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WDR 5 Tagesgespräch Pflegegrad 1 abschaffen?

Die Pflegeversicherung steht unter Druck. Zu viele Pflegebedürftige, zu wenig Geld in der Kasse. Eine Kommission berät eine Pflegereform. Offenbar auch im Gespräch: die Abschaffung der Pflegestufe 1. Wie sehen Sie das? Diskutieren Sie mit Gesundheitsökonomin Christine Arentz im WDR 5 Tagesgespräch!

Ende 2023 waren knapp 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig. Der Großteil wird zu Hause versorgt – auch dank Zuschüssen der Pflegeversicherung, die Haushaltshilfen oder altersgerechte Umbauten ermöglichen.

Es gibt fünf Pflegegrade, bei denen je nach Grad der Selbstständigkeit unterschiedliche Geld- oder Sachleistungen gewährt werden. Die Einstufung erfolgt durch ein ärztliches Gutachten. Pflegegrad 1 gilt bei leichten Beeinträchtigungen, Betroffene benötigen meist nur Hilfe im Alltag, etwa bei der Hygiene oder im Haushalt. Pflegegrad 5 betrifft schwerste Einschränkungen – viele leben dann im Pflegeheim.

Mit zunehmendem Alter steigt die Pflegebedürftigkeit

Allein durch die Alterung der Gesellschaft wird die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2055 um 37 Prozent steigen. Die Babyboomer-Generation erreicht das Pflegealter. Laut Statistischem Bundesamt werden in 30 Jahren rund 6,8 Millionen Menschen pflegebedürftig sein. Schon heute reichen die Einnahmen der Pflegekassen nicht mehr aus, um alle Ausgaben zu decken – es braucht Einsparungen oder zusätzliche Mittel.

Pflegegrad 1 wurde 2017 eingeführt, um unter anderem Erkrankte mit Demenz besser zu unterstützen. Diese sind oft körperlich fit, brauchen aber im Alltag Hilfe. Ende 2023 erhielten rund 870.000 Menschen Leistungen aus diesem Pflegegrad – etwa durch Haushaltshilfen oder Umbauten. Das ermöglicht ihnen ein Leben zu Hause und entlastet die Kassen, da Heimunterbringungen deutlich teurer sind.

Reaktionen auf den möglichen Wegfall von Pflegegrad 1

Sozialverbände sprechen von einer "Schock-Nachricht", Grüne und Linke sehen darin ein "falsches Signal" beziehungsweise einen "sozialpolitischen Skandal". Auch die SPD lehnt Leistungskürzungen ab. Zustimmung kam vom Bundesverband privater sozialer Dienste. Dessen Chef sieht darin die Chance, Menschen mit hohem Bedarf gezielter zu fördern. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) reagierte zurückhaltend: Man werde "den Menschen nicht über Nacht etwas wegnehmen", sie schloss eine Abschaffung des Pflegegrads 1 aber nicht aus. Das System müsse zukunftssicher gemacht werden.

Beziehen Sie oder ihre Eltern Pflegegeld 1? Wie wichtig ist das Pflegegeld für Sie? Was ermöglicht es Ihnen? Würden Sie ohne Pflegegeld in ein Heim ziehen müssen? Ist es weitsichtig, Pflegegeld 1 zu streichen? Wie könnte Geld in den Pflegekassen eingespart werden? Welchen Rat hätten Sie an die Politik?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555).

Gast: Prof. Dr. Dr. Christine Arentz, Professur für Volkswirtschaftslehre und Gesundheitsökonomie TH Köln  

Redaktion: Chris Hulin und Beate Wolff

Pflegegrad 1 abschaffen?

WDR 5 Tagesgespräch 30.09.2025 42:56 Min. Verfügbar bis 30.09.2026 WDR 5


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