit Rihanna verglichen. Nicht, weil sie deren Musik kopiert, sondern weil sie Pop mit Einflüssen aus ihrer Heimat verbindet und damit eine ähnliche Rolle einnimmt. Während Rihanna seit Jahren kaum neue Musik veröffentlicht, bringt Tyla frische Sounds in den Mainstream. Besonders Songs wie „Is It Love“ erinnern mit ihrer Gesangslinie stellenweise an Rihanna – trotzdem hat Tyla längst ihren eigenen Stil gefunden.
Auf "A*Pop", das seit Freitag erschienen ist, setzt sie außerdem auf viele Anspielungen an die Popmusik der 2000er. "She Did It Again" mit der schwedischen Sängerin Zara Larsson spielt nicht nur im Titel auf Britney Spears an, auch das Musikvideo erinnert mit seinen Choreografien an das legendäre Duett von Beyoncé und Shakira. Andere Songs wie "Chanel" oder "I Don't Care" stellen dagegen die Amapiano- und Afrohouse-Einflüsse in den Mittelpunkt. Das Ergebnis ist ein Album mit vielen eingängigen Tracks, das genauso gut auf der Sommerparty funktioniert wie unterwegs mit Kopfhörern. "A*Pop" ist ab Montag unser Album der Woche – mit den wichtigsten Songs und jeder Menge Tyla bei uns im Programm.
Don Omar erklärt den Erfolg von Bad Bunny
Reggaeton ohne Don Omar? Kaum vorstellbar. Mit Songs wie "Danza Kuduro" oder "Dile" hat der Puerto-Ricaner das Genre Anfang der 2000er weltweit bekannt gemacht. Heute füllen Künstler wie Bad Bunny, Karol G oder Feid Stadien rund um den Globus. Für Don Omar ist das kein Zufall. Im Interview mit der spanischen Zeitung EL PAÍS erklärt der Reggaeton-Pionier, dass der Erfolg von Bad Bunny das Ergebnis von mehr als 30 Jahren Entwicklung sei. Die heutige Generation baue auf dem Fundament auf, das Künstler wie Don Omar, Daddy Yankee oder Tego Calderón gelegt hätten. Gleichzeitig habe Bad Bunny dem Genre noch einmal eine neue Dimension gegeben und Reggaeton endgültig zu einem globalen Pop-Phänomen gemacht.
Wie sehr sich die Musik verändert hat, zeigt für Don Omar auch der Blick zurück. Als er vor mehr als 20 Jahren nach Spanien kam, kannte dort kaum jemand Reggaeton. Seine Musik wurde damals oft noch über illegal gebrannte CDs verbreitet. Heute dominieren spanischsprachige Songs regelmäßig die internationalen Streaming-Charts. Bad Bunny verkauft weltweit Stadien aus, Karol G gehört zu den erfolgreichsten Künstlerinnen überhaupt und Reggaeton ist längst fester Bestandteil des globalen Mainstreams. Besonders bemerkenswert ist, wie selbstkritisch Don Omar auf seine eigene Generation blickt. Er sagt, Reggaeton habe früher häufig das Bild des harten Straßen-Typs geprägt – Machismo, Gewalt und Gangster-Image gehörten für viele Künstler dazu. Die jüngere Generation gehe damit anders um. Genau das bewundere er. Das Genre sei erwachsen geworden, habe sich weiterentwickelt und vieles hinter sich gelassen, was heute nicht mehr zeitgemäß sei.
Zum Ende des Interviews wird Don Omar dann sehr persönlich. Er spricht über seine Krebserkrankung im Jahr 2024 und darüber, wie sehr ihn der Glaube verändert hat. Damals habe er Gott gesagt: Wenn seine Zeit gekommen sei, solle es schnell gehen. Er werde keine Erklärungen verlangen, keine Vorwürfe machen und nichts fordern. Seit diesem Tag versuche er jeden einzelnen Tag, Gottes Bestimmung für sein Leben zu erfüllen. Nach mehr als drei Jahrzehnten Reggaeton blickt Don Omar damit nicht nur auf eine außergewöhnliche Karriere zurück. Er sieht auch ein Genre, das sich musikalisch und gesellschaftlich weiterentwickelt hat – und dessen größter Erfolg heute für ihn einen Namen trägt: Bad Bunny.
Cypress Hill mit neuem Album auf Spanisch
Auf "Dios Bendiga" rappen die MCs B-Real und Sen Dog komplett auf Spanisch. Die HipHop-Urgesteine haben zwar schon mal für ein Greatest Hits Album ihre englischen Texte auf Spanisch übersetzt, "Dios Bendiga" ist nun aber das erste rein spanischsprachige Studioalbum. Die beiden MCs kommen aus South Gate in L.A., einem Viertel, wo fast 95 Prozent Latinos leben. Die Latin-Kultur war immer Teil ihrer Musik, sie haben auch immer wieder Latino-Slang mit eingebaut in ihre Texte. "Dios Bendiga" heißt übersetzt: "Gott segne". Frontmann B-Real hat gesagt, das Album soll weniger religiös rüberkommen als vielmehr eine Art Lobpreisung der Kultur sein. Es sei eine Erinnerung daran, dass das Erbe der Latin-Kultur kein Trend, sondern eine göttliche Ordnung und ein Blick in die Zukunft sei.
Produzent DJ Muggs tankt sich dazu durch verschiedene Latin-Styles und kombiniert die mit HipHop Beats. Manchmal gibt es auch Reggae oder ganz klassische Latin Musik wie Cumbia wie in der zweiten Single "Campeones". Die wäre wohl die perfekte Siegerhymne gewesen, hätte Argentinien vor kurzem das WM Finale gewonnen, denn in Argentinien regiert die Cumbia. Als Gegensatz zu dieser traditionellen Musik gibt es auf dem Album auch ein paar junge Latin MCs, die sich Cypress Hill als Gäste eingeladen haben. Z.B. Aléman aus Mexiko oder der gerade sehr angesagte Trueno aus Argentinien – als der 2002 geboren wurde, gab es Cypress Hill als Band schon 14 Jahre.