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22.03 - 06.00 Uhr ARD Infonacht
Zwei Hände halten die Silhouette eines Kopfes, aus Papier ausgeschnitten, mit einem freundlichen Smiley anstelle des Gehirns darauf gemalt, vor grünem Hintergrund.

WDR 5 Tagesgespräch Mentale Gesundheit – wie gehen wir damit um?

Wie geht es Dir? Über diese Frage zur psychischen Gesundheit sprechen wir mehr und mehr - öffentlich in Podcasts, privat unter Kollegen und im Freundes- und Familienkreis. Hat sich unser Umgang verändert? Diskutieren Sie mit im WDR 5 Tagesgespräch!

"Mehr als 1 Milliarde Menschen leben mit psychischen Erkrankungen. Die häufigsten psychischen Störungen bei Männern und Frauen sind Angst- und depressive Störungen. Obwohl viele Länder ihre psychischen Gesundheitsstrategien verbessert haben, sind mehr Investitionen und entschlosseneres Handeln erforderlich, um die Versorgung auszubauen und die psychische Gesundheit weltweit zu fördern und zu schützen." So lautet das Ergebnis des "Mental Health Atlas" zu psychischen Gesundheit, den die Weltgesundheitsorganisation WHO heute (2.9.) veröffentlicht.

"Die Transformation der psychischen Gesundheitsversorgung ist eine der dringendsten Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit", sagte Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO. "In psychische Gesundheit zu investieren heißt, in Menschen, Gemeinschaften und Volkswirtschaften zu investieren – eine Investition, die sich kein Land leisten kann zu vernachlässigen. Jede Regierung und jede Führungskraft trägt die Verantwortung, rasch zu handeln und sicherzustellen, dass psychische Gesundheitsversorgung kein Privileg, sondern ein Grundrecht für alle ist."

Fortschritte in Prävention und Notfallversorgung

Erfreulicherweise – so die Pressemitteilung der WHO weiter – berichten die meisten Länder über funktionierende Präventionsmaßnahmen, wie z. B. Programme zur frühkindlichen Entwicklung, psychische Gesundheitsförderung in Schulen und Suizidprävention. Mehr als 80 Prozent der Länder bieten inzwischen psychische und psychosoziale Unterstützung in Notfällen an – im Vergleich zu nur 39 Prozent im Jahr 2020. Auch ambulante Versorgung und Telemedizin werden zunehmend verfügbar, allerdings bleibt der Zugang ungleich verteilt.

Ältere Menschen seltener betroffen – junge Frauen am häufigsten

Ältere Menschen geben insgesamt seltener eine psychische Erkrankung an. Das ergab 2023 eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos, die im Auftrag des Versicherungskonzerns AXA erhoben wurde. In der Altersgruppe zwischen 65 und 74 erklärten 17 Prozent, aktuell mental erkrankt zu sein. Insgesamt erklärten rund 32 Prozent der Befragten, dass sie unter Depressionen, einer Angststörung, Essstörung, Zwangsneurose oder anderen psychischen Erkrankungen leiden. Insbesondere junge Frauen im Alter zwischen 18 und 34 Jahren hätten häufig angegeben, aktuell psychisch erkrankt zu sein (41 Prozent).

"Die größte Krankheitslast an psychischen Störungen betrifft die junge und arbeitende Bevölkerung", so Andreas Meyer-Lindenberg, ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Rund ein Viertel der betroffenen Befragten erklärten, dass sie sich ihre Diagnose selbst durch Nachforschung oder mithilfe des Internets gestellt hätten.

Lange Wartezeiten bei Therapieplätzen

Prominente äußern sich vermehrt zu ihren Erkrankungen. Die Musiker Ed Sheeran und Lady Gaga sprechen über Depressionen, Billie Eilish über Panikattacken, Formel-1-Rennfahrer Lewis Hamilton erzählt von Therapien, die er macht. Gleichzeitig scheint die medizinische Versorgung zu stagnieren. Auf Therapieplätze müssen die Patienten oft monatelang warten. Von den rund 17,8 Millionen in Deutschland betroffenen Mensche nimmt nur knapp jeder fünfte Kontakt zu Behandelnden auf.

Werden psychische Erkrankungen öffentlich? Erfahren sie mehr Akzeptanz? Oder werden sie zu wichtig genommen? Nehmen psychische Krankheiten zu oder hat sich unser Umgang mit ihnen verändert und wir gehen eher zum Arzt? Wie sind Ihre Erfahrungen im privaten Umfeld und im beruflichen? Was beobachten Sie im Alltag? Tun Sie mehr für ihre psychische Gesundheit als früher? Was stärkt ihre Psyche?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555).

Gast: Prof. Frank Jacobi, Professur für Klinische Psychologie und Psychotherapie (Schwerpunkt Verhaltenstherapie)

Redaktion: Valentina Dobrosavljević und Birgit Becker

Mentale Gesundheit – wie gehen wir damit um?

WDR 5 Tagesgespräch 02.09.2025 43:34 Min. Verfügbar bis 02.09.2026 WDR 5


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