Aktuell herrscht bei den Frauen des 1. FC Köln vor allem ein Gefühl vor: Zufriedenheit. Im Trainingslager sei die Stimmung laut Sportdirektorin Nicole Bender-Rummler "super". Zuletzt war bei den Testspielen vor allem die Chancenverwertung eine Baustelle. "Natürlich wissen wir, woran wir arbeiten müssen. Das wissen alle und die Spielerinnen sind die, die sich am meisten ärgern, wenn sie das Tor nicht treffen", sagte sie im WDR-Interview.
Trotz der "Baustelle" Chancenverwertung darf man sich in Köln vor allem für die Entwicklung auf die Schulter klopfen, denn hinter den Kölnerinnen liegt die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte - 37 Punkte und Platz sieben erreichte der FC in der vergangenen Spielzeit. "Diese Saison hat einfach Spaß gemacht", erklärte Bender-Rummler.
Kaderplanung erstmals früh möglich
Acht Zugänge und sieben Abgänge verzeichnete der Bundesligist bisher. "Eigentlich sind wir mit der Kaderplanung durch, aber sollte sich noch die Möglichtkeit für einen Top-Transfer ergeben, würden wir zuschlagen", so Bender-Rummler.
Verloren hat der FC vor allem seine polnische Riege: Martyna Wiankowska verließ den Klub ebenso wie Adriana Achcinska und Sylwia Matysik. Dazu verabschiedeten sich die Abwehrspielerinnen Sara Agrez und Ella Touon in Richtung Ausland sowie Amélie Delabre und Aurora Mikalsen. Verstärkt hat sich der FC vor allem in der Defensive: Mit Elise Stenevik, Beke Sterner und Saeids Heidarsdottir holte Köln gleich drei Abwehrspielerinnen.
Fokus auf Kerschbaumer und FC-Nachwuchs
Besonders aufmerksam dürfte man Top-Talent Alina Kerschbaumer verfolgen. Die 18-jährige Österreicherin wechselte aus Wien von der Donau an den Rhein und gilt als eine der größten Hoffnungen im deutschen Nachbarland. Gerade einmal 17 Jahre alt ist Jil Schäfer, die aus der U20 des FC nach oben rückt.
Bender-Rummler betont neben der Zufriedenheit mit den Zugängen die Wichtigkeit des eigenen Nachwuchses: "Es sind viele Spielerinnen aktuell im Kader, die bei uns ausgebildet wurden. Wir sind super stolz, dass unsere U20 den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft hat." Man habe die nächsten Jahre auch mit der Nachwuchs-Akademie noch einiges vor.
Sportdirektorin Bender-Rummler: "Wollen Abstand zu den Top-Teams verinngern"
Erstmal aber geht der Fokus auf die kommende Spielzeit - der FC startet gegen Frankfurt und Hoffenheim. Die Klubs, die immerhin Dritter und Vierter geworden sind. "Genau gegen solche Gegner wollen wir dann auch Punkte holen und den Abstand zu den Top-Teams verringern."
Bereits bewährt hat sich eine Sache aus den letzten Spielzeiten: Einmal werden die Frauen eine Partie im großen RheinEnergie-Stadion ausgtragen, welche das ist, steht noch nicht fest. "Das ist immer etwas ganz Besonderes. Wir machen die Spiele aber auch, damit wir viele Menschen überzeugen ebenfalls in unser charmantes Stadion am Geißbockheim zu kommen", so Bender-Rummler. Denn das dortige Franz-Kremer-Stadion sei schließlich das eigentliche Wohnzimmer.
Traum vom Pokal-Finale zuhause
Highlights sind die Spiele in der großen Arena trotzdem. Ein Spiel im Stadion, wo sonst die Bundesliga-Herren auftreten, haben sie beim FC nach wie vor als Ziel: das DFB-Pokal-Finale der Frauen. Seit 17 Jahren wird das Endspiel in Köln ausgetragen - nie war der FC bisher dabei.
Diese Partie beschäftigt natürlich auch Bender-Rummler: "Finale zo Huss, dieser Traum lebt natürlich. Es ist unser Stadion, unsere Stadt und hoffentlich auch mal irgendwann unser Pokal." Wie zufrieden man dann in Köln wäre, kann man sich durchaus vorstellen.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Nicole Bender-Rummler
- Webseite des 1. FC Köln
- Ergebnis- und Statistikseite der Sportschau
Sendung: WDR.de, "Erfolgreichste Saison aller Zeiten" 27.07.2026 19:06 Uhr