WDR 5 Tagesgespräch : Bettelverbot: Wie gehen wir mit Armut um?
Dortmund hat ein Bettelverbot fünf Meter um Außengastronomie beschlossen. Die einen sehen darin mehr Schutz für Gäste und Wirte, die anderen einen Eingriff in die Rechte besonders hilfsbedürftiger Menschen. Wie sollte eine Stadt mit Betteln im öffentlichen Raum umgehen? Diskutieren Sie mit Elif Şenel und Dr. Michael Kolocek im WDR 5 Tagesgespräch!
Sie sitzen mit Freunden im Straßencafé, essen zu Mittag oder trinken einen Kaffee und dann werden sie um Geld gebeten – von mehreren Bettlern. Dortmund zieht jetzt Konsequenzen: Rund um die Außengastronomie ist Betteln für ein Jahr verboten: Wer künftig im Umkreis von fünf Metern um Cafés oder Restaurants bettelt, muss mit einem Platzverweis oder Bußgeld rechnen.
Die Stadt begründet das mit zahlreichen Beschwerden aus der Gastronomie und der Bürger. SPD, CDU, AfD und FDP/Bürgerliste stimmten dafür, Grüne und Linke dagegen: Ein Bettelverbot löse keine Armut, sondern verdränge sie lediglich aus dem Stadtbild und schränke die Freiheitsrechte ein.
Ist das Verbot der richtige Weg? Wie erleben Sie Betteln in Ihrer Stadt? Fühlen Sie sich dadurch belästigt oder gehört es zum öffentlichen Leben dazu? Braucht es Grenzen beim Betteln – oder mehr Hilfe für Menschen in Not?
Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555).
Gast: Dr. Michael Kolocek, stellvertretender Leiter der Forschungsgruppe "Sozialraum Stadt" am Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) in Dortmund
Redaktion: Birgit Becker und Jessica Eisermann
Sendung: WDR 5, Tagesgespräch, 10.07.2026, 12:10 Uhr