US-Präsident Donald Trump spricht während einer Pressekonferenz mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im State Dining Room des Weißen Hauses.

WDR 5 Tagesgespräch Gaza-Friedensplan: ein Grund zur Hoffnung?

Waffenruhe, Freilassung aller Geiseln, Truppenabzug: Das sind zentrale Punkte des neuen Gaza-Friedensplans. Wie bewerten Sie den Vorschlag? Macht er Ihnen Hoffnung auf Frieden? Diskutieren Sie mit Nahost-Expertin Bente Scheller im WDR 5 Tagesgespräch!

Ambitionierter Plan mit klaren Vorgaben

US-Präsident Donald Trump und Israels Premierminister Benjamin Netanjahu haben einen 20 Punkte umfassenden Friedensplan für den Gazastreifen vorgelegt. Im Zentrum stehen eine sofortige Waffenruhe, die Freilassung aller Geiseln durch die Hamas, ein schrittweiser Rückzug israelischer Truppen und eine internationale Übergangsverwaltung. Letztere soll den Wiederaufbau koordinieren und die Region politisch stabilisieren. Die Hamas soll bei der künftigen Verwaltung des Gazastreifens ausgeschlossen bleiben. Stattdessen soll ein palästinensisches Technokratenkomitee die Übergangsregierung stellen – beaufsichtigt von einem sogenannten "Friedensrat", dem unter anderem Trump und der frühere britische Premier Tony Blair angehören sollen.

Palästinensischer Staat nur in Aussicht

Ein unabhängiger palästinensischer Staat wird im Plan lediglich als Perspektive formuliert – geknüpft an konkrete Bedingungen. Sollte die Palästinensische Autonomiebehörde tiefgreifende Reformen umsetzen und der Wiederaufbau erfolgreich verlaufen, könne dies den Weg zu einem glaubwürdigen Prozess der Selbstbestimmung und späteren Staatsgründung ebnen, heißt es im Plan.

Zustimmung und Zweifel

International stößt der Vorschlag auf Zustimmung: Bundeskanzler Friedrich Merz nennt ihn "die beste Chance auf Frieden", auch Frankreichs Präsident Macron, Großbritannien und die Türkei unterstützen die Initiative. Kritisch sehen viele Beobachtende allerdings, dass die Hamas nicht einbezogen wurde und deren vollständige Entwaffnung gefordert wird – für viele eine unrealistische Voraussetzung. Eine offizielle Antwort der Hamas steht auch noch aus. Auch zentrale Fragen wie Sicherheitszonen oder die künftige Rolle Israels im Gazastreifen bleiben unklar. Die Reaktionen auf diesen Plan fallen sehr unterschiedlich aus: Sie reichen von großer Hoffnung bis zu großer  Skepsis.

Wie bewerten Sie den neuen Gaza-Friedensplan – ist er eine echte Chance auf Frieden oder bloß politisches Wunschdenken?  Für wie realistisch halten Sie eine vollständige Entwaffnung der Hamas – und welche Alternativen sehen Sie? Glauben Sie, dass sich das israelische Militär tatsächlich vollständig aus dem Gazastreifen zurückziehen wird? Welche Bedeutung hat für Sie die Perspektive auf einen unabhängigen palästinensischen Staat? Welche Rolle sollte Deutschland Ihrer Meinung nach einnehmen – nur politisch und finanziell unterstützen oder auch militärisch zur Friedenssicherung beitragen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555).

Gast: Bente Scheller, Referatsleitung Nahost und Nordafrika der Heinrich-Böll-Stiftung

Redaktion: Birgit Becker und Valentina Dobrosavljević

Gaza-Friedensplan: ein Grund zur Hoffnung?

WDR 5 Tagesgespräch 01.10.2025 45:41 Min. Verfügbar bis 01.10.2026 WDR 5


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