Viel los im Westen

Düsseldorf, Duisburg, Köln und mehr - NRW-Promis freuen sich auf den Start der 3. Liga

Stand:

Am 7. August beginnt die neue Saison der 3. Liga – mit einem Rekord für NRW: Gleich Acht Vereine aus dem Westen sind mit dabei. 

Fortuna Düsseldorf startet nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga neu in der 3. Liga und ist direkt im Eröffnungsspiel bei Waldhof Mannheim gefordert. Der MSV Duisburg hatte den Relegationsplatz und damit die Chance auf den Aufstieg in der vergangenen Saison nur knapp verpasst. Und die Stadt Köln ist mit gleich zwei Vereinen vertreten – Viktoria Köln und Fortuna Köln. Fünf prominente Fans geben ihre Einschätzung zur kommenden Saison ab und erzählen, was sie mit den Vereinen verbindet.

FORTUNA DÜSSELDORF

Marie-Agnes Strack-Zimmermann: "Mit Verlaub, eine Riesen-Scheiße"

Marie-Agnes Strack-Zimmermann | Bildquelle: dpa

Weil ihre Brüder schon früh für Fortuna Düsseldorf schwärmten, wurde auch Marie-Agnes Strack-Zimmermann, heute Europaabgeordnete im EU-Parlament, zum Fan. Während ihrer Zeit als Bürgermeisterin von Düsseldorf trat sie dem Verein als Mitglied bei. Wie bitter der erneute Abstieg für sie war, macht sie unmissverständlich klar: "Das ist natürlich - mit Verlaub - eine Riesen-Scheiße und war auch enttäuschend."

Die Politikerin blickt aber nach vorn: Dem neuen Sportvorstand Samir Arabi müsse man jetzt Geduld und Vertrauen schenken. Für die neue Saison fordert sie höchsten Einsatz von Tag eins an: "Jedes Spiel ist ernsthaft zu betreiben, wenn man wieder in die höheren Klassen will." Nur mit vollem Fokus könne die schnelle Rückkehr in die 2. Bundesliga gelingen.

Dennis und Benni Wolter: "Da muss man nur in die U75 steigen"

Der Abstieg traf die Entertainer-Zwillinge Dennis und Benni Wolter überraschend. Dennis bringt es auf den Punkt: "Das hat sich einfach nicht abgezeichnet. Man wurde Dritter oder Vierter, einmal Sechster und dann einfach Siebzehnter – und das ist schon sehr, sehr traurig." Seinen bitteren Galgenhumor über die 0:3-Pleite am letzten Spieltag bei Greuther Fürth beschreibt Benni so: "Ich glaube, wenn die 7:0 hätten verlieren dürfen, hätten die 8:0 verloren."

Die Zwillinge Dennis und Benjamin Wolter | Bildquelle: dpa

Auf das Straßenbahnderby gegen den MSV Duisburg freut sich Benni besonders: "Da muss man wirklich nur in die U75 steigen und dann kann man einfach rüberfahren." Er wagt sogar eine optimistische Prognose: Platz eins, nur vier Niederlagen in der gesamten Saison. Dennis sieht es vorsichtiger – für ihn reicht ein Platz in den Top 3.

MSV DUISBURG

Joachim Llambi: "Der MSV ist Kult"

Joachim Llambi | Bildquelle: dpa

Seit seinem fünften Lebensjahr ist TV-Juror Joachim Llambi treuer Anhänger des MSV Duisburg – aufgewachsen in der Stadt, bis heute im engen Austausch mit der Vereinsführung. Besonders am Herzen liegt ihm die Atmosphäre im Wedaustadion: "Selbst, wenn es halb gefüllt ist, hat es eine sensationelle Atmosphäre. Der MSV ist Kult. Wenn das Lied kommt, geht die Stimme weg."

Für die neue Saison sieht er den MSV gut aufgestellt und wünscht sich nach den ersten vier Spieltagen neun bis zehn Punkte als gutes Zeichen. Seine Kabinenansprache vor dem Ligastart steht schon fest: "Die sollen so spielen, wie die Menschen in Duisburg sind: Malocher, ehrlich, arbeitend, so wie sie es auch letztes Jahr gemacht haben. Dann wird das schon funktionieren."

Die 3. Liga - die "Weste" Liga aller Zeiten

Bildquelle: Ralf Ibing /firo Sportphoto

00:32 Min. Verfügbar bis 31.07.2027

Markus Krebs: "Essen ist immer ein Knaller"

Für Markus Krebs war die Liebe zum MSV Duisburg nie eine bewusste Entscheidung. "Ich bin in Duisburg groß geworden, da war man MSV-Fan", sagt der Comedian. Schon zu Bundesliga-Zeiten ging er mit seinem Vater ins Stadion und ist dem Verein bis heute treu geblieben. Dass der Aufstieg in die 2. Bundesliga in der vergangenen Saison knapp verpasst wurde, bewertet er gelassen: "Dafür war es noch zu früh."

Umso optimistischer blickt er auf die neue Spielzeit. Die Heimstärke des MSV führt er auch auf die Fans zurück: "Die Mannschaft spürt das. Da ist eine riesige Unterstützung von den Rängen." Sollte der MSV den Sprung nach oben schaffen, scherzt Krebs sogar: "Dann müsste man das Stadion anbauen."

Besonders freut er sich auf das Derby gegen Rot-Weiss Essen: "Essen ist immer ein Knaller." Wenn es möglich ist, verfolgt Krebs die Spiele in seiner Loge im Stadion, ansonsten aus dem Hotelzimmer, weil er viel unterwegs ist. Und obwohl Fußballwitze zu seinem Repertoire gehören, macht er über seinen MSV keine Jokes: "Dafür ist das zu ernst."

VIKTORIA UND FORTUNA KÖLN

Sven Welter: "Da müsst ihr heute nicht Fortuna singen"

Als bekennender FC-Fan blickt Paveier-Sänger Sven Welter mit großer Sympathie auf die beiden anderen Profivereine seiner Stadt: "Es ist ganz geil, dass Viktoria und Fortuna im Profibereich angekommen sind."

Sven Welter | Bildquelle: imago images/Future Image

Für die neue Saison sieht er auf der Trainerposition bei Fortuna mit dem erfahrenen Matthias Mink eine beruhigende Konstante, bei Viktoria mit dem jungen Marian Wilhelm einen echten Umbruch: "Das ist so der Gegenentwurf sozusagen". Das Niveau der Liga lobt er: "Die 3. Liga ist keine Bolzplatz-Liga mehr, da sind auch schon sehr, sehr gute Mannschaften."

Eine Anekdote hat Welter parat: Bei Auftritten bei der Viktoria ermahnte sie Ex-Präsident Günther Pütz den Liedtext, in dem die Fortuna besungen wird, anzupassen: "Da müsst ihr heute nicht Fortuna singen, da müsst ihr doch Viktoria singen." Sein Fazit: Ein Blick auf beide Vereine lohne sich – schon aus Verbundenheit zur eigenen Stadt.

Tom Gerhardt: "Wenn Glück gegen Sieg spielt"

Tom Gerhardt (3.v.r.) | Bildquelle: IMAGO / Herbert Bucco

Sein Kultstadtteil Kalk liegt direkt neben Höhenberg, der Heimat von Viktoria Köln – so hat Comedian Tom Gerhardt eine persönliche Verbindung zu dem kleineren Kölner Verein auf der "Schäl Sick". In der kommenden Saison hat die Domstadt mit dem 1. FC Köln, Viktoria und Fortuna Köln drei Profivereine. Früher aber, erinnert er sich, konnte man nur Fan von einem sein: "Da war das so ähnlich wie Bayern München und 1860. Also irgendwie konntest du nur wirklich Fan von einem Verein sein."

Den besonderen Reiz der unteren Ligen beschreibt er so: "Dieses Bodenständige, dieses Ursprüngliche und diese Verwobenheit mit dem Ort, wo man herkommt – das ist bei der 1. und 2. Bundesliga ja eher ein bisschen verloren gegangen." Für den Klassenerhalt beider Kölner Teams hat eine augenzwinkernde Prognose parat: "Viktoria wird siegen, und Fortuna bringt das nötige Glück mit."

Unsere Quellen:

  • Gespräche mit Markus Krebs, Jochen Llambi, Agnes Strack-Zimmermann, Dennis und Benni Wolter, Sven Welter, Tom Gerhardt

Sendung: WDR.de, "Die 3. Liga - die "Weste" Liga aller Zeiten", 06.08.2026, 12:20 Uhr