Trailer zum Kinofilm "Was haben wir gelacht"
01:44 Min.. Verfügbar bis 06.08.2026.
Was haben wir gelacht
Stand:
In den 1990er- und 2000er-Jahren waren weibliche Comedians in der Minderheit. Sie mussten sich in einer von Männern dominierten Unterhaltungsszene behaupten und gegen Sexismus wehren. Der spannende Dokumentarfilm erinnert an diese Zeit.
Von Andrea Burtz
Dialogbox
Darum geht's
Die Dokumentation von Eva Müller und Isabel Schneider erzählt die Geschichte des Unterhaltungsfernsehens der 1990er und frühen 2000er Jahre konsequent aus Frauenperspektive. Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger Gaby Köster und Esther Schweins blicken zurück auf ihr Werk und eine Zeit, in der Frauen im Fernsehen vor allem Beiwerk waren. Sie dienten als Pointen, weiblicher Humor galt hingegen als Quotenkiller, Frauenthemen kamen in Shows kaum vor.
Eine ganze Generation wurde so vor allem durch männliche Unterhalter und deren Komikverständnis sozialisiert: Durch "Wetten, dass…?", die "Harald Schmidt Show" und später "TV total". Wie hat uns diese Zeit geprägt? Und was haben Humor, Witz und Unterhaltung mit Macht und Gleichberechtigung zu tun? Der Film ist eine Zeitreise zurück zu den Lachern der 1990er und 2000er und fragt nach, ob das für alle Beteiligten wirklich komisch war.
Darum geht's wirklich
Der Film zeigt, wie sich die Frauen – Entertainerinnen, Moderatorinnen, Schauspielerinnen – in einer von Männern dominierten Unterhaltungswelt behaupteten, gegen Vorurteile ankämpften und mit Humor gesellschaftliche Machtstrukturen herausforderten, auch wenn das oft schmerzte.
Die spielen mit
Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Esther Schweins, Bettina Böttinger, Gaby Köster.
Das sagt Kinokritikerin Andrea Burtz
Fünf Frauen, die das deutsche Unterhaltungsfernsehen geprägt haben, blicken zurück auf eine Zeit, die noch gar nicht so lange her ist. Die 1990er Jahre, in denen Moderatoren weiblichen Gästen gerne ans Knie fassten und selbstverständlich zur Begrüßung ihr Äußeres kommentierten. Eine Zeit, in der Comedy Penals meist männlich besetzt waren. An die einsame Quotenfrau in ihrer Mitte wurden stellvertretend frauenfeindliche Witze adressiert. All das zeigt das akribisch ausgewählte Archivmaterial.
Im Einzelgespräch präsentieren die Filmemacherinnen Eva Müller und Isabel Schneider den fünf Protagonistinnen diese Fernsehausschnitte. Ihre spontanen Reaktionen sind emotional: vom angewiderten Abwenden, über laute Lacher und Tränen, die für eine Kollegin vergossen werden, die vor laufender Kamera gedemütigt wird, ist alles dabei.
Es ist spannend, den fünf unterschiedlichen, wortgewandten Frauen zuzuhören, die über die damalige Stimmung, ihre Anfänge und auch ihre Gefühle sprechen, die noch heute in ihnen aufsteigen, wenn sie manche Szenen sehen. Dabei sind die Einzelinterviews geschickt montiert, so dass die Protagonistinnen aufeinander Bezug nehmen. Die Rückblicke auf das großartig ausgewählte Archivmaterial verkommen nicht zur Nummernrevue, sondern tragen die Frage, über wen und warum eigentlich gelacht wird, bis in unsere Zeit. Besonders interessant am Ende auch die kritische Selbstbefragung mancher Comedienne, ob nicht manch eigener Gag in der Vergangenheit frauenfeindlich war.
"Was haben wir gelacht" ist eine spannende Zeitreise, die interessante Fragen stellt und spannende Antworten bekommt. Das Unterhaltungsfernsehen der 1990er Jahre und seine Beteiligten sieht man nach dieser Dokumentation auf jeden Fall anders.
Die Bewertung auf einen Blick
Vier von fünf
Dokumentation, Deutschland 2026
Länge: 98 min
Ab 12 Jahren
Kinostart: 16. Juli 2026
Sednung: WDR 2 Der Nachmittag, 16.07.2026, ab 15.05 Uhr