Genks Konstantinos Karetsas vor Wechsel zum BVB

Top-Talent kommt aus Genk Konstantinos Karetsas - der "belgisch-griechische Messi"

Stand:

Borussia Dortmund verplichtet vom KRC Genk das griechische Talent Konstantinos Karetsas. In Dortmund soll er Julian Brandt ersetzen.

Von Michael Buchartz

Für Konstantinos Karetasas waren in Genk und bei der griechischen Nationalmannschaft bisher blau und weiß die vorrangigen Farben - doch das ändert sich zur neuen Saison. Denn Bundesligist Borussia Dortmund hat nach übereinstimmenden Medienberichten das wochenlange Tauziehen gegen die AC Mailand um das griechische Talent gewonnen.

Der BVB stattete den Mittelfeldspieler laut den Berichten mit einem Fünf-Jahres-Vertrag bis 2031 aus. Nun stellt sich die Frage: Wer ist dieser 18-Jährige, für den der BVB mehr als 30 Millionen Euro an Ablöse auf den Tisch legt?

Geburt in Belgien, Entscheidung pro Griechenland

Karetsas stammt zwar aus Griechenland, aber irgendwie ist er fast mehr Belgier - wurde er doch sogar im belgischen Genk, wo er bis jetzt spielte, geboren. Dort durchlief der offensive Mittelfeldspieler alle Jugendmannschaften. Schon im Alter von 15 Jahren debütierte er schließlich in der zweiten belgischen Liga für die Zweitvertretung des KRC und bereitete direkt einen Treffer vor - schon damals deutete Karetsas sein vorhandenes Potenzial an.

Im Frühjahr 2025 entschied sich Karetsas dann aber gegen Belgien - zumindest auf Nationalmannschafts-Ebene, wo er seit dem für Griechenland in zehn Partien drei Treffer erzielte. Und das, obwohl der belgische Fußballverband großes Interesse gezeigt hatte. Die belgische Umgarnung beweist, dass großes Potenzial in ihm schlummert - spielen bei Belgien im Mittelfeld doch nicht ganz unbegabte Fußballer wie Youri Tielemans, Kevin de Bruyne oder Jeremy Doku.

Karetsas wechselt zum BVB

NRW-Sport 27.07.2026 01:02 Min. Verfügbar bis 26.07.2028 WDR Online

Wertvollster Spieler der belgischen Liga

Karetsas erläuterte seine Entscheidung damals wie folgt: "Diese Entscheidung kommt von Herzen und hat nichts mit zukünftigen Nationalmannschaften zu tun. Ich kann mich nun darauf konzentrieren, mit Griechenland eine großartige Geschichte zu schreiben. Diese Entscheidung bedeutet nicht, dass ich mich weniger belgisch fühle."

Belgisch blieb es zumindest bisher vereinstechnisch bei ihm, in Genk ging sein Stern vergangenes Jahr noch weiter auf: Seinen Marktwerkt hat das belgisch-griechische Wundertalent inzwischen auf 35 Millionen Euro steigern können. Längst gilt er als wertvollster Spieler der gesamten Liga. In der abgelaufenen Saison gelangen dem Spielmacher in 29 Liga-Partien elf Vorlagen, dazu kamen in der Europa League nochmals sieben Torbeteiligungen in elf Spielen.

Soll beim BVB Julian Brandt ersetzen

Nach einem der internationalen Spiele der vergangenen Spielzeit wurde er im Verbands-Interview der UEFA sogar nach einem Vergleich gefragt - mit Lionel Messi. Doch Karetsas wiegelte ab, er sei nicht der "griechische Messi": "Ich will nur Konstantinos sein." Auch dieser Vergleich zeigt, welches Potenzial die Fußballwelt dem 18-Jährigen bescheinigt.

Diese liegt vorerst bei Borussia Dortmund - wo Karetsas einen ersetzen soll, der eine ähnliche Spielweise wie er aufweist: Julian Brandt. Letzterer hatte den BVB nach sieben Jahren verlassen, um eine neue Herausforderung anzugehen. Brandt hat bisher noch keinen neuen Arbeitgeber gefunden.

Karetsas: "Lass den Spieler stehen und zieh ab"

Mit Karetsas haben die Schwarz-Gelben dagegen einen trickreichen, wendigen und technisch versierten Spielmacher als Ersatz gefunden. Ganz genau das, was Brandt an seinen guten Tagen ebenfalls auf den Rasen brachte. Vom 18-Jährigen erhofft sich Dortmund nun die Weiterentwicklung, die Brandt fehlte. zu oft spielte dieser unkonstant - eben nur "manchmal genial".

Gerade einmal 1,73 Meter misst der neue "Zehner" des Vizemeisters. Aber es mangelt ihm nicht an großem Selbstvertrauen, vor allem gegenüber seinen Gegnern. Im Interview mit der englischen Zeitung "The Athletic" sagte er mal: "Man muss einfach das tun, was einem gerade in den Sinn kommt. Nicht roboterhaft sein. Wenn du ins Dribbling gehst, lass den Gegenspieler stehen und zieh ab."

Sportdirektor Book reiste extra nach Genk

Angesichts solcher Sprüche erscheint es wenig überraschend, dass BVB-Sportdirektor Ole Book nicht mit zur Japan-Tour des Vereins aufbrach, sondern stattdessen nach Belgien reiste, um den Transfer festzuzurren.

Book machte das unter anderem deshalb, weil Dortmund damit einen großen Konkurrenten ausstach: Dem Vernehmen nach war auch die AC Mailand am begabten Spielmacher interessiert und verlor nun das Rennen gegen den deutschen Vizemeister. Damit läuft der "belgisch-griechische Messi" demnächst in schwarz-gelb auf. Die Dortmunder Fans dürfen hoffen, dass er in den neuen Farben genauso zaubert wie in den gewohnten.

Unsere Quellen:

  • transfermarkt.de
  • The Athletic
  • UEFA-Webseite
  • Kicker
  • Sky
  • SID

Sendung: WDR.de, "Karetsas wechselt zum BVB" 27.07.2026 21:59 Uhr

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