Welchen Einfluss hat Krankheit auf das Denken?
Welchen Einfluss hat Krankheit auf das Denken? Der Philosoph Friedrich Nietzsche litt an verschiedenen, teils schweren Gebrechen. Für ihn lag der Schlüssel zur Erkenntnis in der Frage des Umgangs damit: Krankheiten produktiv zu nutzen, das bedeutete für Nietzsche Gesundheit.
Der Philosoph Helmut Heit
"Was mich nicht umbringt, macht mich stärker." Eines der bekanntesten Zitate des Philosophen Friedrich Nietzsche – und eines derjenigen, die sehr lange falsch interpretiert wurden. Denn Nietzsche hat hier keineswegs für unerbittliche Härte plädiert. Vielmehr ging es ihm darum, mit Krankheit umzugehen. Zum Beispiel in dem Sinne, dass man Verhaltens- und Denkmuster aufgibt und neue entwickelt. Oder in dem, dass man die Inspiration nutzt, die mit Genesung einher gehen kann. Letztlich geht es ganz unkriegerisch um einen Weg zur Gesundheit, der auf Achtsamkeit, Sorge und Praxis beruht, sagt der Philosoph Helmut Heit. Dabei spielt natürlich auch die (Selbst-)Reflexion eine wichtige Rolle.
Welchen Einfluss hat die Gesundheit auf das Denken? Kann Krankheit auch stimulieren und inspirieren? Wie gehen Sie gedanklich mit Krankheit und Gesundheit um?
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Literaturhinweis: Helmut Heit. "Friedrich Nietzsche. Krankheit, Loslösung und große Gesundheit" in: Leiden und Lebenskunst. Biographisch-philosophische Studien zu Krisen, Therapien und Wandlungen. J.B. Metzler, 2023.
Redaktion: Monika Kophal
WDR 5, Das Philosophische Radio, 06.07.2026, 19:04 Uhr