Alexander Ende, Trainer von Fortuna Düsseldorf.

Alexander Ende, Trainer von Fortuna Düsseldorf.

Bildquelle: IMAGO/Oliver Zimmermann

3. Liga Fortuna Düsseldorf - es muss sich noch einruckeln

Stand:

Die Auftakt-Niederlage hat bei Fortuna Düsseldorf einige Baustellen offenbart. Gegen Hoffenheim II hat Trainer Alexander Ende mehr Optionen.

Nach dem 1:2 bei Waldhof Mannheim waren sich viele Beobachter einig: Es war eine unglückliche Niederlage für den Zweitliga-Absteiger. Mit einer komplett neuen Mannschaft, die sich erst noch finden muss. Mit einer unglücklichen Entscheidung von Schiedsrichterin Fabienne Michel, die nach einer frühen Notbremse gegen Fabian Schleusener (5.) keine Rote Karte gegen Mannheims Kapitän Lukas Klünter zeigte. Mit einem Kopfball von Schleusener (81.), der an den Pfosten und dann in die Arme von Waldhof-Keeper Thijmen Nijhuis sprang und nichts ins Tor.

Fortuna Düsseldorf gegen Hoffenheim II unter Druck

NRW-Sport 12.08.2026 00:50 Min. Verfügbar bis 11.08.2028 WDR Online Von Benedikt Kaninski

Doch von "unglücklich" wollte Fortunas Trainer Alexander Ende nichts wissen. "Es war eine brutal schlechte erste Halbzeit gegen den Ball. Wir wollten kompakt sein, wir waren alles andere als kompakt. Wir haben riesige Räume gehabt, nie Zugriff bekommen. Das war schon außergewöhnlich", analysierte Ende schonungslos.

Probleme links hinten und im Mittelfeld

Es war offensichtlich, dass nach dem Riesen-Umbruch bei Fortuna in den Abläufen noch nicht alles passte. Eine Baustelle war die linke Abwehrseite, wo die Rot-Weißen mit Sascha Risch auf dem Papier bisher nur einen Linksverteidiger im Kader haben. Der Neuzugang von Dynamo Dresden kam aber nicht zum Einsatz.

Stattdessen überraschte Ende mit den 22-Jährigen Kaden Amaniampong, einem gelernten Rechtsverteidiger, der sein erstes Drittliga-Spiel machte und alles reinwarf, aber offensichtlich überfordert war. Immer wieder brachen die Mannheimer auf seiner Seite durch. Auf dieser Position wollen die Düsseldorfer noch einmal personell nachlegen.

Fortuna Düsseldorf gegen 1899 Hoffenheim II

15.08.2026 Verfügbar bis 15.08.2026

Einen guten Eindruck machte Amaniampongs Pendant auf der rechten Seite. Steven van der Sloot hatte seine Abwehrseite über weite Strecken im Griff und schaltete sich immer wieder in die Offensive ein. Van der Sloot ist aber einer der Kandidaten, bei denen noch unsicher ist, ob er am Ende der Transferphase noch für Düsseldorf spielen wird.

Benger und Förster mit Luft nach oben

Im Mittelfeld setzte Ende mit Marcel Benger und Philipp Förster auf die Karte "Erfahrung" und verzichtete in der Startelf etwa auf die Youngsters Elias Arden und Anas Slimani, die in der Vorbereitung gute Leistungen gezeigt hatten.

Sowohl Benger als auch der erst eine Woche zuvor verpflichtete Förster zeigten ordentliche Ansätze, doch es war ihnen auch anzumerken, dass sie noch nicht bei 100 Prozent sind und Probleme mit dem intensiven Spiel der Mannheimer hatten. Benger wurde in der Halbzeitpause ausgewechselt, Förster 15 Minuten später.

"Vor allem im Mittelfeld hatten wir zu wenig Aktivität, weshalb die gesamte Abwehr ins Schwimmen geraten ist", sagte Arabi. Arden und Slimani belebten das Spiel nach ihren Einwechslungen sichtbar.

"Wunschlösung" Müller ist da, Hendrix zurück

Für das erste Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen die TSG Hoffenheim II stehen Ende im Mittelfeld aber noch zwei weitere hochkarätige Optionen zur Verfügung. Mit Andreas Müller, der am Dienstag vom Karlsruher SC ausgeliehen wurde, kommt laut Sportvorstand Samir Arabi ein "spielstarker Sechser, der neben seiner Qualität am Ball auch defensiv die nötige Aggressivität und Zweikampfstärke mitbringt". Fortunas "Wunschlösung" (Arabi) soll vor der Abwehr Stabilität ins Spiel der Düsseldorfer bringen.

Außerdem kehrt Kapitän Jorrit Hendrix, der im ersten Saisonspiel noch eine Rotsperre absitzen musste, zurück in den Kader. Hendrix hatte bereits in der vergangenen Saison bei Preußen Münster eine zentrale Rolle im Ende-System und dürfte am Samstag in der Startelf stehen.

Gegen TSG schon Druck auf dem Kessel

Dass es nach einem großen Umbruch Zeit braucht, ist allen Verantwortlichen bei Fortuna klar. Nach dem Total-Absturz in der vergangenen Saison, vor der man den Aufstieg in die Bundesliga als Ziel ausgegeben hatte, sagte der Vorstandsvorsitzende Alexander Jobst in diesem Jahr vorsichtig, man wolle "die 3. Liga so schnell wie möglich wieder verlassen".

Die Euphorie um den Klub ist in Düsseldorf weiter ungebrochen, 19.000 verkaufte Dauerkarten waren ein neuer Rekord für die 3. Liga. Gegen die junge Mannschaft der TSG Hoffenheim II, die in der vergangenen Spielzeit auf Rang 16 abschloss, erwarten aber wohl viele Fans einen Sieg als Reaktion auf den Fehlstart. Eine weitere Niederlage wäre kein Beinbruch - aber würde die Aufbruchstimmung weiter dämpfen.

Unsere Quellen:

Sendung: WDR.de, "Fortuna Düsseldorf gegen Hoffenheim II unter Druck", 11.08.2026, 22:00 Uhr

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