La Chapelle royale & Le Salon musicale
In der ersten Vesperstunde nimmt Gela Birckenstaedt uns mit auf eine Reise durch die Geschichte der königlichen Kapelle in Paris und Versailles: mit Werken von Josquin Desprez bis Luigi Cherubini. Der zweite Teil der Vesper führt in die Pariser Musiksalons des 19. Jahrhunderts, wo wir legendären Salonnièren wie Marie Moke-Pleyel und Louise Bertin begegnen.
- Sendehinweis: Vesper | 11. Juli 2026, 17.04 - 19.00 Uhr | WDR3
Vesper I
17:04 - 17:45 Uhr
La Chapelle royale
Chapelle royale ist nicht nur der Name der berühmten barocken Schlosskirche in Versailles. Auch die Musikkapelle, die am französischen Königshof sowohl in Paris als auch in Versailles für die Kirchenmusik zuständig war, wird so genannt. Ihre Glanzzeit erlebt sie im Barock unter Ludwig XIV, dem "Sonnenkönig", und Ludwig XV. Komponisten wie Michel-Richard Delalande, André Campra und Henry Madin komponieren prachtvolle wie eindringliche Stücke für das Ensemble. Aber auch schon in der Renaissance kann die königliche Kapelle mit berühmten Musikern und Komponisten aufwarten, darunter Josquin Desprez. Seine Motette "Misericordias Domini" ist wahrscheinlich für Ludwig XI entstanden.
Von Gela Birckenstaedt
Die Musikstücke zur Sendung
Michel-Richard Delalande
Deitatis majestatem (Aussschnitt)
Emmanuelle de Negri, Sopran
Dagmar Sasková, Sopran
Sean Clayton, Haute-contre
Cyril Auvity, Tenor
André Morsch, Bass
Le Poème Harmonique
Ensemble Aedes
Leitung: Vincent Dumestre
9'11''
Josquin Desprez
Misericordias Domini in aeternum cantabo
Weser-Renaissance Bremen
Leitung: Manfred Cordes
9'33''
Henry Madin
Mottet pour l'Assomption de la Ste Vierge et pour le Commun des Vierges Martires
Le Concert Lorrain
Leitung: Anne-Catherine Bucher
3'44''
Luigi Cherubini
Sciant gentes
Maria Keohane, Sopran
Margot Oitzinger, Alt
Thomas Hobbs, Tenor
Sebastian Noack, Bariton
Kammerchor Stuttgart
Hofkapelle Stuttgart
Leitung: Frieder Bernius
10'13''
Vesper II
18:04 - 19:00 Uhr
Le Salon musicale
Sie haben viel bewirkt und sich dabei meistens im Hintergrund gehalten: Die zahllosen, zumeist vergessenen Frauen des 19. Jahrhunderts, die ihre Salons für musikalische Veranstaltungen geöffnet haben. Das damals aufkommende bürgerliche Musikleben ist dadurch entscheidend geprägt worden – etwa in Berlin, St. Petersburg, Warschau und vor allem in Paris. Von einigen dieser so genannten Salonnièren weiß man heute zumindest den Namen: darunter Emilia Potocka und Marie Moke-Pleyel. Fryderyk Chopin hat sein Paris-Debut in Moke-Pleyels Salon gegeben, die selbst eine renommierte Pianistin war. Louise Bertin war Komponistin und Schriftstellerin. Ihre Oper "Fausto" wurde 1831 in Paris uraufgeführt.
Von Gela Birckenstaedt
Die Musikstücke zur Sendung
Fryderyk Chopin
Nocturne Es-Dur, op. 55,2
Dang Thai Son, Hammerflügel
5'43''
Camille Pleyel
Nocturne B-Dur alla Field, op. 52
Varvara Manukyan, Hammerflügel
3'38''
Marie-Antoinette von Österreich-Lothringen
C'est mon ami
Isabelle Poulenard, Sopran
Sandrine Chatron, Harfe
2'34''
Johann Baptist Krumpholtz
L'amante abandonné
Isabelle Poulenard, Sopran
Stéphanie Paulet, Violine
Sandrine Chatron, Harfe
4'24''
Fryderyk Chopin
Walzer cis-Moll, op. 64,2
Tatiana Shebanova, Hammerflügel
4'19
Hector Berlioz
Villanelle
Le spectre de la rose
L'île inconnue
aus: Les nuits d'été, op. 7
Anne Sofie von Otter, Mezzosopran
Les Musiciens de Louvre
Leitung: Marc Minkowski
12'31''
Louise Angélique Bertin
Ouvertüre
aus: Fausto
Opera semiseria in 4 Akten
Les Talens Lyriques
Leitung: Christophe Rousset
9'32''
Redaktion: Susanne Rump