Ein älterer Mann und eine jüngere Frau arbeiten gemeinsam in einer Holzwerkstatt

Rentenpläne der Regierung: gerecht für Alt und Jung?

Wie lässt sich die Rente in einer alternden Gesellschaft stabilisieren? Das ist die "Gretchen-Frage", die schon lange im Raum steht. Die schwarz-rote Bundesregierung plant jetzt einige Reformen. Was halten Sie davon? Diskutieren Sie mit Rentenexperte Johannes Geyer vom DIW und Moderator Wolfgang Meyer im WDR 5 Tagesgespräch!

Die Bundesregierung hat sich ein Bündel von Maßnahmen zum Thema Rente überlegt. In einem ersten Schritt hat der Bundestag am Donnerstag (16.10.2025) in erster Lesung über ein Gesetz beraten, das vor allem zwei Rentenreformen betrifft, weitere sollen folgen.

Rentenniveau und Ausweitung der "Mütterrente"

Am Donnerstag (16.10.2025) wurde im Bundestag ein erstes Gesetz zur Rentenreform beraten. Dabei geht es vor allem um zwei Punkte. Zum einen soll das Rentenniveau auch über das Jahr 2025 hinaus, bis mindestens 2031, stabil bleiben. Das Rentenniveau ist eine reine Rechengröße. Sie hilft dabei, die Leistungsfähigkeit des Rentensystems abzuschätzen. Das Rentenniveau beschreibt das durchschnittliche Verhältnis von Löhnen zu Renten. Aktuell liegt es bei 48 Prozent. Ist der Wert niedriger, bekommen die Rentner am Ende weniger raus. Ist er höher, gibt es mehr.

Auch nach 2031 soll das Rentenniveau nur schrittweise der Alterung der Gesellschaft angepasst werden. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas von der SPD sagte dazu: Bei der Stabilisierung des Rentenniveaus gehe es um "Vertrauen in das System". Viele Rentnerinnen und Rentner bekämen ausschließlich die gesetzliche Rente. "Wenn wir das Rentenniveau nicht sichern, werden diese Menschen das Absinken der Rente besonders hart spüren", warnte sie.

Ein zweiter Punkt ist die Ausweitung der sogenannten Mütterrente. Damit sollen auch Eltern von vor 1922 geborenen Kindern volle drei Jahre Erziehungszeit bei der Rente angerechnet bekommen. Ein Herzensprojekt der CSU. Gerade für viele Frauen, die oft über eine geringere Rente verfügen, ist das eine Hilfe. Gleichzeitig gilt das Projekt als wenig zielgenau – alle sollen profitieren, egal ob sie es brauchen – und teuer: Insgesamt kostet die "Mütterrente" rund 20 Milliarden Euro pro Jahr, so Schätzungen.

Weitere Pläne: "Aktivrente" und "Frühstart-Rente"

Bereits im Kabinett beschlossen ist die "Aktivrente". Mit der sollen Rentner ab dem Jahr 2026 pro Monat 2000 Euro steuerfrei dazu verdienen können. Das soll auch gegen den Fachkräftemangel helfen. Gelten soll das aber nicht für alle, so sind etwa Selbstständige ausgenommen.

Noch in der Planung ist die sogenannte "Frühstart-Rente". Mit ihr will die Bundesregierung jedem Kind zwischen sechs und 18 Jahren einen Zuschuss von zehn Euro im Monat vom Staat geben, wenn das Geld in einem Vorsorgedepot angelegt wird. Das soll einen Anreiz geben, früh selbst zusätzlich für das Alter vorzusorgen.

Kritik von jungen Unionsabgeordneten

Kritik gab es von der Jungen Gruppe der Unionsabgeordneten. Sie lehnen das Rentenpaket ab und sehen "eine dauerhafte Milliardenlast auf den Schultern der jungen Generation". Ihr Kritikpunkt vor allem: Dass das Rentenniveau auch über das Jahr 2031 weiter subventioniert werden soll. Sie fordern, dass es für die Zeit ein Konzept für eine Reform des Gesamtsystems Rente brauche. Wegen der knappen Mehrheitsverhältnisse ist damit noch nicht sicher, dass die Regierung die Pläne auch im Bundestag durchbekommt. Die Junge Gruppe zählt 18 Mitglieder, im Bundestag hat die Koalition eine Mehrheit von zwölf Stimmen.

Was halten Sie von den Rentenplänen der Bundesregierung? Gehen die in die richtige Richtung? Lässt sich damit Rente künftig sicherer gestalten? Was könnte außerdem helfen, um das Rentenniveau zu erhalten, aber auf der anderen Seite die Jungen und die Unternehmen nicht zu stark zu belasten? Wie können wir das zusammen schaffen? Wie generationengerecht finden Sie die Pläne? Wie erleben Sie das selbst: Können oder konnten Sie privat fürs Alter vorsorgen?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555).

Gast: Johannes Geyer, Rentenexperte beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)

Redaktion: Tobias Gehle und Gundi Große

Rentenpläne der Regierung: gerecht für Alt und Jung?

WDR 5 Tagesgespräch 17.10.2025 49:23 Min. Verfügbar bis 17.10.2026 WDR 5


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