Filip Bilbija kam im Sommer 2023 vom Hamburger SV zum SC Paderborn.
Trainingslager sind für Fußball-Mannschaften eine anstrengende Angelegenheit. Hier werden die Grundlagen für die kommende Saison gelegt – vor allem die Konditionellen. Trainingslager sind aber auch eine gute Gelegenheit zum Teambuilding. Neuzugänge lernen die neuen Kollegen kennen und umgekehrt.
Der SC Paderborn bereitet sich aktuell in Bad Häring in Österreich auf die dritte Bundesliga-Saison der Vereingeschichte vor. Acht Neuzugänge sind mit dabei, nur der am Kreuzband verletzte Timur Gayret (letzte Saison SC Verl) fehlt. Innenverteidiger Nyamekye Awortwie-Grant (Energie Cottbus) ist zwar vor Ort, wird den Rest der Vorbereitung aber ebenfalls aufgrund von Knieproblemen verpassen.
Filip Bilbija aktuell vereinslos
Nicht mit im Trainingslager ist der Topscorer der vergangenen Saison. Mit 15 Zweitliga-Toren hat Filip Bilbija maßgeblich zum Aufstieg beigetragen. Sein Ausgleichstreffer im Relegations-Rückspiel gegen den VfL Wolfsburg war der wohl wichtigste Treffer seiner bisherigen Karriere.
Wo der 26-Jährige seine Laufbahn fortsetzen wird, ist noch unklar. Es wird jedoch immer unwahrscheinlicher, dass er das beim SC Paderborn tun wird.
Bilbija Vertrag beim SCP ist zum 30. Juni 2026 ausgelaufen. Offiziell verabschiedet wurde er nicht. Bei einem neuen Verein hat er ebenfalls noch nicht unterschrieben. Der SCP macht keinen Hehl daraus, dass er gerne mit Bilbija verlängern würde und hat dem Stürmer ein Angebot vorgelegt, dass laut Medienberichten an der Grenze des für den Verein machbaren liegt.
Lange: Chance für Bilbija-Rückkehr "gering"
"Filip ist ein guter Spieler. Ein ganz toller Mensch. Es herrscht ein ganz respektvoller Austausch", sagte SCP-Sportchef Sebastian Lange in einer Medienrunde im Trainingslager. Und wurde dann deutlich: "Aber uns ist allen bewusst, dass die Chance, ihn hier noch einmal begrüßen zu dürfen, sehr gering ist. Die schwindet mit jedem Tag."
Trainer Ralf Kettemann nennt Bilbija einen "Champion, der uns in der 2. Liga sehr geholfen hat". Große Sorgen macht er sich aufgrund der ungewissen Situation aber nicht: "Das Thema ist kein Stressfaktor, der uns nicht schlafen lässt."
Bilbija selbst hat sich öffentlich bislang nicht geäußert. Auch über mögliche Verhandlungen mit anderen Vereinen ist nichts bekannt. "Es ist ja nicht immer so, dass alles medial gespielt wird", sagte Lange, der die Tür zum SCP weiter offen hält: "Warum soll man es ausschließen? Im Fußball ist alles möglich."
Lange arbeitet an Alternativen
Der Fokus des Sportchefs liegt aber längst woanders: "Pläne haben wir ausreichend. Wir sind in dieser Phase gerade aber auch ganz zufrieden, so wie es ist", sagte er. Abgeschlossen sind die Transfer-Aktivitäten des SCP aber noch nicht: "Es ist geplant, dass noch zwei bis drei Spieler kommen. Dem Plan gehen wir gerade nach. Das wollen wir intensivieren."
Lange sucht vor allem noch Verstärkungen für die Offensive: "Wir suchen Jungs, die ein bisschen etwas anderes mitbringen, als das, was wir schon haben. Sie sollten über ein Straßenfußballer-Gen verfügen, dribbelstark sein, Torchancen kreieren, aber auch selbst scoren können", sagte er dem "Westfalen-Blatt".
Das Geld dafür ist laut Lange vorhanden. "Es gibt Namen, an denen wir seit Wochen arbeiten, aber immer wieder kommen neue hinzu. Manchmal bekommst du im Mai ein Nein und jetzt ein Ja – das liegt nicht immer an den Spielern, sondern auch an den Vereinen“, sagte der 38-Jährige.
Bundesliga-Auftakt in Mainz
Das Ziel des SCP für die kommende Saison ist der Klassenerhalt. Am 29. August startet der SCP beim 1. FSV Mainz 05 in die Bundesliga-Spielzeit. Schon nach dem ersten Aufstieg 2014 hieß der Gegner zum Auftakt Mainz. Damals holten die Paderborner ein 2:2 – das wäre auch in diesem Jahr ein guter Start. Die Grundlagen werden gerade dafür gelegt.
Unsere Quellen:
- Westfalen-Blatt
- Neue Westfälische
- Kicker
Sendung: "Bilbija und der SCP: Zeichen auf Abschied"; WDR.de, 17.07.2026, 13:52 Uhr