Bei der derzeitigen Extrem-Hitze erwarten viele Menschen sehnlichst, dass das Thermometer bald wieder unter die 30-Grad-Marke fällt. Das dürfte auch für die Fußballprofis von Drittligist Viktoria Köln zutreffen, sind die Trainingseinheiten momentan doch eher schweißtreibend. Aber im Kölner Stadtteil Höhenberg sind sie auch heiß auf die neue Saison: mit dem Ziel Klassenerhalt und dem Wunsch des erneuten Einzugs in den DFB-Pokal.
Viktoria startete früh in die Vorbereitung
Entsprechend früh startete der Kölner Klub in die Vorbereitung. "Die erste Woche sind wir noch keine volle Belastung gegangen", sagte der Sportliche Leiter Valentin Schäfer im WDR-Interview. Man habe das Training aufgrund der Hitze extra eine Stunde vorverlegt, um den Temperatur-Spitzen am Mittag zu entkommen.
Den ersten Wettkampftest hat der Drittligist am Sonntag. "Da sind wir für den guten Zweck in Neuwied-Rodenbach und alle Einnahmen kommen dem an ALS erkrankten Fußballer Jan Lohrum zugute. Wir werden da mit einem Mixed-Team aus Profis und U19 antreten und durchwechseln bei vorhergesagten 31 Grad", ließ Schäfer durchblicken.
Trotz niedrigem Budgets konstant in Liga drei
Danach soll das Projekt Klassenerhalt dann richtig Fahrt aufnehmen. Einfach wird das nicht - denn die Viktoria besitzt stets eher ein begrenztes Budget in der 3. Liga. "In der letzten Saison waren wir da unter den letzten Fünf", erläuterte Schäfer.
Doch trotz der begrenzten Möglichkeiten schaffte die Mannschaft in den vergangenen Spielzeiten immer wieder den Klassenerhalt und geht nun schon in die achte Saison in Folge in der 3. Liga. Das sei vor allem dem Teamspirit zu verdanken, so Schäfer: "Das fängt in der Zusammenarbeit aus Vorstand, Sportlicher Leitung und Trainerteam an. Es ist wichtig, dass dort alle in die gleiche Richtung gehen."
Sportlicher Leiter Schäfer findet "Achse" wichtig
Doch nicht nur dort spielt das Team die größte Rolle, auch im Kader sieht man die Struktur: Große Stars haben die Kölner keine in ihren Reihen. "Wir können vielleicht drei bis vier gestandene Drittliga-Spieler verpflichten. Darum baut man das Team aus Transfers aus der Regionalliga oder der U19 auf." Die Viktoria besticht eben durch den Zusammenhalt.
Für Schäfer, der vorher als Kaderplaner arbeitete, erscheint zudem wichtig, dass es eine "klare Achse" gibt: "Wir haben da beispielsweise David Otto, Taylan Duman oder Kapitän Christoph Greger sowie Arne Schulz im Tor, um nur einige zu nennen. Die haben schon viel gesehen und erlebt, sind keine Newcomer mehr."
Kader steht schon fast komplett
Einer, der bei dieser Achse demnächst fehlen wird, ist Simon Handle. Der Routinier beendete seine Karriere. "Doch dafür haben wir mit Pascal Fallmann bereits jemanden, der seine Schienenposition besetzen soll", sagte Schäfer über den Neuzugang. Insgesamt acht neue Gesichter inklusive der Leih-Rückkehrer begrüßte der Drittligist bisher am Höhenberg. Dazu stoßen drei U19-Spieler zum Kader.
Demgegenüber stehen elf Abgänge. Schäfer ist mit dem Kader schon ganz zufrieden: "Wir könnten fast so in die Saison gehen. Noch suchen wir einen Spieler mit X-Faktor, der ins Eins-gegen-eins gehen kann. Gespräche laufen dazu bereits". Gut möglich also, dass die Viktoria bald noch Zugang Nummer neun präsentieren wird.
Ziele sind Klassenerhalt und DFB-Pokal
Die Ziele der Kölner wirken angesichts der Möglichkeiten durchaus realistisch. Man wolle so schnell wie möglich die 45 Punkte und den Klassenerhalt holen. Auch der Mittelrheinpokal steht auf dem Zettel - denn mit dem Titel dort qualifiziert man sich für den DFB-Pokal und erhält wichtige Einnahmen.
Das hat in der vergangenen Saison übrigens schon gut funktioniert: Im Finale des Mittelrheinpokals schlug die Viktoria Stadtrivale Fortuna Köln im Elfmeterschießen und empfängt nun Ende August im DFB-Pokal den 1. FC Nürnberg.
Schäfer: "Vorfreude auf Stadtderby gegen Fortuna groß"
Auf die Fortuna trifft man übrigens in der kommenden Spielzeit mindestens zweimal, der Stadtrivale stieg aus der Regionalliga West in die 3. Liga auf. "Darauf freuen wir uns sehr. Da ist Rivalität da und es nach vielen Jahren wieder ausspielen zu können, wer die Nummer zwei hinter dem 1. FC Köln ist, wird großartig", so Schäfer.
Auch einem erneuten Derby im Finale des Mittelrheinpokals wäre der sportliche Leiter der Viktoria nicht abgeneigt: "Bei gleichem Ausgang unterschreibe ich das sofort!"
Unsere Quellen:
- WDR-Interview mit dem Sportlichen Leiter Valentin Schäfer
- Statistik- und Ergebnisseiten der Sportschau
- transfermarkt.de
Sendung: WDR.de, Valentin Schäfer - "Einige müssen mehr Verantwortung übernehmen", 26.06.2026 19:24 Uhr