Es geht offenbar ums Geld - wie üblich im heutigen Profifußball. Borussia Dortmund ließ am Freitag (14.08.2026) verlauten, aus dem Transfer-Gezerre um Said El mala auszusteigen.
BVB-Sportchef Lars Ricken bestätigte gegenüber der Funke Mediengruppe: "Said El Mala ist kein Spieler von Borussia Dortmund und wird es in diesem Sommer auch nicht werden. Wir haben in den vergangenen Tagen offene Gespräche mit den Verantwortlichen des 1. FC Köln geführt, die unser letztes Angebot jedoch abgelehnt haben. Borussia Dortmund wird kein weiteres Angebot mehr unterbreiten und einen Transfer des Spielers nicht weiter verfolgen."
"Freue mich, dass er bleibt"
"Ich bin aktuell von nichts anderem ausgegangen", sagte FC-Trainer René Wagner: "Ich freue mich, dass Said da ist. Said ist natürlich einer, der vorangeht und alle anderen mitzieht. Deswegen freue ich mich, dass er bei uns bleibt." Auf die Frage, ob er davon ausgehe, dass El Mala in der anstehenden Saison für Köln spielen werde, antwortete Wagner: "Ja."
Die Spielerseite (El Mala wird von seinen Eltern beraten) und Dortmund sollen sich über einen Wechsel bereits einig gewesen sein, es ging beim gewünschten Transfer darum, dass sich die beiden Vereine einig werden. Und eben dies scheint nicht gelungen zu sein.
Dem Vernehmen nach wollte der 1. FC Köln eine Sockel-Ablösesumme von mindestens 50 Millionen Euro für sein außergewöhnliches Talent einstreichen, der BVB versuchte hingegen offenbar, ein wenig günstiger an den noch 19-Jährigen (wird am 26. August 20) zu gelangen.
BVB muss drauflegen
Wie der "Express" und der "Geissblog" am späten Donnerstagabend vermeldeten, hätte der BVB noch einmal drauflegen müssen, um sich die Dienste von El Mala zu sichern. Da die Sockelablöse von 50 Millionen Euro nicht erreicht wurde, sei man beim 1. FC Köln "nicht ins Grübeln gekommen", die fünfte Offerte aus Dortmund anzunehmen.
FC-Sportchef Thomas Kessler sagte gegenüber dem "Express": "Das Preisschild ist eine Thematik, die von mir nie öffentlich kommuniziert wurde. Ich habe nie gesagt, dass es ein Preisschild gibt. Es gibt einen Bereich, in dem wir als 1. FC Köln sagen, dass wir uns unterhalten. Ob es dann zu einer Einigung kommt, lassen wir mal dahingestellt."
Wechsel nach England schnell vom Tisch
Vor Monaten stand auch schon ein Wechsel in die englische Premier League im Raum - in diesem Fall hätte der FC mutmaßlich eine noch erheblich höhere Ablösesumme einstreichen können. Die El-Mala-Seite entschied sich aber gegen einen Wechsel auf die Insel.
Wichtig in diesem Zusammenhang: Said El Mala gibt es für gewöhnlich nur im Doppelpack mit seinem ihm sehr eng verbundenen Bruder Malek. Der spielt gegenwärtig in der U23 der Kölner. Beide wurden in der Jugend beim Linner SV, KFC Uerdingen und Borussia Mönchengladbach ausgebildet, um anschließend über den Umweg Meerbusch bei Viktoria Köln in der Dritten Liga zu landen.
Bruder Malek spielt eine wichtige Rolle
Dort gelang Said der Durchbruch. Als 18-Jähriger schoss er in der Saison 2024/25 13 Tore. Formal gehörte er da schon dem 1. FC Köln, der die Brüder 2024 mit einem Profivertrag ausgestattet hatte, aber noch für eine Saison auf der anderen Rheinseite beließ.
Zur Saison 2025/26 erfolgte dann der Wechsel zum 1. FC Köln. Dabei wurde der Vertrag der El-Mala-Brüder beim 1. FC Köln bis zum Jahr 2030 verlängert. Während Malek große Teile der Spielzeit aufgrund einer Verletzung verpasste, schaffte es Said, sich auch zwei Ligen höher zu behaupten. Für den Aufsteiger gelangen dem Linksaußen 13 Saisontore und fünf Assists. Nach Nationalspieler Deniz Undav war er gemeinsam mit Jonathan Burkardt der zweitbeste deutsche Torschütze der Bundesliga.
WM - Nagelsmann entscheidet sich gegen El Mala
Viele Experten hätten den Sohn eines Libanesen und einer deutschen Mutter schon bei der Weltmeisterschaft im deutschen Nationaltrikot gesehen, doch Julian Negelsmann nahm den Jungstar nicht mit in die USA. Die Zukunft im Trikot mit dem Adler gehört El Mala allerdings unbestritten.
Für den BVB, der den Abstand zu Branchenführer Bayern München verringern möchte, wäre der Linksaußen ein wichtiger Baustein für die Zukunft gewesen. Köln wird ihn auf Dauer nicht halten können. Man darf gespannt sein, ob ein Wechsel in diesem Sommer noch zustande kommt.
Unsere Quellen:
- sid
- Express
- Funke-Mediengruppe
Sendung: WDR.de, "BVB steigt aus El-Mala-Poker aus" , 14.08.2026 13:10 Uhr