Besondere Partie: Düsseldorfs Trainer Alexander Ende kehrt ins Südstadion zurück
Bildquelle: imagoKöln gegen Düsseldorf : "Ein Highlight der Saison" - Das Fortuna-Duell ist zurück
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Das Südstadion ist ausverkauft, die Vorfreude beim Aufsteiger groß und der Druck beim Favoriten bereits spürbar: Wenn Fortuna Köln und Fortuna Düsseldorf am Sonntag (19.30 Uhr im Sportschau-Audiolivestream) aufeinandertreffen, wird ein Duell mit viel Tradition fortgesetzt - dessen letztes Kapitel aber lange Jahre zurückliegt.
Das letzte Pflichtspiel zwischen Fortuna Köln und Fortuna Düsseldorf liegt lange zurück. Im Düsseldorfer Paul-Janes-Stadion führten die Kölner im Mai 2004 lange mit 2:0, ehe Victor Hugo Lorenzón per Doppelpack den 2:2-Endstand herstellte.
Der Name des Argentiniers klingt ein wenig nach großer weiter Fußballwelt. Die Liga, in der die Mannschaften damals gegeneinander spielten, aber weniger: Es war der drittletzte Spieltag der Saison in der Oberliga Nordrhein.
Jetzt, 22 Jahre später, treffen die beiden Traditionsvereine im Kölner Südstadion erstmals wieder aufeinander. Mit der 3. Liga ist die Bühne erneut nicht die allergrößte, fühlt sich aber für die beiden Klubs völlig unterschiedlich an: Die Düsseldorfer stiegen im Vorjahr trotz Aufstiegs-Ambitionen aus der 2. Liga ab, die Kölner feierten nach sieben Jahren Regionalliga die Rückkehr in die 3. Liga.
Düsseldorf trotz erstem Sieg unter Druck
Die Voraussetzungen der Vereine sind also völlig unterschiedlich. Doch die sportlichen Leistungen der bisherigen Saison geben das noch überhaupt nicht her. Düsseldorf auf der einen Seite will schnellstmöglich zurück in die 2. Liga, setzte den Saisonstart aber komplett in den Sand: Auf zwei Liga-Niederlagen folgte das deutliche Pokal-Aus gegen Bundesligist Freiburg (1:5). Erst am vergangenen Spieltag gelang beim mühsam erkämpften 1:0 gegen Stuttgart II der erste Saisonsieg.
Auch die Kölner Südstädter gewannen erst am 3. Spieltag ihre erste Partie. Der Auswärtssieg in Verl (2:1) brachte allerdings schon die Punkte zwei bis vier, sodass Köln als Tabellenelfter sogar vor den deutlich ambitionierten Düsseldorfern auf Rang 17 liegt. Die Favoritenrolle ist dennoch klar verteilt: Als Zweitliga-Absteiger und strukturell deutlich größerer Verein ist für Düsseldorf ein Sieg fast Pflicht - gerade nach dem schwachen Auftakt.
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Fortunas Bröger vor Duell mit Düsseldorf: "Highlight der Saison"
"Das wird schon richtig emotional werden in der Südstadt unter Flutlicht", sagt Düsseldorfs Trainer Alexander Ende, für den das Spiel auch persönlich ein besonderes ist: Bei der "anderen Fortuna" ließ der mittlerweile 46-Jährige seine Karriere 2013 ausklingen. Im Sommer 2020 übernahm Ende für zwei Jahre den Cheftrainerposten bei den Südstädtern. "Es war eine Mannschaft, die ich echt ins Herz geschlossen habe", so Ende über diese Zeit: "Wir haben im ganzen Verein ein Miteinander gepflegt, das außergewöhnlich war."
Für die Kölner ist das Spiel vor ausverkauftem Haus im knapp knapp 12.000 Zuschauer fassenden Südstadion ein "Highlight der Saison", wie es Mittelfeldspieler Bennit Bröger im Interview auf der vereinseigenen Homepage ausdrückt. "Letztes Jahr haben die Fortuna und ich noch gegen die Düsseldorfer Reservemannschaft gespielt, jetzt geht es gegen die erste Mannschaft. Ich werde dieses Spiel einfach genießen. Meine Vorfreude ist sehr groß."
Baffoe und der kuriose Wechsel von Köln nach Düsseldorf
Zusätzliche Brisanz hat das Aufeinandertreffen dadurch, dass gleich sieben Spieler im Kader der Kölner Vergangenheit in Düsseldorf haben. Besonders eng ist die Verbindung bei David Savic: Der 21-Jährige spielte zehn Jahre für F95 und war zuletzt Kapitän besagter Reservemannschaft, ehe er im Sommer in die Kölner Südstadt wechselte, dort bislang aber nur im Mittelrheinpokal zum Einsatz kam.
Dass Spieler zwischen den beiden Fortunas wechseln, hat allerdings Tradition. Das wohl prominenteste Beispiel ist Anthony Baffoe, der 1989 den umgekehrten Weg von Köln nach Düsseldorf ging - mit prominenter Unterstützung durch die "Toten Hosen", bekennende Fortuna-Fans. Auf ihrer Tour sammelte die Punkband mit der sogenannten "Fortuna-Mark" Geld für den Transfer. Baffoe scherzte später: "Mein rechtes Bein gehört den Hosen."
1990: Anthony Baffoe im Trikot von Fortuna Düsseldorf
Bildquelle: imago1990er Jahre: Etliche Duelle in der 2. Liga
Ohnehin dürfte die Rückkehr des "Fortunen-Duells" viele Fans freuen, die schon länger dabei sind. Gerade in den 1990ern lieferten sich die Klubs in der 2. Liga einige heiße Duelle. 1995 beispielsweise gewann Düsseldorf am vorletzten Spieltag mit 3:1 gegen Köln und machte damit einen großen Schritt Richtung Bundesliga-Aufstieg.
Neun Jahre später prägte dann Victor Hugo Lorenzón das bis heute letzte Pflichtspiel der beiden Klubs. Trotz seines klangvollen Namens schrieb Lorenzón in Düsseldorf aber keine Schlagzeilen wie etwa Baffoe zuvor. Mit der Fortuna stieg der Mann aus Buenos Aires zwar in die Regionalliga auf, den nächsten Karriereschritt machte Lorenzón aber bei Rot-Weiss Essen, wo es immerhin zu 32 Zweitliga-Einsätzen reichte. Also dort, wo die Düsseldorfer schnellstmöglich wieder hinwollen - verpatzter Saisonstart hin oder her.
Unsere Quellen:
- Pressekonferenz Fortuna Düsseldorf
- Vereinswebseiten beider Klubs
- 11Freunde
- Transfermarkt.de
Sendung: WDR.de, "Fortunen-Duell zurück im Profifußball", 04.09.2026, 14:08 Uhr