WDR 5 Tagesgespräch : Bahnhöfe in NRW – barrierefrei?
Oft nicht vorhanden: Blindenleitstreifen, Handlaufschilder, Aufzüge oder Rampen. Auch vielerorts nicht möglich: der stufenlose Einstieg in die Bahn. Eine Datenanalyse des WDR zeigt, dass es um die Barrierefreiheit an den Bahnhöfen in NRW nicht gut bestellt ist. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Diskutierenden Sie mit Ralph Erdenberger und Dr. Andreas Schröder, Fahrgastverband ProBahn im WDR 5 Tagesgespräch.
Die Fakten
Zuerst die gute Nachricht: 84 Prozent der Bahnhöfe im Land ermöglichen stufenlose Zugänge zu den Gleisen. Das heißt aber auch, dass an den restlichen 16 Prozent der Bahnhöfe Menschen mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen oder Fahrrad Stufen oder Treppen überwinden müssen. Wer blind ist, hat andere Schwierigkeiten zu meistern und ist auf Blindenstreifen am Boden angewiesen. Auch sie fehlen an 44 Prozent der Nordrhein-Westfälischen Bahnhöfe und generell ist nur an jedem dritten Bahnhof in unserem Bundesland ein stufenloser Einstieg in den Zug möglich, weil die Bahnsteighöhe (noch) nicht angepasst ist.
Die Maßnahmen der Bahn
2005 stellte die Deutsche Bahn ihr erstes großes Programm zur Barrierefreiheit vor. Ein Meilenstein, schrieb sie damals. Seit dem wird auch tatsächlich an der Barrierefreiheit in Bahnhöfen gearbeitet. So baut die DB nach eigenen Angaben pro Jahr rund 150 Bahnsteige barrierefrei um. Bis 2030 sollen alle Bahnhöfe in Deutschland barrierefrei sein.
Wie wichtig ist Barrierefreiheit?
Der Schienenverkehr ist das umweltfreundlichste und für viele mobilitätsbehinderte Menschen annehmbarste Verkehrsmittel. Wer seh- oder gehbehindert ist, aber auch wer mit Kinderwagen unterwegs oder auf einen Rollator angewiesen ist, braucht die Bahn, um mobil zu sein oder zu bleiben. Und Mobilität ist auch ein Stück Freiheit.
Was hilft, wenn die Barrierefreiheit nicht gegeben ist?
Die Bahn bietet einen kostenlosen Mobilitätsservice, der beim Ein- und Ausstieg Hilfestellung gibt. Außerdem bietet sie im Internet umfassende Dienstleistungen rund um die Planung, Buchung und Information von Reisen im Personenverkehr an. Doch fast noch wichtiger ist die Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme von Mitreisenden. Ob es um Hilfen beim Ein- und Ausstieg geht, um Kinderwagen, Rollatoren oder schwere Koffer, ob es um Informationen zum Weg zum Zug oder auch nur darum geht, einem Platz im Zug anzubieten, hier kann jeder und jede für ein bisschen mehr Barrierefreiheit sorgen.
Sind Sie auf barrierefreie Bahnhöfe angewiesen? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Wo sehen Sie Fortschritte, wo gibt es noch Schwachstellen? Erleben Sie Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme? Haben Sie ein Auge für Menschen, die Hilfe brauchen?
Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555).
Gast: Dr. Andreas Schröder, Fahrgastverband ProBahn
Redaktion: Chris Hulin und Jessica Eisermann
WDR 5, Tagesgespräch, 27.11.2025, 10:04 Uhr