Im autobiografischen Roman "Zugwind" schildert Iryna Fingerova die Zerrissenheit einer Ärztin. Mira Zehmann stammt aus der Ukraine und wird mit Beginn der russischen Großinvasion in einer deutschen Stadt zur Anlaufstelle für Flüchtlinge aus ihrer Heimat. Wie in einem Mosaik werden ergreifende Lebensgeschichten und Schicksale miteinander verwoben. Dabei greift die Schriftstellerin auf eigene Erfahrungen als Hausärztin und Psychiaterin in Deutschland zurück. Die literarische Verarbeitung wird für sie zum Ventil, um mit Verzweiflung über Krieg, Leid und Schuldgefühle umzugehen.
Buchtipp
Iryna Fingerova (2026): Zugwind. Berlin: Rowohlt Hundert Augen. 300 Seiten. ISBN 978-3-498-00800-0.
Redaktion: Jessica Eisermann
Sendung: WDR 5, Neugier genügt, 18.08.2026, 10:04 Uhr