Zum viertel Mal findet heute das Domspringen in Wesel statt.
Bildquelle: Kai Meesters/Veranstalter DomspringenNoch ist es ruhig auf dem Großen Markt. Die Cafés öffnen, die ersten Passanten bleiben stehen und werfen neugierige Blicke auf die ungewöhnliche Konstruktion vor dem Willibrordi-Dom. Dort, wo normalerweise Einkaufsbummler unterwegs sind, wird heute einer der spektakulärsten Sportplätze des Niederrheins aufgebaut.
Am Nachmittag verwandelt sich die Innenstadt erneut in eine Leichtathletik-Arena. Zum vierten Mal findet das Domspringen statt. Internationale Stabhochspringer kommen nach Wesel, mehrere Tausend Zuschauer werden erwartet. Das Besondere: Die Fans sind so nah dran wie kaum irgendwo sonst. Jeder Anlauf, jeder Absprung und jede gelungene Höhe werden direkt vor den Augen des Publikums ausgetragen.
Auch im vergangenen Jahr begeisterte das Domspringen viele Besuchende.
Bildquelle: Kai Meesters/Veranstalter DomspringenEine Arena aus Pflastersteinen
Die Kulisse macht den Reiz des Events aus. Zwischen historischen Fassaden und dem mächtigen Dom entsteht eine Wettkampfstätte, die deutschlandweit ihresgleichen sucht.
"Nirgendwo kommt man den Sportlern so nah wie beim Domspringen. Man kann ihnen direkt ins Gesicht schauen, sieht die Anspannung vor dem Sprung, die Konzentration und auch die Erleichterung danach. Man erlebt nicht nur den Sport, sondern die Menschen dahinter", erzählt Dieter Jantz von der Leichtathletikabteilung des Weseler TV.
Längst hat sich das Domspringen einen Namen gemacht. Als offizieller World-Ranking-Wettkampf lockt die Veranstaltung Jahr für Jahr Spitzenathleten aus der ganzen Welt an den Niederrhein. Deutsche Meister, Europameister, Weltmeister und Olympiamedaillengewinner standen hier bereits auf dem Anlaufsteg.
Internationale Athleten kämpfen um den höchsten Sprung.
Bildquelle: Kai Meesters/Veranstalter DomspringenWenn der alte Rekord wackelt
Besonders gespannt sind die Organisatoren auf den sogenannten Meetingrekord. Das ist der Rekord, der nur für diese Veranstaltung gilt. Der Franzose Robin Emig stellte ihn im vergangenen Jahr mit 5,76 Metern auf. Heute soll diese Marke fallen. Für einen neuen Rekord wartet sogar eine Extra-Prämie.
Schon ab 14 Uhr startet ein hochklassiger U20-Wettbewerb. Der Hauptwettkampf beginnt um 16 Uhr. Dann wird es auf dem Marktplatz laut. Musik, Applaus und Anfeuerungsrufe werden die Innenstadt erfüllen. "Wenn die Zuschauer mitgehen, entsteht hier eine Stimmung wie in einem Stadion", sagt Veranstalter Kai Meesters. "Die Atmosphäre ist hier wie ein Hexenkessel."
Für Wesel ist das Domspringen längst mehr als ein Sportereignis. Es ist der Beweis, dass Weltklasse-Sport nicht nur in großen Arenen funktioniert. Manchmal reicht dafür auch ein Marktplatz, ein Dom und eine Stadt, die sich auf einen besonderen Tag freut.
Unsere Quellen:
- WDR-Interview mit Kai Meesters, Veranstalter KM Sport & Consulting
- WDR-Interview mit Dieter Jantz, Ausrichter Weseler TV Leichtathletikabteilung
- Wesel Tourismus
Sendung: WDR.de, Hoch hinaus beim Domspringen in Wesel, 01.09.2026, 10:45 Uhr
