Laura Ludwig

Beachvolleyball-DM Laura Ludwig - "Da kann etwas Großes entstehen"

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Olympiasiegerin Laura Ludwig spricht im WDR-Interview über ihr Leben nach der Karriere und die deutschen Meisterschaften im Beachvolleyball - zum ersten Mal in Dortmund.

Von Hannah Haus

WDR: Sie probieren, jetzt nach Ihrer Karriere, ganz unterschiedliche Dinge aus. Gibt es schon einen Bereich, der Sie besonders reizt?

Laura Ludwig: Es ist gut, dass es gerade viele Bereiche sind, die ich testen darf und in denen ich mich ausprobieren kann. Es ist sehr cool, dass ich viel kennenlerne und vor allem auch mal hinter die Kulissen, hinter den Sport, schauen kann. Gerade bei einem Verein wie dem HSV, der so komplex und groß ist, in so viele Bereiche hineinzuschnuppern und die ganzen Zusammenhänge zu verstehen. Zu verstehen, wie ein Projekt auf die Beine gestellt werden kann, wie eine Tour, wie die deutsche Tour auf die Beine gestellt werden kann, wie eine Welttour überhaupt funktioniert.

Laura Ludwig - "Insgesamt gibt es gerade viele Up and Downs"

Bildquelle: IMAGO / Justus Stegemann

1 Min. 3 Sek. Verfügbar bis 26.08.2028

WDR: Beachvolleyball ist also immer noch Ihre Leidenschaft?

Laura Ludwig: Es ist nicht so, dass ich regelmäßig zum Spielen komme, und ich habe auch nicht die Zeit dazu. Ich mache dann eher Sport für mich. Ich habe die Ü37 hier in Hamburg gespielt, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Aber die Verantwortung beziehungsweise das Engagement für ein Team zu haben, ist mir gerade ein bisschen zu viel.

Ich probiere mich gerade selbst in anderen Sportarten aus, um mal andere Bewegungen in meinen Körper zu bringen und mehr Spaß an der Sache zu haben. Das heißt nicht, dass ich keinen Spaß am Beachvolleyball habe, aber es hat 20 Jahre lang beruflich und mental mein Leben geprägt. Da ist es auch ganz schön, mal was anderes kennenzulernen.

Es ist jetzt ganz schön, auch mal was anderes kennenzulernen. Laura Ludwig

WDR: Nach 33 Jahren am Timmendorfer Strand finden die deutschen Meisterschaften erstmals in Dortmund statt. Wie blicken Sie auf diesen Wechsel der deutschen Meisterschaft von Timmendorf nach Dortmund?

Laura Ludwig: Das ist natürlich auf der einen Seite erst mal mit einem weinenden Auge, weil das eine große Tradition war. Beachvolleyball in Timmendorf kannte ganz Deutschland. Zu diesem Wochenende ist einfach ganz Deutschland hingereist […] Und dann war es natürlich auch diese Beachvolleyball-Atmosphäre in Timmendorf.

Das ganze Dorf war einfach Beachvolleyball und nichts anderes. Das war schon sehr besonders, vor allem, weil dort in 33 Jahren viel Geschichte passiert ist. Da sind sehr viele große Beachvolleyballer, Beachvolleyballerinnen und Teams entstanden oder haben sich dort feiern lassen. Und das war zum Abschluss jeder Saison ein cooler Beachvolleyball-Familientreff. 

Laura Ludwig - "Veränderung am Anfang immer hart"

Bildquelle: IMAGO / Justus Stegemann

1 Min. 54 Sek. Verfügbar bis 26.08.2027

Nichtsdestotrotz ist eine Veränderung am Anfang immer hart. Es wird jetzt einfach das erste Mal in Dortmund sein. Da muss man sich erst mal wieder zurechtfinden, muss die Wege finden und schauen, was für eine Energie und Atmosphäre da entstehen kann.

Das Stadion soll größer werden, das ist natürlich ein großer Aspekt, warum diese Veränderung stattfindet. Es soll auch, so wie ich das verstanden habe, eine Party-Festival-Wiese geben, mit Zelten und allem Drum und Dran. Da kann natürlich etwas anderes Großes entstehen.

WDR: Hat die deutsche Meisterschaft in Dortmund das Potenzial, zum größten Beachvolleyball-Turnier Europas zu werden und noch mehr Menschen zu erreichen?

Laura Ludwig: Ich glaube, das Wichtigste ist, erst mal das Ziel auszusprechen und das Ziel zu verfolgen. Und das ist super, dass der Veranstalter Beachvolleyball in Deutschland groß machen möchte. Ich hoffe auch, dass der Beachvolleyball, also der Sport an sich, nicht zu kurz kommt, sondern die Qualität für die Teams an erster Stelle steht, um mehr Geschichte schreiben zu können. Das wird eine Zeit brauchen, um so was auch wieder aufzubauen.

WDR: Mit Louisa Lippmann ist auch Ihre ehemalige Teamkollegin dabei. Wie weit kann es diesmal für sie gehen?

Laura Ludwig: Insgesamt gibt es gerade bei den Frauen und Männern viel Auf und Ab. […] Da sind viele Veränderungen, die viel ausmachen, was den Kopf angeht. Es geht darum, das alles auszublenden, was jetzt gerade vielleicht nicht so gut gelaufen ist, um zu den eigenen Stärken zu finden, auf dem Feld Spaß am Beachvolleyball zu haben und die Saison bestmöglich zu beenden. Damit man wieder mit neuen Kräften aus dem Urlaub zurückkommen und in die Qualifikation für die Olympischen Spiele starten kann. Ich glaube, ich würde mich da gar nicht festlegen wollen, wer wie was jetzt erreicht.

Beachvolleyball - Kubo und Held auf Medaillenjagd in Dortmund

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WDR: Was braucht es aus Ihrer Sicht, damit die deutschen Teams die Olympia-Qualifikation erfolgreich meistern?

Laura Ludwig: Ich glaube, es muss sich vor allem eine gewisse Sicherheit erarbeitet werden. Auch in den Teams, die sich jetzt geformt haben, die durch Höhen und Tiefen gehen müssen. Auch wenn es schwer und anstrengend wird, muss man einen Weg finden, wie man zusammenarbeiten kann und auch nach vielen verlorenen Spielen sein Selbstbewusstsein hochhält. Man muss eine gewisse Route und Routine erarbeiten, mit sich und seinem Team nach vorne zu schauen und auf seinem Weg zu bleiben. Auch wenn er steinig ist und man sich nach rechts und links anpassen muss.

Quelle:

  • WDR-Reporterin

Sendung: "Laura Ludwig - "Insgesamt gibt es gerade viele Up and Downs"', 27.08.2026, 10:00 Uhr

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