Uwe Koschinat gestikuliert am Seitenrand

Mannschaft umgekrempelt Trainer Koschinat bastelt an der RWE-Zukunft

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Rot-Weiss Essen ist gerade dabei, sich neu zu erfinden. Das Team wurde neu aufgestellt und verjüngt, um anders Fußball zu spielen - und in der 3. Liga wieder ganz oben mitzumischen.

Von Jörg Strohschein

Das Trainignslager im niederbayrischen Bad Griesbach steckt schon in den letzten Zügen. Am Freitag (17.7.2026) tritt Rot-Weiss Essen noch gegen den österreichischen Bundesligisten SV Ried an, ehe es danach schon wieder zurück an die Hafenstraße geht.

Wer sich in letzter Zeit mehr mit der WM in Mexiko, Kanada und USA statt mit RWE befasst haben sollte, der dürfte den Essener Kader kaum wiedererkennen. Zwölf Zugängen, inklusive der beiden beendeten Leihen von Luca Bazzoli und Ekin Celebi, stehen 15 Abgänge gegenüber. Darunter so namhafte Spieler wie Klaus Gjasula, Torben Müsel oder Kaito Mizuto.

Rot-Weiss Essen stellt sich neu auf

NRW-Sport 17.07.2026 00:50 Min. Verfügbar bis 16.07.2028 WDR Online

Mehr Tempo, mehr Dynamik

Ein großer Umbruch, den die Verantwortlichen in Essen gerade bewerkstelligen - und der nicht zufällig eingeleitet wurde: RWE möchte künftig dominanter auftreten, mehr Tempo im Ballbesitz zeigen. Vor allem in der Offensive will Koschinat mehr Geschwindigkeit sehen, mehr Dynamik. Die neu verpflichteten Spieler sollen eben diese Anforderungen des Coaches erfüllen.

In der abgelaufenen Saison, die unglücklich in der Relegation und dem Verpassen der 2. Liga endete, waren die Essener oft das bessere Team, das aber eine Vielzahl seine Chancen ungenutzt ließ. "Vielleicht so der Faktor, der uns dann fehlt, um ganz vorne wegzulaufen, dass man solche Spiele mit so einem guten Einstand dann auch totmacht", bemängelte der Coach zuletzt Ende April.

Hüning soll Abwehrchef werden

Um dieses Vorhaben umzusetzen, haben die Essener ihr fußballerisches Personal deutlich verjüngt. Die bisherigen Abgänge haben einen Altersschnitt von 26,3 Jahren, bei den Zugängen liegt der Schnitt derzeit bei 22,6 Jahren. Im Trainingslager hat Koschinat sowohl intensiv am Pressing gearbeitet als auch am Ballbesitz und der zügigen Torannäherung.

Einer, der weiterhin zum Team gehört, ist Ben Hüning. "Als ich im Winter gekommen bin, da hatte sich bereits etwas entwickelt. Und diesen Weg geht der Verein gerade weiter", sagte der 21 Jahre alte Abwehrspezialist im Rahmen des Trainingslagers. Er soll einer der Anführer in diesem runderneuerten Team werden, dass in den nächsten Tagen möglichst eng zusammenwachsen muss. Weitere Führungsspieler müssen sich noch herauskristallisieren oder werden womöglich sogar noch verpflichtet.

Gute Voraussetzungen für den Klub

Denn die Essener haben sportliche Ambitionen. Sie wollen in der 3. Liga wieder oben mitspielen. Vom Aufstieg spricht offiziell zwar niemand. Doch nach der unglücklich geendeten Vorsaison und auch angesichts der langen RWE-Tradition dürfte es wohl niemanden verwundern, dass der Wunsch nach einem Aufstieg groß ist.

Die äußeren Gegebenheiten rund um den Traditionsklub scheinen mit Blick auf die Zukunft so gut wie lange nicht: Ein neuer Sponsor, der von der Stadt Essen beschlossene Ausbau des Stadions, die Euphorie rund um den Klub. Alles Faktoren, die alle, die es mit RWE halten, derzeit beflügeln.

"Wir haben ein gutes Team und einen starken Staff. Alles professionalisiert sich. Deshalb können wir zuversichtlich in die Zukunft blicken“, sagte Hüning.

Unsere Quellen

  • Autor

Sendung: WDR.de, "Rot-Weiss Essen stellt sich neu auf", 17.07.2026, 09:35 Uhr

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